head-messe

Breit aufgestellt

Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren öffnet die WindEnergy Hamburg am 27. September 2016 erneut ihre Pforten.

windenergyBis zum 30. September 2016 ist die internationale Fachmesse mit mehr als 1.200 Ausstellern Treffpunkt für die Onshore- und Offshore-Windbranche. Erstmals findet in diesem Jahr parallel zur WindEnergy Hamburg die Fachkonferenz der EWEA, European Wind Energy Association, statt.

Der Anspruch der Messe, die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft abzudecken, macht die WindEnergy Hamburg auch für Stadtwerke und Netzbetreiber zum interessanten Ziel – und zwar nicht nur, wenn sie eigene Anlagen betreiben. So gibt es für die Fachbesucher Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen der Anlagentechnik zu informieren – bis hin zu fliegenden (Airborne Wind Energy Network B2.EG.404) und schwimmende (OWLWIND B7.602) Anlagen. Zahlreiche eindrucksvolle Exponate – von der Spezialschraube bis zum tonnenschweren Getriebe – bieten den Fachbesuchern auf der Messe „Windenergie zum Anfassen“. Neben Siemens Wind Power (A4.362,464) und Vestas (A1.420) stellen weitere Key Player wie Enercon (A1.223), Envision (B7.507), Gamesa (A4.421), GE (A4.235), Nordex (B6.346) und Senvion (A4.410) ihre Neuheiten vor. Insgesamt sind 17 Hersteller von großen Windturbinen präsent. Hinzu kommen Zulieferer für alle Aufgabenstellungen der On- und Offshorebranche. „Der Anteil der Offshore-Aussteller liegt voraussichtlich bei ungefähr 35 Prozent“, sagt Messechef Bernd Aufderheide. Die Bandbreite der Aussteller-Angebote reicht vom Spezialbau über Seekabel bis zur Simulationssoftware.

Anlagenbetreiber und solche, die es werden wollen, finden auf der WindEnergy insgesamt über 300 Servicefirmen, die Unterstützung von der Projektentwicklung bis hin zu Betrieb und Wartung von On- und Offshore- Anlagen bieten. Dazu gehören etwa der Projektierer ABOWIND (A4.109), Fullservice- Dienstleister wie BayWa r.e. (B7.532) oder Energiekontor sowie der Betriebs- und Wartungsdienstleister Deutsche Windtechnik (A1.418) oder STEAG (B2.EG.216). Auch zahlreiche Softwareanbieter zeigen ihre Lösung für den Betrieb und die Integration von WKA. Das deutsch-italienische Unternehmen Bax-Energy (A1.212) hat mit Energy Studio Pro eine Softwarelösung im Portfolio, die auf zentraler Ebene sämtliche Daten von Anlagen integriert und weiterverarbeitet sowie dazugehörige Aktivitäten von Betreibern, Technikern und Dienstleistern rückverfolgbar erfasst und standortunabhängige Fernüberwachungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

Sämtliche namhaften Anbieter aus Netzbetrieb, Prüf-, Mess- und Regeltechnik sind ebenfalls vor Ort: Ein Besuch bei Phoenix Contact (B6.363), WAGO Kontakttechnik (B6.245), Megger (B6.418), EFEN (A1.231/1) oder Schneider Electric (B6.460) lohnt in jedem Fall. Weidmüller (B6 EG. 252) stellt die Top- und Bottom-Boxen vor, zwei zertifizierte, betriebsbereite Schaltschränke zur Automatisierung von Kleinwindanlagen.

Intelligente Technologien für das Netz

Interessant für Stadtwerke und Netzbetreiber sind auch diverse Speicheroptionen, virtuelle Kraftwerke, Verfahren zur Verbesserung der Netzstabilität, intelligente (Elektro-)Mobilität und stromnetzunabhängige Versorgungssysteme, die ebenfalls in Hamburg vorgestellt werden. So etwa beim Austeller Enercon, der mit 74 Partnern am ENERA-Forschungsprojekt teilnimmt. Ziel des Projektes ist es, die gesamte Energie- Infrastruktur einer Region im Nordwesten Deutschlands mit intelligenten Technologien so anzupassen, dass sie einen stark wachsenden Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen aufnehmen kann. Enercons STATCOM-Modul etwa will dabei eine Im Umfeld der Windenergie ist weltweit ein dynamisch wachsender Markt entstanden. smarte Alternative zum teuren Netzausbau bieten.

