News

Siemens setzt erstmals Vakuumschaltröhren in Hochspannungsschaltanlagen bis 145 kV ein

Bild: Siemens
Bild: Siemens

23.08.2016 Während Vakuumunterbrechereinheiten in der Mittelspannungstechnik weltweit millionenfach im Einsatz sind, stießen sie bisher in der Hochspannungstechnik oberhalb von 72,5 Kilovolt (kV) an ihre Grenzen. Nach intensiver Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet zeigte Siemens auf der diesjährigen Cigré in Paris erstmals Hochspannungsleistungsschalter und gasisolierte Schaltanlagen mit Vakuumschalttechnik und so genannter Clean-Air-Technologie bis zu einer Spannung von 145 kV. Hierbei übernimmt eine Vakuumunterbrechereinheit das Schalten und Löschen des Lichtbogens, während technisch aufbereitete und gereinigte Luft mit einem Mischungsverhältnis von 80 Prozent Stickstoff zu 20 Prozent Sauerstoff, Clean Air genannt, für die Isolierung der stromführenden Leiter im Inneren des Gehäuses der metallgekapselten, gasisolierten Schaltanlage (GIS) sorgt. Der neue Freiluftleistungsschalter 3AV1 und die neue Schaltanlage 8VN1 Blue GIS, die 2018 mit Vakuumschalttechnik und Clean-Air-Isolation auf den Markt kommen sollen, sind Weiterentwicklungen der Schalter und Schaltanlagen, die mit Schwefelhexafluorid (SF6) als Isolier-, Schalt- und Löschgas arbeiten und weiterhin im Programm bleiben.

www.siemens.com

Stadtwerke Leipzig nehmen Lade-Laternen in Betrieb

22.08.2016 Im August wurden in Leipzig vier Straßenlaternen mit integrierter Ladestation für Elektroautos eingeweiht. Durch die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur lassen sich die „Stromtankstellen“ vergleichsweise einfach und kostengünstig im öffentlichen Raum nachrüsten. Konzipiert und entwickelt wurde die Technologie von Wissenschaftlern der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) gemeinsam mit den Leipziger Stadtwerken, einem Unternehmen der Leipziger Gruppe. Die Technologie in den Ladestationen besteht aus modular kombinierbaren Komponenten, die sich an verschiedenste Anwendungssituationen anpassen lassen. Damit sind die Lademodule in alle gängigen Straßenlaternen, aber auch in anderes Stadtmobiliar oder in herkömmliche Ladeboxen integrierbar“, erklärt Projektleiter Prof. Andreas Pretschner vom Institut für Prozessautomation und Eingebettete Systeme an der HTWK Leipzig. Für die Kommunikation zwischen Elektroauto, Ladestation und Stromversorger kommen frei nutzbare, standardisierte Protokolle zum Einsatz. Stellt also eine Kommune, ein Stromanbieter oder ein privater Gewerbetreibender eine solche Ladestation auf, kann zwischen verschiedenen Abrechnungsmodellen gewählt werden. Seit Sommer 2016 kommen in Leipzig die ersten Lade-Laternen zum Einsatz. Die Ladestationen sind eingebunden in die 160 Ladepunkte umfassende Ladeinfrastruktur der Leipziger Stadtwerke. Diese stellen den Ladestrom bislang noch allen Nutzern kostenlos zur Verfügung. Innerhalb der Forschungskooperation zwischen HTWK Leipzig und Leipziger Stadtwerken wurde die Technologie so weit entwickelt und getestet, dass sie zukünftig als marktreifes Produkt zur Verfügung steht: „Andere Kommunen im Umland haben schon Interesse an den Lade-Laternen angemeldet. Daneben erwarten wir für die Zukunft auch eine wachsende Nachfrage von Gewerbetreibenden, beispielsweise von Parkhausbetreibern oder Einkaufszentren“, so Andreas Pretschner. Zwei Leipziger Unternehmen, das Ingenieurbüro Taubert Consulting und das Beleuchtungsunternehmen Leipziger Leuchten, werden die Technologie weiter vermarkten.

