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Wind Firming mit Schwungrädern

07.10.2016 Der Entwickler für Energiespeichersysteme STORNETIC hat erstmals seine Energiespeicherlösung für Windparks EnWheel vorgestellt. Die Schwungrad-Energiespeicher des Jülicher Technologieunternehmens soll es Betreibern von Windparks ermöglichen, die Leistungsschwankungen ihrer Windkraftanlagen nachhaltig auszugleichen. Die Speichermaschine ist in der Lage, Lastspitzen abzufangen, wodurch die Leistung ganzer Parks gleichmäßiger und vorhersehbarer gemacht werden könne. Dies soll vor allem die Planung der Leistungsabgabe der Windparks verbessern. Ein zweiter Vorteil besteht laut STORNETIC darin, dass die Schwungrad-Energiespeicher in Kombination mit Windkraftanlagen künftig in der Lage sein werden, Netzdienstleistungen zu erbringen. Der Schwungrad-Energiespeicher EnWheel ist in der Lage, Lastwechsel im Millisekundenbereich aufzunehmen. Die Speicher sind für mehr als 100.000 Lastwechselzyklen ausgelegt und sollen über die gesamte Lebensdauer ihre volle Kapazität behalten. Sie eignen sich daher insbesondere für Anwendungen, bei denen viele schnelle Lastwechsel gefordert sind. Als mechanischer Energiespeicher ist EnWheel laut Hersteller frei von Chemikalien und vollständog recyclebar.

www.stornetic.com

EU-Gericht lehnt Subventionsklage gegen AKW Hinkley Point C ab

07.10.2016 Der Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy prüft Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union zugunsten des Subventionspakets für das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C. Das dem EuGH nachgeordnete Gericht hatte eine Klage von zehn Energieanbietern aus Deutschland und Österreich gegen hohe staatliche Subventionen für das AKW-Projekt als nicht zulässig abgewiesen. Der Rechtsstreit hat grundsätzliche Bedeutung, weil Hinkley Point C als Blaupause für ein Dutzend weiterer AKW-Projekte in Großbritannien und anderen europäischen Ländern dienen kann. In der Klage von Greenpeace Energie gehe es nicht nur um die wirtschaftliche Betroffenheit einiger Unternehmen und nicht allein um Fragen der britischen Nuklearförderung, sondern gerade im Hinblick auf die Gründe der Kommission, die Beihilfe zu genehmigen, auch um eine entscheidende Weichenstellung für die europäische Energiepolitik.

Die geplanten Subventionen für Hinkley Point C summieren sich laut einer Studie des deutschen Analyseinstituts Energy Brainpool auf 108 Milliarden Euro. Zusätzlich habe der britische Staat dem Betreiberkonzern EDF ein umfangreiches Garantiepaket in zweistelliger Milliardenhöhe versprochen. 2014 hatte die EU-Kommission die Beihilfen genehmigt. Gegen die Genehmigung klagten daraufhin Greenpeace Energy, die oekostrom AG aus Österreich sowie die deutschen Stadtwerke Aalen, Bietigheim-Bissingen, Bochum, Mainz, Mühlacker, Schwäbisch-Hall, Tübingen und Energieversorgung Filstal vor dem EuG. Das Subventionspaket ist mittlerweile von der britischen Regierung überarbeitet worden. Ende September hatte EDF den neuen Beihilfebedingungen zugestimmt. Die zehn klagenden Unternehmen befürchten Einbußen und Wettbewerbsnachteile, da Hinkley Point C aufgrund der hohen staatlichen Subventionen unabhängig vom Marktpreis Strom erzeugen und verkaufen könne. Die Kläger hatten 2015 mit einer Studie belegt, dass das AKW die Börsenstrompreise auch in Deutschland messbar beeinflusst, andere Energieanbieter sowie Betreiber von Ökostrom-Anlagen dadurch wirtschaftlich benachteiligt und sogar Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland stärker belastet.

