FZI: Datenschutzwächter sichert Smart Homes

21.04.2017 Kommen die Bewohner bald nach Hause, regelt sich die Heizung hoch, die Waschmaschine schaltet sich ein, wenn der Strom am günstigsten ist, und der Fernseher bietet ein individuelles Programm – Smart Homes können die Wohnqualität erhöhen und zur effizienteren Energienutzung beitragen. Aber die vernetzte Haustechnik birgt auch Gefahren: Sie bietet Angriffsflächen für Datendiebe. Wissenschaftler des FZI Forschungszentrums Informatik haben im Forschungsprojekt SHODAN gemeinsam mit den Partnern Martin Elektrotechnik GmbH und escos automation GmbH ein Gerät entwickelt, dass die Datenübertragung überwacht.

Foto: FZI Forschungszentrum für Informatik
Foto: FZI Forschungszentrum für Informatik

Der Datenschutzwächter ist ein kleiner quadratischer Kasten, den der Nutzer zwischen Smart-Home-Geräten und seinem Router anbringen kann. Dort überwacht er, welche Daten im Smart Home gesammelt und übertragen werden. Datenübertragungen einzelner Sensoren oder Geräte werden zu verständlichen Ereignissen zusammengefasst und dem Benutzer auf einer Web-Oberfläche angezeigt. Auf dieser Oberfläche kann der Benutzer gewünschte Datenflüsse erlauben und unerwünschte unterbinden. Erkennt der Datenschutzwächter neue oder ungewöhnliche Datenflüsse, wird der Benutzer gewarnt und gefragt, ob er diese zulassen will. „Der Datenschutzwächter prüft auch permanent, ob von den zur Weitergabe bestimmten Daten zwar nicht einzeln, aber in ihrer Kombination dennoch sensible Informationen abgeleitet werden können, die der Benutzer gar nicht weitergeben möchte.“, sagt Dr. Matthias Huber, Leiter des FZI Living Labs smartSecurity. Ist es unerlässlich, Daten aus dem Smart Home über das Internet zu übertragen, beispielsweise bei der Sturzerkennung in der Altenpflege, bietet der Datenschutzwächter darüber hinaus eine weitere wichtige Funktion: Er kann Daten auch so verschlüsseln, dass sie nicht von Dritten mitgelesen werden können.

Das Gerät ist momentan noch ein Prototyp. „Marktreif wird der Datenschutzwächter voraussichtlich in ein bis zwei Jahren sein“, schätzt Huber. Das fertige Produkt wollen die Projektpartner Martin Elektrotechnik GmbH und escos automation GmbH auf den Markt bringen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt SHODAN mit rund 600.000 Euro im Rahmen von KMU-innovativ.

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