www.htwk-leipzig.de

Lemonbeat IoT-Technologie im Livebetrieb

Intelligente Beschattungsanlage im RWE Rechenzentrum Neurath. Bild: Manuel Adler, Lemonbeat GmbH
Intelligente Beschattungsanlage im RWE Rechenzentrum Neurath. Bild: Manuel Adler, Lemonbeat GmbH

22.08.2016 In einer so genannten Proof-of-Concept-Installation stellt die Lemonbeat IoT-Technologie ihr Können ab sofort im Atrium des RWE Rechenzentrums im nordrhein-westfälischen Grevenbroich unter Beweis. Ohne den Umweg über eine zentrale Steuereinheit kommunizieren Sensoren für Sonnenintensität, Temperatur, Wind und weitere Witterungseinflüsse direkt mit der Beschattungsanlage des Atriums. Zum Einsatz kommen herkömmliche Sensoren zur Messung aktueller Licht- und Witterungseinflüsse. Diese übergeben ihre Messdaten an ein Lemonbeat-Modul, das die empfangenen Werte an die ebenfalls mit Lemonbeat-Technologie aufgerüstete Jalousiesteuerung der Beschattungsanlage überträgt. Die Module kommunizieren mit der „Lemonbeat smart Device Language“ (LsDL), einer auf XML-basierenden Skriptsprache zur Ansteuerung von Geräten innerhalb eines IoT-Ecosystems – per IP-Protokoll beispielsweise über Ethernet-LAN, WiFi oder ein speziell patentiertes 868 MHz Funkfrequenz-Verfahren mit hoher Reichweite. Im aktuellen Fall entschied man sich für das Funkverfahren, da es sich ideal für die Nachrüstung im Bestand eignet. Lemonbeat wurde innerhalb der RWE entwickelt, im November 2015 ist die Lemonbeat GmbH als hundertprozentige Tochter der RWE International SE (innogy) eigenständig am Markt aktiv.

www.lemonbeat.com

Weltpremiere in Hamburg: Ladetechnik von Siemens lädt Elektrobusse verschiedener Hersteller

Bild: www.siemens.com/presse
Bild: www.siemens.com/presse

19.08.2016 Die Hamburger Hochbahn nimmt heute drei weitere Elektrobusse auf der Innovationslinie 109 in Betrieb. Die Batteriebusse von Solaris werden an denselben Ladestationen von Siemens geladen wie auch die Plug-in-Hybridbusse von Volvo, die bereits seit Ende 2014 in Hamburg unterwegs sind. Siemens ist damit nach eigener Auskunft der erste Hersteller weltweit, der die busherstellerübergreifende Interoperabilität von Ladeinfrastruktur für Elektrobusse ermöglicht. Die zwei Ladepunkte mit insgesamt vier Ladestationen verfügen über jeweils 300 kW Leistung. Damit bekommen die Busse genug Energie für einen kompletten Betriebstag auf der Linie 109. Der Ladevorgang dauert rund sechs Minuten. Die Ladetechnik orientiert sich an den internationalen Standards IEC 61851 und ISO 15118, die als offener Standard die Basis zur Ladung von Elektrobussen bilden. Der offene Standard ermöglicht es, dass Busse verschiedener Hersteller dieselbe Ladetechnik nutzen können. Die drei Batteriebusse von Solaris sind mit der On-Board-Ladeeinrichtung von Siemens für die Schnellladestationen ausgerüstet. Die Ausstattung der Fahrzeuge mit Ladetechnik von Siemens kann auf Bussen jeglicher Bauart und in Busse unterschiedlicher Hersteller problemlos integriert werden. Auch in Kopenhagen ist ein Schnellladesystem von Siemens in Betrieb.

