HGÜ-Verbindung: Großprojekt in den Pyrenäen

Siemens setzt Konverterstationen zwischen Frankreich und Spanien in Betrieb

Während die öffentliche Debatte um den Bau von Höchstspannungsleitungen in Deutschland weiterhin den Netzausbau blockiert, geht es in anderen Ländern voran. Siemens installiert derzeit die nach eigenen Angaben leistungsstärkste Anlage mit Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) auf Basis selbstgeführter Stromrichter als Koppelverbindung zwischen Frankreich und Spanien. Mit ersten Tests startete Siemens im April. Die HGÜ-Verbindung soll Mitte 2015 ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen und die Stromaustauschkapazität auf 2800 Megawatt verdoppeln.

Damit gewinnt der deutsche Industriekonzern weitere Erfahrungen mit der HGÜ-Technik, mit der große Mengen Strom über weite Strecken mit geringen Verlusten übertragen werden kann. In Deutschland werden HGÜ bisher nur in Form von Seekabeln bei der Anbindung von Offshore- Windparks verwendet. In den USA, China oder in skandinavischen Ländern werden HGÜ bereits über Land in Form von Freileitungen und Erdkabeln eingesetzt.

Das HGÜ-System zwischen Spanien und Frankreich hat nach Angaben von Siemens auch Modellcharakter für die Vernetzung des europäischen Strommarkts. Die 65 Kilometer lange Anlage zwischen dem französischen Baixas und Santa Llogaia in Spanien an den Südausläufern der Pyrenäen kann eine Leistung von 2000 Megawatt in beide Richtungen übertragen. Die Umkehr der Energieflussrichtung ist innerhalb von 150 Millisekunden möglich. Das Investitionsvolumen beträgt rund 700 Millionen Euro.