Im Umfeld der Windenergie ist weltweit ein dynamisch wachsender Markt entstanden.
Im Umfeld der Windenergie ist weltweit ein dynamisch wachsender Markt entstanden.

Maxwell Technologies bietet als Spezialist der Ultrakondensatortechnik Systeme an, die Lade- und Entladezyklen mit hohen Strömen im schnellen Wechsel ausführen können. Aufgrund dieser Reaktionsschnelligkeit eignen sich Ultrakondensatoren hervorragend für die Aufrechterhaltung des Spannungspegels und die Frequenzregelung im Stromnetz. Durch Kombination mit Batteriesystemen lassen sich effektive hybride Speicherlösungen herstellen, über deren Merkmale Maxwell informiert. AEG Power Solutions stellt ein neues Batteriespeicher- System für Niederspannung und Mittelspannung vor. Der Aussteller Siemens stellt unter anderem ein Gemeinschaftsprojekt mit sechs niederländischen Partnern zur Realisierung einer voll integrierten 12-MW-Power-to-Gas-Anlage in Delfzijl (NL) vor, das innerhalb der nächsten zwei Jahre abgeschlossen werden soll. Auch am Stand von ABB (A4.200) gibt es einige interessante Neuerungen aus den Segmenten Speicher, Energiemanagement und Virtuelle Kraftwerke zu sehen.

Projekte zur Entwicklung virtueller Kraftwerke haben auch die Energieversorger Vattenfall und E.ON angestoßen – jeweils zusammen mit Eigentümern und Betreibern verteilter Stromerzeugungs- und Energiespeicheranlagen. Auf der WindEnergy Hamburg werden beide Aussteller die Besucher über verschiedene Stromerzeugungs- und Stromspeicheranlagen informieren, die in bestehende virtuelle Kraftwerke integrierbar sind. Das von der Oldenburger energy&meteo systems entwickelte Virtuelle Kraftwerk ist eine modulare SaaS (Software as a Service)- Lösung, über die sich nach Auskunft des Herstellers nicht nur alle Prozesse der Direktvermarktung von der Fernsteuerbarkeit bis zum Handelsfahrplan abbilden lassen. Die Lösung ermöglicht auch die Bereitstellung und Vermarktung von Regelenergie gemäß den ÜNB-Anforderungen. Dank der zertifizierten Anbindung per API-Schnittstelle (M7,ComXerv) können Erzeuger ihre Energiemengen direkt an der EPEX Spot handeln. Als einer der ersten Direktvermarkter Deutschlands feiert die in.power aus Mainz in diesem Jahr ihr 10. Firmenjubiläum. Heute bietet die Gruppe unter anderem Services zu Direktvermarktung, Fernsteuerbarkeit und Messstellenbetrieb an, darunter innovative Zählerlösungen einschließlich eines Online-Messdatenportals für den Anlagenbetreiber.

Lösungen für Entwicklungsregionen

Gamesa hat im Mai den Prototyp eines stromnetzunabhängigen Systems vorgestellt, das aus einer Windturbine, einer Photovoltaikanlage, drei Dieselgeneratoren und zwei verschiedenartigen Energiespeichermodulen besteht. Es ist speziel für Inseln und andere abgelegene Standorte sowie Regionen ohne zentralisiertes Stromnetz interessant.

Kontakt: Hamburg Messe und Congress GmbH, 20357 Hamburg, Tel. +49 40 3569 – 0 , info@hamburg-messe.de

Bilder: NICOLAS MAACK;  David Steele/shutterstock