Die Zeiten ändern sich, die (Mess-)Werte bleiben

Mit einem praxisbewährten System will GÖRLITZ nicht nur Bestandskunden den Einstieg ins intelligente Messwesen erleichtern.

Hohe Sicherheitsanforderungen, Prozessimplementierung und -optimierung, sternförmige Kommunikation und Interimsmodelle in der Marktkommunikation, Gateway-Administation, Rollenausprägungen und Rolloutszenarien, Entscheidungen über „Make or buy”. Selten hat ein Unternehmensbereich bei Energieversorgern in Deutschland so viel und so tiefgreifenden Wandel erlebt, wie der Messstellenbetrieb derzeit. Selten sind von den Verantwortlichen in diesen Abteilungen so weitreichende Entscheidungen zu treffen gewesen, wie in diesen Jahren. Bei all dem Wandel gibt es jedoch eine Konstante: Wo Energie fließt, da sind auch belastbare Daten notwendig, um die Lieferung kaufmännisch abzuschließen.

Thorsten Causemann ist Bereichsleiter Vertrieb bei der GÖRLITZ AG
Thorsten Causemann ist Bereichsleiter Vertrieb bei der GÖRLITZ AG

Aus dem MSB wird der iMSB: Der Messstellenbetrieb ist längst intelligent geworden. Neben den klassischen RLM-Messstellen erfasst er nunmehr auch intelligente Messsysteme, überprüft, plausibilisiert. Abrechnungsfähige Daten werden sodann den nachfolgenden Anwendungen und Nutzern zur Verfügung gestellt. Noch bis 2020 erfolgt die Weitergabe von Messdaten an berechtigte Marktpartner gemäß den Prozessen der Interimsmarktkommunikation. Standen Messstellenbetreiber (MSB) und Verteilnetzbetreiber (VNB) mit den beschriebenen Aufgaben also bis dato noch an erster Stelle in der Wertschöpfungskette, so wird sich ab 2020 ein anderes Bild ergeben: Beide werden als externe Marktteilnehmer (EMT) aufgehen und sich in einem definierten Rahmen bewegen. Ihnen wird Arbeit abgenommen: Die Plausibilisierung und Bildung von Ersatzwerten soll bereits im Feld von Smart Meter-Gateways übernommen werden. Aber wer überwacht eigentlich die Messsysteme? Und wer prüft die Daten, die aus dem Feld hereinkommen? Sprich: Am Anfang aller Prozesse stehen verlässliche Daten. Und für die muss der MSB einstehen. Weiterhin wird er Werte an seine Marktpartner verteilen. Er ist dafür verantwortlich, dass Daten zuverlässig bei allen berechtigten Marktpartnern ankommen. Adressaten sind dann unter Umständen aber nicht nur, wie gewohnt, die Lieferanten, sondern auch jeder einzelne Haushalt. Die im Gesetz der Digitalisierung der Energiewende geforderte Visualisierung von Verbrauchswerten für Endkunden steht auch noch auf dem Aufgabenzettel der grundzuständigen Messstellenbetreiber.

Alle hier beschriebenen Aufgaben rund um den Messstellenbetrieb bei Stadtwerken und Energieversorgern sind das Kerngeschäft von GÖRLITZ. Seit 40 Jahren bietet das Koblenzer Unternehmen Lösungen und Produkte für die sichere Erfassung, Übertragung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten aus Messstellen aller Energiearten und unterschiedlichste Gerätetechnologien. IDSpecto ist bei rund 300 Kunden in Deutschland im Einsatz. „Bestandskunden haben es sehr leicht“, bemerkt Thorsten Causemann, Bereichsleiter Vertrieb bei GÖRLITZ. „Im Prinzip ist im Bestandssystem alles bereits voreingestellt und kann bei Bedarf einfach nach und nach erweitert und abgerufen werden. Neukunden erhalten ein von der Praxis erprobtes System – quasi ohne Kinderkrankheiten.

Modularität

Die Software IDSpecto ist bereits bei rund 300 Kunden in Deutschland im Einsatz und beherrscht auch die Gateway-Administration
Die Software IDSpecto ist bereits bei rund 300 Kunden in Deutschland im Einsatz und beherrscht auch die Gateway-Administration

Durch die Nutzung uniformer Prozesse für den Betrieb und die Administration von Zählern aller Fabrikate beherrsche die Software prinzipiell bereits jede Komplexität im Feld, erläutert der Vertriebschef.

