Gemeinsam zur besten Strategie

Mit smartOPTIMO bereiten sich zahlreiche Stadtwerke seit 2014 auf den Einstieg ins neue Messwesen vor. Die individuellen Bedürfnisse der Anwender geben dabei die Richtung vor.

Die Entscheidungen, die bei der Einführung und dem Betrieb der intelligenten Messsysteme anstehen, möchte Walter Bommer selbst treffen. Für den IT-Leiter der Stadtwerke Teterow in Mecklenburg-Vorpommern ist der Rollout keine lästige Pflicht, sondern eine Herausforderung, die er so gut wie möglich meistern will - in wirtschaftlicher wie technischer Hinsicht. Dass er dabei Unterstützung benötigt, ist ihm klar: "Wir verfügen schlicht nicht über die Ressourcen, um die für das intelligente Messwesen erforderlichen Hardwarekomponenten, Systeme und Prozesse auszuwählen und zu testen", berichtet er. Daher beteiligen sich die Stadtwerke Teterow zur Teilnahme am Technischen Kooperationsprojekt Messsystem von smartOPTIMO. Seit 2014 unterstützt das Unternehmen mit Sitz in Münster und Osnabrück bundesweit Stadtwerke unterschiedlicher Größe bei der Vorbereitung auf den Rollout. Die Leistungen reichen von der Systemauswahl über deren Beschaffung und Erprobung bis hin zum Betrieb, wobei die Geräte, sprich: Zähler und Gateways, die Kommunikation und die IT-Infrastruktur (Gateway-Administration (GWA), Messsystem- Management(MsM)-System und Visualisierung im Kundenportal) abgedeckt sind. "Ausschreibung und Systemauswahl, Einkauf und Bündelung sowie die Systembereitstellung spielen eine wichtige Rolle im Projekt, denn hier müssen vollständig neue Abläufe zwischen Versorger, GWA und Hersteller etabliert werden", erläutert Ingo Lübke, der bei smartOPTIMO verantwortlich ist für Beratung und Projektmanagement.

Für die Stadtwerke Teterow spielen in diesem Zusammenhang auch Kostenargumente eine Rolle: "Wir haben rund 6.000 Stromzähler, davon rund 400 Pflichtumbaufälle für intelligente Messsysteme - da bekommen wir kurzfristig keine Skaleneffekte hin", sagt Walter Bommer. Zudem wird im Kooperationsprojekt die Einrichtung der intelligenten Messsysteme und Gateways in den drei Systemen ( GWA, MsM zur Verwaltung der Geräte und Visualisierung) getestet - hinsichtlich der Grundfunktionalitäten ebenso wie in Bezug auf Interoperabilität. Zielsetzung ist es, die neuen Technologie- Bausteine in der gesamten Systemkette kennenzulernen, im Austausch mit anderen Anwendern Erfahrungen zu sammeln und durch Systemplattformen, Standardisierung und gemeinsames Testen voneinander zu profitieren. Next Level Integration steuert im Projekt das GWA- und MsM-System bei, in dem die Geräte verwaltet werden können, und unterstützt die Integration in die vorhandenen ERP-Systeme der Stadtwerke. Gateways und Kommunikationslösungen liefert in diesem Fall die PPC AG aus Mannheim. Was bei den einzelnen Stadtwerken in welcher Form zum Tragen kommt, hängt stets von Einzelfall ab. "Maßgeblich bei den Vorbereitungen zum Aufbau der Infrastruktur sind für uns die unterschiedlichen Anforderungen in den Stadtwerken", sagt Ingo Lübke.