Greenpeace Energy sieht seine Klage trotzdem als Teilerfolg. Trotz des Gerichtsurteils werde sich der Energieversorger weiter mit aller Kraft gegen Hinkley Point C und andere AKW-Projekte in Europa engagieren.

www.greenpeace-energy.de

Intelligente Technologien wieder Schwerpunkt auf der E-world

06.10.2016 Die nächste E-world energy & water vom 7. bis 9. Februar 2017 steht erneut im Zeichen von Smart Energy. In diesem Ausstellungsbereich werden über 150 Unternehmen und Institutionen auf Europas Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft intelligente und effiziente Lösungen zur Energieerzeugung, Energiespeicherung, Stromübertragung und Verbrauchssteuerung präsentieren. Energy Storage, Smart City und IT-Security bilden einen besonderen Schwerpunkt in den Hallen 6 und 7 der Messe Essen.

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Bild: E-world energy & water

Ihre Messepremiere auf der E-world 2017 haben unter anderem das schweizerische Unternehmen Swisscom Energy Solutions und die Außenwirtschaftsagentur der Bundesrepublik Deutschland Germany Trade & Invest. Außerdem vertreten das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Deutsche Energie-Agentur, Robert Bosch, die KfW Bankengruppe, Telefonica Germany und Zeppelin Power Systems. Mit zwei begleitenden Fachforen soll der Ausstellungsbereich Smart Energy zum Treffpunkt für Wissenstransfer und Austausch werden. Gemeinsam mit dem Digitalverband BITKOM sowie dem ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie wird das Smart Tech Forum veranstaltet. Auf dem Programm steht unter anderem das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiierte Pilotprojekt Einsparzähler. Weitere Themen sind Big Data, Energiespeicher, IT-Sicherheit und Smart Grids. Im parallel stattfindenden Energy Transition Forum geht es unter anderem um Energiemanagement und Contracting, E-Mobilität sowie Energieeffizienz. Außerdem gibt es wieder einen Themenblock zur Marktsituation in Deutschland und Frankreich, der von der Europäischen Strombörse EPEX Spot und dem Deutsch-Französischen Büro für erneuerbare Energien gestaltet wird.

www.e-world-essen.com

Prsymian präsentiert neue Kabellösung für Energieversorgungsnetze

Bild: Prsymian
Bild: Prsymian

06.10.2016 Mit dem 600 kV Kabelsystem P-Laser hat die Prysmian Group seine neue Technologie für die Entwicklung von Energieversorgungsnetzen vorgestellt, die umweltverträglicher, leistungsfähiger und günstiger als bisher verfügbare Lösungen sein soll. Bei der P-Laser Technologie wird ein als HPTE (High Performance Thermoplastic Elastomer) bekanntes, intern entwickeltes thermoplastisches Material verwendet. Dadurch soll eine effizientere und ökologisch verträglichere Kabelproduktion möglich sein als dies mit gebräuchlichen VPE-Kabel (vernetztes Polyethylen) der Fall ist. Die Herstellung erfolgt in einem durchgehenden Verfahren und kommt ohne chemische Reaktionen aus, um die für die dauerhafte elektrische Integrität von HGÜ-Isolierungen notwendigen Eigenschaften zu erreichen. Als weitere Vorteile nennt das Unternehmen kürzere Produktionszeiten, ein geringerer Energieverbrauch und somit ein niedrigerer Ausstoß an Treibhausgasen. Zudem ist die P-Laser Technologie laut Unternehmen vollständig kompatibel mit bestehenden Kabel- und Zubehörtechnologien und soll im Vergleich zu herkömmlichen Kabeln mit VPE-Isolierung eine verbesserte elektrische Leistung und eine höhere Zuverlässigkeit bieten.

www.prysmiangroup.com

Baustart für Erweiterung des WEMAG-Batteriespeichers

05.10.2016 Mit einem feierlichen Spatenstich und im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel startete die WEMAG AG heute die Bauarbeiten für die Erweiterung des Schweriner Batteriespeichers. Ziel des Projekts ist es, die verfügbare Leistung für Systemdienstleistungen zu erhöhen. So soll im Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die künftige Abschaltung alter Kraftwerke die Versorgungsqualität und Netzstabilität sichergestellt werden. Mit dem neuen Bauabschnitt „Schwerin2“ könne die Leistung des Speichers von fünf Megawatt auf zehn Megawatt verdoppelt und die Kapazität von fünf Megawattstunden auf 14,5 Megawattstunden knapp verdreifacht werden, so der mecklenburgische Energieversorger. Errichtet wird die Erweiterung in einem etwa 20 mal 15 Meter großen Gebäudeteil, der zusätzliche Batterien, Transformatoren und Leistungselektronik enthalten soll.

