„Das Ziel im Blick behalten”

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) sieht nach dem Kabinettsbeschluss zum Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (DigEG) einige Fortschritte, aber auch noch offene Fragen.

bne„Die Debatte ist stark auf das Thema Smart Meter verengt; wesentlicher ist aber, welchen Beitrag eine intelligente Vernetzung für eine effiziente Integration erneuerbarer Energien leisten kann”, betont bne-Geschäftsführer Robert Busch. Der bne hält dabei den Ansatz grundsätzlich für sinnvoll, für den Aufbau einer solchen Infrastruktur nur den notwendigen Rahmen gesetzlich vorzugeben. Um den Unternehmen nach der langen Phase völliger Unsicherheit Planungssicherheit zu geben, wurde hier allerdings sehr grundsätzlich und detailliert geregelt. „Weniger detaillierte und komplexe Vorgaben hätten es auch getan und zu einem kosteneffizienteren Ergebnis geführt”, so Busch.

Positiv hervorzuheben ist, dass auf Initiative des bne die Bedingungen für unabhängige Messstellenbetreiber im Vergleich zum ersten Gesetzentwurf verbessert wurden. Nach den ursprünglichen Plänen hätte ein unabhängiger Anbieter bei Bedarf seine Kunden innerhalb von drei Monaten auf ein intelligentes Messsysteme umrüsten müssen, während grundzuständigen Messstellenbetreibern dafür ein Frist von bis zu 16 Jahren eingeräumt wurde. „Dem Thema Messstellenbetrieb kommt in Zukunft eine wichtige Rolle zu, daher sollten gleiche Bedingungen zwischen den Marktparteien herrschen”, so Busch. Sinnvoll ist auch, dass nun Verbraucher mit weniger als 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ein Recht auf einen variablen Stromtarif ohne Aufpreis haben. Ein solcher Tarif ist die Voraussetzung dafür, dass etwa Verbraucher von der Entwicklung der Börsenstrompreise profitieren können.

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Bild: VOLTARIS