ABGESTUFTES TESTKONZEPT ZUR VORBEREITUNG AUF DEN ROLLOUT


Passgenaue Unterstützung

Daher fand auch Walter Bommer aus Teterow mit seinem spezifischen Anliegen sofort Unterstützung im Partnernetzwerk. "Wir haben uns bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Breitband-Powerline (BPL)-Kommunikation beschäftigt und könnten uns gut vorstellen, auch die Kommunikation unserer intelligenten Messsysteme so weit als möglich über die Stromleitungen laufen zu lassen", berichtet der IT-Leiter aus Teterow. Auch die Gegegebenheiten im Netz schienen dafür gut geeignet. Auf dem Weg zur endgültigen Entscheidung waren allerdings zahlreiche wichtige Fragen zu klären: Welche BPL-Technologie eignet sich und welche Installationen sind konkret umzusetzen? Wie sieht die wirtschaftliche Bewertung aus? Dank der Unterstützung von smart- OPTIMO und PPC verfügt Walter Bommer heute über belastbare Fakten zu diesen Themen, die als Entscheidungsgrundlage dienen können. Im nächsten Schritt steht der Praxistest an: In einer Teststellung mit zunächst fünf Verbrauchern wird der Datenaustausch zwischen Messstelle und GWA per Gateway und PBL-Modem getestet. Die Stadtwerke Malchow und Neustrelitz haben sich angeschlossen und erproben nun ebenfalls die Powerline-Kommunikation. "Dieses Beispiel ist typisch für die Arbeitsweise im Projekt", erläutert Ingo Lübke. "Wir wollen den Stadtwerken helfen, die gesetzlichen Vorgaben in der für sie besten Weise umzusetzen. Dazu leisten wir Unterstützung im Einzelfall und sorgen für Synergien durch Kooperation". Im Bereich der Kommunikation werden dementsprechend auch Ethernet und GPRS getestet - letztere Variante einschließlich eines zentralen TK-Portals zur Überwachung der SIM-Karten.

Reibungslos in den Rollout

ZIELSETZUNG DES PROJEKTS



  • Standards entwickeln (Technologie-Plattform nutzen)
  • Prozesse vorbereiten und in der Praxis erfahren
  • Organisation weiterentwickeln und neu ausrichten
  • Von Netzwerk & Erfahrungen der Kooperation profitieren
  • Hardware & IT-Systeme testen, auswählen & Anpassung gewährleisten
  • Rollout strukturiert, effizient & wirtschaftlich (verteilte Aufgaben) vorbereiten und umsetzen
Insgesamt soll das technische Kooperationsprojekt den Partnern einen möglichst nahtlosen Übergang aus der Testphase in den Rollout respektive produktiven Betrieb der Systeme ermöglichen. Ab Januar 2017 stehen auf Level 3 des Testkonzepts (siehe Grafik) daher weiterführende Tests mit den aktuellsten Testsystemen (GWA, MsM, Basiszähler und Gateways, Kommunikation) sowie die probeweise Anbindung der ERP-Systeme an das Pilotsystem an. "Aktuell werden intelligente Messsysteme in der Systemkette vorbereitet und getestet, die bereits Firmware-update-fähig sind", berichtet Ingo Lübke. Nach der Installation und Inbetriebnahme durch den Gateway-Administrator können diese Geräte von außen über einen sicheren (verschlüsselten) Kanal mit aktueller Gerätesoftware (Firmware) versorgt werden, ohne das Gerät ausbauen oder vor Ort administrieren zu müssen. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für den späteren Rollout erfüllt. Auch hinsichtlich der Public-Key-Infrastruktur (PKI), dem System, das die digitalen Zertifikate ausstellt, verteilt und prüft, ist man schon nah an der künftigen Praxis: Die Tests erfolgen mit einer Test-PKI, die Produktiv-Systeme im zertifiziertem Rechenzentrum werden die Wirk-PKI nutzen.

Ab 2017 werden die Projektpartner mit dem Rollout der modernen Messeinrichtungen starten, die Ausbringung und Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme erfolgt nach der Freigabe der Geräte durch das BSI. Dabei können die Stadtwerke von smartOPTIMO je nach Bedarf im Full-Service oder mit flexibel gestaltbaren Einzelleistungen unterstützt werden. Übrigens: Auch Stadtwerke, die bislang noch nicht mitwirken, können sich noch am Kooperationsprojekt beteiligen.

Für den Inhalt verantwortlich:
smartOPTIMO GmbH & Co. KG
49074 Osnabrück
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