www.siemens.com

E-world energy & water 2017: „Energy App Award“ prämiert erneut innovative Apps

Bild: Rainer Schimm/MESSE ESSEN
Bild: Rainer Schimm/MESSE ESSEN

18.08.2016 Nach der erfolgreichen Premiere in diesem Jahr wird der Energy App Award erneut im Rahmen der E-world energy & water verliehen, die vom 7. bis 9. Februar 2017 in der Messe Essen stattfindet. Die Auszeichnung richtet sich an Anbieter bestehender Apps oder App-Konzepte und wird in den Kategorien „Customer Benefit“, „Future Concept“ sowie „Jury Category“ vergeben. „Customer Benefit“ prämiert besonders kundenfreundliche Apps, die den Alltag des Nutzers rund um das Thema Energie mit neuen Ideen erleichtern. „Future Concept“ richtet sich an bestehende Apps und funktionsfähige Prototypen, die den Energie-Markt mit innovativen Konzepten verändern werden. In der „Jury Category“ honorieren Experten herausragende Apps, die sich als besonders zukunftsweisend herausgestellt haben.

Experten der Energiebranche bewerten nach den Kriterien „Technik“, „Konzept“, „Business Impact“ und „Story“. Dieser umfassende Kriterienkatalog stellt sicher, dass aktuellste Branchenentwicklungen berücksichtigt werden. Bei der Bewertung zählen nicht nur innovativer Impuls und technische Finesse: Entscheidend sind auch Faktoren wie Kundenfreundlichkeit oder potenzielle Energieersparnis. Hinter dem gefragten Branchenpreis steht die E-world energy & water GmbH gemeinsam mit con|energy, RWE, Google und der WirtschaftsWoche Green Economy. Zur Teilnahme sind Unternehmen wie EVU, Stadtwerke, Werbe- oder IT-Agenturen sowie Privatpersonen berechtigt. Bewerbungen sind bis zum 30. September 2016 möglich.

Weitere Informationen sowie Bewerbungsformular unter: https://energy-app.e-world-essen.com/

ZONOS Smart Metering Plattform unterstützt Danfoss Geräte

18.08.2016 Die ZONOS Smart Metering Plattform des Software-Anbieters Cuculus ermöglicht bereits heute die Steuerung und Verwaltung von mehr als 95 Gerätetypen unter Verwendung verschiedener Kommunikationstechnologien wie mobile Kommunikation, Ethernet, PLC oder RF-Mesh. Sowohl die unterschiedlichsten Geräte, unabhängig von Sparte oder Hersteller, als auch die Kommunikationsinfrastruktur werden in ein und demselben System gemanagt, informiert Cuculus. Ab sofort werden auch fünf Wärmezähler und vier Kommunikationsgateways der Firma Danfoss unterstützt. Die ZONOS Plattform kann aufgrund ihrer Eigenschaften auch für Anwendungen im IoT-Bereich wie beispielsweise der Steuerung von Straßenbeleuchtungen oder dezentraler Energieerzeugung eingesetzt werden.

www.cuculus.net

Urteil: Umspannwerk kann im allgemeinen Wohngebiet zulässig sein

17.08.2016 Das entschied jetzt das Verwaltungsgericht Berlin und wies damit die Klage mehrerer Eigentümer von Grundstücken in Berlin-Spandau ab, die im Bereich eines allgemeinen Wohngebiets liegen. Dort plant der Stromnetzbetreiber die Errichtung eines Umspannwerks auf einer Fläche von knapp 900 Quadratmetern und mit einer Höhe von maximal rund 12 Metern. Das Werk soll bis zu 70.000 Kunden in Spandau mit elektrischer Energie versorgen, mittelfristig ältere Umspannwerke ersetzen und unbesetzt im Wege der Fernwartung betrieben werden. Gegen die hierfür erteilte Baugenehmigung wenden sich die Kläger.