Bild: WEMAG
Bild: WEMAG

WEMAG errichtet den Speicher als Generalunternehmer des Projekts für die Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG. Eine eigens gegründete Unternehmenseinheit übernahm die Planung der Erweiterung und überwacht künftig die Bauarbeiten. Möglich wurde dies durch die Kooperation mit dem Berliner Technologieunternehmen Younicos, das den Batteriespeicher ursprünglich entwickelte und durch vorhandenes Know-how der WEMAG im Bereich Netzanlagen-Errichtung. Younicos unterstützt die WEMAG bei diesem Projekt und stellt die notwendige Software zur Anlagensteuerung bereit. Weiterhin übernimmt der Berliner Speicherhersteller die Integration der zusätzlichen Leistungselektronik.

www.wemag.com

Forschungsprojekt GreenCom: Das flexible Mitmach-Stromnetz

04.10.2016 Unter der technischen Leitung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT wurde das von der Europäischen Kommission geförderte Forschungsprojekt GreenCom nach 42-monatiger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Als Ergebnis steht nun ein »Smart Energy Monitoring and Control System« zum Netzlast-Management regionaler Stromnetze zur Verfügung. Umgesetzt und erprobt wurde das System auf der dänischen Insel Fur: Hier wurde eine Testumgebung mit 29 Haushalten installiert, die unter anderem Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Smart-Home-Installationen integriert.

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Bild: Fraunhofer FIT

Durch eine Datenanalyse wurden Verbrauchsdaten über Gerätetypen und -orte bereitgestellt sowie kurzfristige Vorhersagen (bis zu vier Stunden im Voraus) ermöglicht. Auf diese Weise konnte der Energieaustausch planbar gemacht werden. Durch die zeitversetzte Steuerung von Großverbrauchern in Haushalten wurden Lastspitzen vermieden. Darüber hinaus wurden die gesammelten Prognose- und Verbrauchsdaten auch zur Analyse von bestehenden sowie zur Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen verwendet. GreenCom wurde von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) gefördert. Das GreenCom Projekt wurde vom Istituto Superiore Mario Boella (ISMB) aus Italien koordiniert. Neben Fraunhofer FIT waren EnergiMidt A/S, Actua A/S, Tyndall National Institute und In-JeT ApS als dänische Partner sowie Sensing & Control Systems (Spanien) und University College Cork (Irland) am Konsortium beteiligt.

www.greencom-project.eu

GE und Max Bögl planen den Bau der welthöchsten Windenergieanlage mit integriertem Pumpspeicher

30.09.2016 GE Renewable Energy hat bekannt gegeben, einen Liefervertrag mit der Max Bögl Wind AG für die Bereitstellung und Inbetriebnahme der welthöchsten und ersten Windenergieanlage mit Pumpspeicher unterschrieben zu haben. Das Projekt wird in Gaildorf, im Schwäbisch-Fränkischen Wald in den Limpurger Bergen, umgesetzt. Es umfasst vier der neuen 3.4-137 Windenergieanlagen von GE und ein 16-MW-Pumpspeicherkraftwerk, das unter einem getrennten Vertrag zwischen Max Bögl, Naturspeicher und Voith bereitgestellt wird. Sockel und Turmfundamente jeder WEA werden als Wasserspeicher genutzt, wodurch sich die Turmhöhe um 40 Meter erhöht. Mit insgesamt 246,5 Metern werden die Windenergieanlagen nach der Installation die bis dato weltweit höchsten Anlagen sein. Die 3.4-137 Anlagen von GE werden auf einer Nabenhöhe von 178 Metern installiert. Die unteren 40 Meter der Türme und das umliegende Gebiet werden als aktive Wasserreservoirs zur Energiespeicherung genutzt. In einem nahe gelegenen Tal, etwa 200 Höhenmeter unterhalb der Windenergieanlagen, werden zusätzlich ein See und eine Pumpspeicheranlage mit 16 MW angelegt. Bei Spitzenbedarf und hohen Strompreisen geht das Wasserkraftwerk in Betrieb. Bei niedriger Stromnachfrage und niedrigeren Preisen befindet sich das Wasserkraftwerk im Pumpmodus: es pumpt und speichert Wasser – und damit Energie – im oberen Reservoir für die spätere Nutzung. Während die von den WEA und dem Pumpspeicher direkt produzierte Energie ins umliegende Netz eingespeist wird, stellt die Nutzung der gespeicherten Wasserkraftkapazität zum Ausbalancieren der schwankenden Windenergieproduktion den Nettoeffekt dar. So kann die Energie zu verschiedenen Zeiten des Tages optimal genutzt werden.