Erweitert man das Gesamtsystem um ein spezielles Head-End-System für intelligente Messsysteme, ist dies gleichermaßen für die Auslesung von Daten aus intelligenten Messsystemen gegeben. Notwendige kryptografische Operationen zur zertifikatsbasierten Entschlüsselung von signierten Messdaten gemäß der TR-03109 übernimmt ein vollständig integrierter „CryptoController“. Im IDSpecto.DAYOS werden die empfangenen Daten verarbeitet, auf Vollständigkeit überprüft, plausibilisiert und gegebenfalls formelbasierte Ersatzwerte gebildet. „Zu jeder Zeit hat der Anwender hierbei den vollen Überblick über die Datensätze und seine Aufgaben, erhält Statusinformationen und Hinweise zur Erfüllung von offenen Aufträgen. Automatisierte Prozesse und die intuitive Benutzerführung erleichtern die Arbeit“, sagt Thorsten Causemann. Im Bereich der Datenweiterleitung bietet DAYOS eine Vielzahl von Schnittstellen, die die aufbereiteten Daten den unterschiedlichsten Anwendungen (etwa Abrechnungssysteme, Energieportale) und Nutzern auf dem Energiemarkt zur Verfügung stellen.

Tragende Rolle für den MSB

Im GÖRLITZ Gesamtsystem behält der Messstellenbetreiber seine tragende Rolle. Er ist derjenige, der die angeschlossenen EMTs zur Ausübung ihrer Aufgaben befähigen kann. Die gesamte Funktionalität pro externem Marktteilnehmer wird innerhalb von IDSpecto individualisiert. Denn die Software ist mandantenfähig: Über eine Freischaltung oder Installation von Prozesspaketen lassen sich verschiedene Marktrollen des Energiemarktes als Mandant abbilden und in einem System verwalten. Selbstverständlich mit strikter Datentrennung. Ein speziell auf den EMT zugeschnittenes und kostengünstiges Hardware-Security-Modul (HSM) rundet das Gesamtsystem ab. „IDSpecto erfüllt damit höchste Ansprüche an die Integrierbarkeit innerhalb der MSB-IT Landschaft,“ fasst Thorsten Causemann zusammen.

Der MSB als GWA

GWA als Dienstleistung einkaufen? Oder selbst übernehmen? Die vieldiskutierte Fragestellung zum Thema Gateway-Administration ist letztlich ein Rechenexempel. Systemseitig ist das Thema unproblematisch, sagt Thorsten Causemann: „Die gelebte Prozessautomatisierung und die übersichtliche Darstellung aller Daten im IDSpecto gilt selbstverständlich auch für das IDSpecto.GWA-System. Die Konfiguration von Smart Meter-Gateways gelingt einfach und unkompliziert über geführte Prozesse. Die Einrichtung der für den Betrieb notwendigen Kommunikations-, Auswerte- und Zählerprofile erfolgt über Masken.“ Da lediglich die für den aktuellen Kontext benötigten Informationen abgefragt werden, sei die fehlerfreie Erfassung aller in den Tarifanwendungsfällen der TR-03109 geforderten Parameter damit garantiert. Alle vom Anwender zu bedienenden Prozesse können in Teilschritten, oder aber auch komplett automatisiert werden, indem Subsysteme wie Workforce-Management oder die Systeme der externen Marktteilnehmer an IDSpecto angebunden werden. Je nach Grad der gewählten Automatisierung ist also durchaus ein GWA-Betrieb als sogenannte „Blackbox“ machbar. Der Vorteil der Lösung ist für den GÖRLITZ-Vertriebsleiter klar: Die Datenhoheit bleibt beim Messstellenbetreiber.

GÖRLITZ AG Stand 3-414

Kontakt: GÖRLITZ Aktiengesellschaft, Thorsten Causemann, 56070 Koblenz, Tel. +49 261 9285-0, thorsten.causemann@goerlitz.com

Bilder: GÖRLITZ AG