Erweiterung des WEMAG Batteriespeichers

Im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel startete die WEMAG am 5. Oktober feierlich die Bauarbeiten für die Erweiterung des Schweriner Batteriespeichers.

Damit wird die Leistung von fünf MW auf zehn MW verdoppelt, die Kapazität wird von fünf Megawattstunden auf 14,5 MWH knapp verdreifacht. Die Erweiterung wird in einem etwa 20 mal 15 Meter großen Gebäudeteil errichtet, der zusätzliche Batterien, Transformatoren und Leistungselektronik enthalten wird. Ziel des Projekts ist es, die verfügbare Leistung für Systemdienstleistungen zu erhöhen.

Der zweite Großspeicher soll im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen. Bild: WEMAG
Der zweite Großspeicher soll im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen. Bild: WEMAG

„Gerade im Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die künftige Abschaltung alter Kraftwerke ist es notwendig, in Technologien zu investieren, die nicht nur den Strombedarf decken, sondern auch die Versorgungsqualität und Netzstabilität sicherstellen“, so Minister Christian Pegel bei der Zeremonie. Im September 2014 nahm die WEMAG den ersten kommerziellen Batteriespeicher in Betrieb, der seitdem mehr als 1.500 internationale Fachbesucher anzog. Das Batteriespeicherkraftwerk wird aktuell zur Frequenzstabilisierung in der Primärregelleistungsvermarktung eingesetzt und hat sich hier nach Auskunft der Betreiber nachhaltig bewährt. „Der Schweriner Batteriespeicher hat als erste kommerzielle Großanlage den Nachweis des wirtschaftlichen Betriebs erbracht und hat daher schon einige Nachahmer in Deutschland gefunden“, erklärte Pätzold. „Künftig wird der WEMAG- Speicher auch in weiteren Anwendungsfeldern eingesetzt, aktuell laufen Forschungsvorhaben zu Schwarzstart und Netzwiederaufbau“, so der technische Vorstand. Auch für Sekundärregelleistung und Blindleistungsbereitstellung eignet sich die Anlage. Die zusätzliche Erweiterung der Kapazität soll dazu beitragen, diese Anwendungsfelder parallel zur bestehenden Primärregelleistung zu ermöglichen.

Vom Speicher-Betreiber zum Speicher-Errichter

Mit dem Baubeginn startet bei der WEMAG auch ein neues Geschäftsfeld: Künftig wollen die Schweriner im Anlagenbau aktiv werden. Bild: WEMAG
Mit dem Baubeginn startet bei der WEMAG auch ein neues Geschäftsfeld: Künftig wollen die Schweriner im Anlagenbau aktiv werden. Bild: WEMAG

Der mecklenburgische Energieversorger WEMAG ist Generalunternehmer des Projekts. Kunde ist die Batteriespeicher Schwerin. Eine eigens gegründete Unternehmenseinheit übernahm die Planung der Erweiterung und überwacht künftig die Bauarbeiten. „Wir errichten den Speicher wie für einen Kunden und demonstrieren künftigen Projektpartnern oder Investoren unsere Fähigkeiten in der Anlagenerrichtung“, erläutert Pätzold. Der Baustart wird somit auch zum Startschuss für ein neues Geschäftsfeld. Möglich wurde dies durch die Kooperation mit dem Berliner Technologieunternehmen Younicos, das den Batteriespeicher ursprünglich entwickelte und durch vorhandenes Know -how der WEMAG im Bereich Netzanlagen-Errichtung. Younicos unterstützt die WEMAG bei diesem Projekt und stellt die notwendige Software zur Anlagensteuerung bereit. Weiterhin übernimmt das Berliner Unternehmen die Integration der zusätzlichen Leistungselektronik.

Für die Erweiterung ist ein Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro veranschlagt. „Wir können den Erweiterungsbau ohne weitere Fördermittel errichten, da wir von den Skaleneffekten aus dem ersten Bauabschnitt profitieren“, so Thomas Pätzold.

Nach dem Baustart im Oktober 2016 plant die WEMAG eine Fertigstellung der Gebäudehülle für den kommenden März und eine Inbetriebnahme des zweiten Kraftwerksblocks im Juni 2017.

Kontakt: WEMAG-Unternehmensgruppe, Michael Enigk, 19053 Schwerin,Tel. +49 385 7552289, presse@wemag.com