Wissen, was zu tun ist...

Mit einer genauen Überprüfung der betroffenen Messstellen bereiten sich die Stadtwerke Saarbrücken auf den Rollout vor. Bis Ende 2019 sollen zehn Prozent aller Pflichteinbaufälle abgeschlossen sein.

Die Stadtwerke Saarbrücken verfolgen ehrgeizige Ziele: In den kommenden drei Jahren sollen zehn Prozent der rund 130.000 Stromzähler durch eine moderne Messeinrichtung ersetzt und gut 1.000 zu einem intelligenten Messsystem umgerüstet werden. Im Rahmen der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einer spartenübergreifenden Umstellung auf das intelligente Messwesen, sind dabei zusätzlich rund 100.000 Zähler der Versorgungsarten Gas, Wasser und Fernwärme zu berücksichtigen. Für die Planung und operative Umsetzung des Rollouts haben Franz-Josef Johann, Vorstand der SW Netz AG, und Peter Backes, Geschäftsführer der co.met GmbH, das Projekt Kolumbus initiiert und bilden den Lenkungskreis. Unter der Projektleitung von Eric Herud und René Claussen sind seit dem Kick-Off im März dieses Jahres gut 50 Mitarbeiter in 14 Teilprojekten mit der Vorbereitung beschäftigt. Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem erfolgreichen Rollout führt laut Eric Herud in die Keller. "Wir wissen bislang zu wenig über die Situation an den betroffenen Messstellen, um die Nachrüstung dezidiert planen und effizient durchführen zu können", erläutert er. Das ist nicht verwunderlich, denn bisher waren Informationen über die Anbindbarkeit der Zähler in ein Weitverkehrsnetz, die Lage der Messungen zueinander oder das Alter der Zählerplätze nur bedingt relevant.

Bestandsdaten unverzichtbar

Das ändert sich mit der Umstellung auf das intelligente Messwesen: Schon für die Grundsatzentscheidung über die jeweils einzusetzende Technologie und - daraus resultierend - die korrekte Beschaffung der Zähler, Smart-Meter-Gateways und sonstigen Komponenten wie Repeater, Adapter, Antennen u.s.w. ist man auf detaillierte Informationen aus dem Feld zwingend angewiesen. "Es gibt in diesem Bereich kein Konzept, das unter allen Umständen funktioniert", beschreibt René Claussen die Situation. Das gilt übrigens nicht nur bei technisch komplexen Themen wie der Anbindung der unterschiedlichen Zähler an das jeweilige Messsystem oder der Datenkommunikation. "Bereits die Entscheidung zwischen elektrischen Dreipunkthaushaltszählern (3. HZ) und elektronischen Haushaltszählern (eHZ) auf passenden Adaptern als moderne Messeinrichtung (mME) setzt voraus, dass im Einzelfall die Abmessungen des Zählerplatzes, die Dimension der Vorsicherung und der Zustand der Anlage bekannt sind", erläutert er. Will man also teure Fehler in der Gerätebeschaffung vermeiden, ist eine gründliche Inventarisierung der Messstellen zwingend erforderlich.

Mobile Inventarisierung


Inventarisierung der Messstellen im gesamten Versorgungsgebiet der Stadtwerke Saarbrücken: Per Smartphone werden die benötigten Daten bequem und sicher erfasst
Für diesen Zweck erweiterte co.met daher sein SaaS-Workforce-Management-System co.mobile um diese Inventarisierungs-Funktionen. Per App auf dem Tablet oder Smartphone kann der Außendienst nun sämtliche wichtigen Kenndaten der fraglichen Messstellen aufnehmen, inklusive Fotodokumentation und Geodaten-Erfassung.

Für die Inventarisierungen wurden zunächst drei Klassen von Aufgaben festgelegt, für die es jeweils unterschiedliche Aufnahmeprotokolle gibt: SLP mit und ohne Zusatzeinrichtung oder RLM. In den Protokollen erfolgt, soweit nicht bereits bekannt, die Aufnahme von Informationen zu den Geräten vor Ort, zum Geräteumfeld - Wo befindet sich der Zählerschrank? Wie liegen Messungen anderer Sparten zueinander? Wo ist der Kommunikationsanschluss (APL)? - und zum Zugang zur Messstelle (erforderliche Schlüssel, Ansprechpartner etc.). "Informationen zum Zugang zu den Messeinrichtungen sind für Versorgungsunternehmen ohne eigenen Vertrieb wesentlich schwieriger auf einem aktuellen Stand zu halten als für integrierte Versorger", erläutert Eric Herud. "Insbesondere für die Einbindung von Dienstleistern in die Montageprozesse müssen diese Daten nachvollziehbar zur Verfügung gestellt werden, da diese in der Regel über keine Ortskenntnisse und keine entsprechenden Kontakte im Netzgebiet verfügen," ergänzt René Claussen.

Für jeden Schritt können in der Anwendung bereits vordefinierte Protokoll-Vorlagen verwendet oder individuelle Inventarisierungsprotokolle erstellt werden. Die Aufnahme der Informationen erfolgt intuitiv anhand geführter Dialoge. Feedback des Montagepersonals über die Alltagstauglichkeit der Dialoge und ggf. zusätzlich erforderliche Informationen und Funktionen fließt kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Inventarisierungslösung ein. Die von den Mobilgeräten erfassten Daten übergibt die Lösung medienbruchfrei an eine Datenbank, wo sie dokumentiert und analysiert werden können. Mittels einer Statistik- Funktion werden die erfassten Daten aufbereitet und in Tabellen oder Diagrammen dargestellt - laut co.met sofort nutzbare Planungsgrundlagen für den Rollout.

Effektive Vorbereitung

Im Projekt werden die Daten genutzt, um für die vorkommenden Einbausituationen jeweils passende Umbauvarianten zu ermitteln. Diese sind der Ausgangspunkt für die Beschaffungsplanung. Mindestens ebenso wichtig sind die Ergebnisse der Inventarisierung für die Vorbereitung der Umbaumaßnahmen vor Ort, die - mindestens um Lastspitzen auszugleichen - mit externer Unterstützung vorgenommen werden. Um dabei möglichst effizient und wirtschaftlich vorgehen zu können, erarbeiten die Verantwortlichen bei co.met für die festgelegten Umbauvarianten Schulungsunterlagen für Eigenpersonal und Dienstleister. Damit der Montageaufwand vor Ort gering gehalten wird, legt man zudem auf Basis einer ABC-Analyse fest, für welche Umbauvariante die Messtechnik vorassembliert bestellt wird. So will man in Saarbrücken beim Rollout auf 80 bis 85 Prozent Standardeinbaufälle kommen, bei denen der Monteur vor Ort nur die Zähler elektrisch verdrahten und die WAN-Verbindung herstellen muss. Selbst kleine Stadtwerke mit einer überschaubaren Anzahl an Pflichtumbaufällen sind laut Eric Herud und René Claussen gut beraten, die Einbausituationen vor Ort näher zu betrachten: "Sonst besteht das Risiko, dass Mess- und Übertragungstechnik beschafft wird, die nicht eingesetzt werden kann, dass Montageeinsätze vor Ort ausufern und hohe Fehlleistungskosten entstehen".

Die neue Inventarisierungsfunktion steht ab sofort für co.mobile-Bestandskunden als Funktionserweiterung des Standard-Systems zur Verfügung. Darüber hinaus kann das Inventarisierungstool als eigenständige Lösung gebucht und mit sehr geringem Integrationsaufwand genutzt werden.

Für den Inhalt verantwortlich:
co.met GmbH
66117 Saarbrücken
www.co-met.info