www.ge.com/de

Vorschläge für SüdLink

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Bitte klicken zum Vergrößern. Bild: TransnetBW

28.09.2016 Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW haben heute die Vorschläge für mögliche Erdkabelkorridore der Gleichstromverbindung SuedLink veröffentlicht. Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH, machte klar: „Wir planen SuedLink als reine Erdkabelverbindung.“ Diese möglichen Erdkabelkorridore werden nun der Öffentlichkeit vorgestellt: Jetzt startet die Bürgerbeteiligung, bei der die Planungen erklärt und die Vorschläge diskutiert würden. Die Fertigstellung von SuedLink sei für 2025 geplant. TenneT und TransnetBW wollen den Genehmigungsantrag auf Bundesfachplanung im ersten Quartal 2017 bei der Bundesnetzagentur einreichen.

www.transnetbw.de

Batteriespeichersystem für italienische Insel

27.09.2016 Siemens hat für den italienischen Energieversorger Enel auf der Mittelmeerinsel Ventotene ein Batteriespeichersystem vom Typ Siestorage schlüsselfertig installiert. Das auf Lithium-Ionen-Batterien basierende Speichersystem hat eine Leistung von 500 kW und eine Speicherkapazität von 600 kWh. Alle Komponenten wurden direkt in das Inselnetz integriert und sollen durch intelligente Steuerung den Betrieb des gesamten Energiesystems. Zusätzlich stabilisiert Siestorage über integrierte Umrichter die Frequenz und Spannung des Inselnetzes.

Zum Lieferumfang gehören auch die Transformatoren und Niederspannungsschaltanlagen. Die 153 Hektar große Mittelmeerinsel Ventotene liegt etwa 100 Kilometer südlich von Rom und ist nicht an das nationale italienische Stromnetz angeschlossen. Die Stromversorgung der Insel sichern bislang vier Dieselgeneratoren und mehrere Photovoltaik-Anlagen. Die intelligente Steuerung für das Inselnetz, die gemeinsam mit Enel entwickelt wurde, sorgt für das Zusammenspiel von Speicher, Erzeugung und Verbrauch. Dadurch können vor allem die Dieselgeneratoren in einem effizienteren Betriebsmodus eingesetzt werden, da kurzfristige Lastspitzen zukünftig mit Strom aus dem Speicher abgedeckt werden sollen und nicht über die Generatoren.

www.siemens.com

Studie: Investitionsbedarf bei Stadtwerken steigt weiter

26.09.2016 Die Umsetzung der Energiewende und der daraus resultierende Strukturwandel im Energiemarkt erfordern umfangreiche Anpassungen. In der neuen Studie „Strukturwandel im Energiemarkt“, die das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V. an der der Universität Leipzig gemeinsam mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB) erstellt hat, wurden Stadtwerke dazu genauer befragt. Dabei sehen Stadtwerke (72,3 %) das Veränderungspotenzial vor allem im Vertrieb. So erwarten zwei Drittel eine Veränderung des Verbraucherverhaltens hin zu einer erhöhten Wechselbereitschaft und effizienteren Verbrauch. Darüber hinaus werden nach Meinung der Stadtwerke Prozess- und Kostenoptimierung, stärkere digitalisierte Vertriebsprozesse und Kooperationen eine wichtige Rolle spielen. 84 % der befragten Unternehmen erwarten einen hohen Investitionsbedarf in den Bereichen Wärme, erneuerbare Energien, Netzausbau und Netzdigitalisierung. Die Studie steht hier bereit.

www.wifa.uni-leipzig.de
www.dkb.de