"Der Rollout kann kommen"

Kooperationen zwischen EnBW und Stadtwerken bereiten den Weg für einen reibungslosen Einstieg.

ENBW LÖSUNG FÜR ROLLOUT UND BETRIEB INTELLIGENTER MESSSYSTEME


Die Weichen sind gestellt. Schon im kommenden Jahr soll es mit der 'Digitalisierung der Energiewende' losgehen. Bei der EnBW fühlt man sich dafür gewappnet. Dazu beigetragen hat eine Reihe von Kooperationen, darunter insbesondere mit der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice (SWKN) und der Tochter Netze BW. "Gerne weiten wir diese Partnerschaft auf weitere Netzbetreiber aus", betont Andreas Mohren, Teamleiter Meter- und EDM-Services bei der EnBW. Mit einigen Stadtwerken sei man bereits im Gespräch.

"Der Zug in Richtung Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten". Daran bestanden bei Christian Günther, Projektleiter bei SWKN, schon lange keine Zweifel. Klar war ihm gleichzeitig: "Wir stehen technisch wie wirtschaftlich vor einer riesigen Herausforderung und werden auch als großes Stadtwerk Partner brauchen". Für die EnBW sprach, dass sie als eines der ersten Energieunternehmen bereits seit 2007 mit intelligenten Zählern im Vertrieb und der Abwicklung Erfahrungen gemacht hatte. Parallel hatten EnBW und Netze BW schon Anfang 2012 erste konzeptionelle Überlegungen angestellt, wie ein zu erwartender Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) anzugehen sei. Im Unterschied zu bisherigen vertrieblichen Ansätzen sollte es nun um einen flächendeckenden Einsatz gehen. Anfang 2013 begannen Tests verschiedener Kommunikationseinrichtungen mit Mobilfunk, Breitbandpowerline und CDMA 450. "Schnell entwickelte sich das Gefühl, auf Dauer nur mit zusätzlichen Partnern weiter zu kommen", so Andreas Mohren. Diese sollten "im Grundsatz ähnlich ticken", aber technisch und organisatorisch Unterschiede im Netzbetrieb aufweisen. "Die SWKN ergänzen durch ihren umfassenden Mehrspartenansatz optimal unseren Anforderungskatalog." Gemeinsam startete man zu dritt ein Jahr später den ersten Feldtest, der sich bewusst auf eigene Liegenschaften beschränkte. Die ersten Smart Meter Gateways (SMGW) und auch Systeme für die Gateway-Administration (GWA) waren bereits auf dem Markt. "Uns ging es um die Frage, ob diese Geräte beziehungsweise deren Funktionen zusammenwirken können", so Andreas Mohren. Daher wurde ein regelmäßiger Austausch mit Herstellern wie Landis & Gyr, Dr. Neuhaus und PPC ins Leben gerufen. Beim zweiten Feldtest mit Mitarbeitern und ersten externen Kunden stand 2015 bereits die Entwicklung grundlegender Prozesse im Mittelpunkt: Wie sind Zählerumbau und Inbetriebnahme angesichts unterschiedlichster Konstellationen bei den Zählerschränken effizient abzubilden? Eignet sich Powerline zur zuverlässigen Datenübertragung vom iMSys an den GWA? Oder erweist sich Mobilfunk als unkompliziertere Alternative? Und wie funktioniert dann die Bereitstellung an die weiteren "Berechtigten" wie Lieferanten, Netzabrechnung und vor allem die Endkunden selbst?

Mit verbesserten Versionen der Zähler und SMGW wagten sich SWKN im dritten Feldtest an eine deutlich größere Kundenzahl. Die Netze BW bot Kommunen in Baden-Württemberg - mit überwältigender Resonanz - die Teilnahme an.

Für Arkadius Jarek, Projektleiter bei der Netze BW, waren die Feldtests mit insgesamt über 600 installierten iMSys ein großer Erfolg. "Der Einbau der Geräte läuft heute viel effizienter". Dazu trügen vor allem die aus der Praxis entwickelten Schulungen der Monteure bei. Gut funktioniere auch die ferngesteuerte Aktualisierung der SMGW Firmware. Selbst entwickelte Geräte zur Messung der Funkpegel aller Mobilfunkprovider unterstützen die Monteure bei der Entscheidung über die Übertragungstechnik. Der Prozess der Inbetriebnahme ist inzwischen voll automatisiert und wird mithilfe einer App unterstützt und dokumentiert.

Eher zäh lief es anfangs bei der Interoperabilität von Hard- und Software-Komponenten verschiedener Hersteller. "Ohne diese könnte der Rollout schon in Karlsruhe mit 20.000 und der Netze BW mit an die 700.000 iMSys nie funktionieren". Auch hier setzte man auf Partnerschaft und arbeitet inzwischen erfolgreich mit Landis & Gyr, Dr. Neuhaus/ Fröschl, PPC und Robotron zusammen. Als Kompliment wertete er die Bemerkung von PPC-Projektleiter Urs Glaubitt "Die richtigen Fragen werden uns häufig zuerst von der EnBW gestellt."

Im September 2015 ist bei der EnBW die Entscheidung für das GWA-System von ITF Fröschl gefallen. Das System und alle Prozesse wurden in den letzten Monaten im Rahmen der Feld- und Labortests geprüft. Nun steht die offizielle BSI-Zertifizierung an. Sukzessive werden dann die Backend-Systeme wie SAP iM4G angebunden. "Mit den Feldtests verbanden wir das Ziel, stromseitig den kompletten End-to-End-Prozess abzubilden - von der Zähler-Beschaffung und -installation bis zur Abrechnung in SAP IS-U", so Arkadius Jarek.

Vor der "Generalprobe"

Nachdem der Umgang mit der Technik, mit den Prozessen und Systemen im relativ kleinen Maßstab funktioniert, geht es den Partnern jetzt um die Massentauglichkeit. Zum Jahreswechsel startet der Pilot mit 15.000 iMSys, quasi die "Generalprobe" für den Rollout. Ergänzend werden in Karlsruhe erste Gaszähler an das Messsystem angebunden. "Langfristig erfolgreich" kann die Digitalisierung laut Christian Günther nur sein, "wenn sie frühzeitig mit allen vier Sparten (Strom, Gas, Wasser und Wärme) gelingt".

Schon jetzt bietet die EnBW weiteren Netzbetreibern Unterstützung für Rollout und Betrieb in der neuen, digitalen Zählerwelt an - vom einzelnen Baustein wie der Gateway-Administration bis zum Fullservice. Die SWKN erproben und gestalten diese neue Zählerwelt operativ und haben dabei Entscheidungen zu treffen, was sinnvollerweise selbst zu machen und was besser dem Dienstleister zu übertragen ist. "Dazu wird angesichts des hohen Aufwands und der Kosten auf jeden Fall die GWA gehören", so Christian Günther. Auch die Stadtwerke Mainz nehmen diesen Service und weitere bereits in Anspruch. Für SWKN und EnBW steht jedenfalls fest: "Der Rollout kann kommen".

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