Nach Auffassung der Richter ist das geplante Umspannwerk zulässig. Als Hauptanlage sei das Werk sei das Werk ein Gewerbebetrieb im planungsrechtlichen Sinne. Von diesem gingen im konkreten Fall keine wesentlichen Störungen aus, weil sich Nachbarschaftsbelästigungen weder im Hinblick auf etwaigen Personen- noch Fahrzeugverkehr ergäben. Der ferngesteuerte Betrieb verursache weder regelmäßigen Mitarbeiterverkehr noch Kunden- oder Lieferverkehr. Schädliche Lärm- oder Strahlungsimmissionen seien nicht zu erwarten, und in optischer Hinsicht gleiche das Vorhaben eher einer Turn- oder Kunsthalle. Es sei schließlich unerheblich, dass das Vorhaben nicht allein der Versorgung des unmittelbaren Gebiets diene.

(Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 26.07.2016, VG 19 K 192.14)

ELEKTRO POWER II

bmwi16.08.2016 Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert innerhalb des Förderprogramms „ELEKTRO POWER II: Elektromobilität – Positionierung der Wertschöpfungskette“ in den kommenden drei Jahren Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, Deutschland bei der Elektromobilität im internationalen Wettbewerb entscheidend voranzubringen. Derzeit werden bereits 13 Projekte mit rund 25 Millionen Euro gefördert. Das Förderprogramm ist Bestandteil eines Maßnahmenpakets, mit dem das BMWi die im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität beschlossenen Ziele umsetzt. Schwerpunkt der Förderung ist die Elektromobilität als Baustein eines modernen Strommarktdesigns. Das Programm zielt außerdem darauf ab, die elektromobile Wertschöpfungskette im Bereich Produktion zu stärken, induktive Ladesysteme im öffentlich zugänglichen Raum weiterzuentwickeln sowie Querschnittthemen zu behandeln, beispielsweise Fragestellungen in den Bereichen Recht, Sicherheit und Datenschutz.

www.bmwi.de

Weidmüller Gruppe übernimmt Bosch Rexroth Monitoring Systems

16.08.2016 Die Weidmüller Gruppe übernimmt die Bosch Rexroth Monitoring Systems GmbH von Bosch Rexroth. Die entsprechenden Verträge unterzeichneten beide Unternehmen dafür am 01. August 2016. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen. Die Bosch Rexroth Monitoring Systems GmbH mit Sitz in Dresden beschäftigt derzeit rund 25 Mitarbeiter und entwickelt, fertigt und vertreibt Condition Monitoring Systeme für Windenergieanlagen. Diese überwachen insbesondere den Zustand der Rotorblätter und bieten unter anderem die Möglichkeit, Eisansatz an den Rotorblättern zu diagnostizieren. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 3,8 Millionen Euro und belieferte insbesondere Windturbinenhersteller in Europa. Die im Markt verfügbaren Lösungen der Bosch Rexroth Monitoring Systems GmbH sind vor allem unter der Marke BLADEcontrol bekannt. Die Weidmüller Gruppe möchte mit der Übernahme des zukünftig unter dem Namen „Weidmüller Monitoring Systems GmbH“ am Markt vertretenen Unternehmens ihre Aktivitäten im Windbereich verstärken. Darüber hinaus soll das Lösungsportfolio der Weidmüller Gruppe rund um Condition Monitoring Technologien erweitert werden

www.weidmueller.com

Thüga führt Tochterfirmen zusammen

15.08.2016 Die beiden Servicegesellschaften Thüga MeteringService und Thüga Energieeffizienz sollen stufenweise bis Anfang 2017 zusammengeführt werden. Auslöser für diese Entscheidung sind die steigenden Anforderungen an Stadtwerke im Zuge der Liberalisierung, Regulierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung. „Diese vier Treiber wirken sich nicht nur auf das Geschäft unserer Partnerunternehmen aus, sondern auch auf das unserer Servicegesellschaften. Mit der Zusammenlegung bauen wir unsere strategische Lösungskompetenz aus“, so Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft. In Vorbereitung auf die endgültige Zusammenführung wurde Franz Schulte, Geschäftsführer der Thüga Energieeffizienz, zum 1. August auch zum Geschäftsführer der Thüga MeteringService GmbH ernannt. Er wird das Unternehmen zusammen mit dem langjährigen Geschäftsführer Peter Hornfischer führen. www.thuega.de