Die Prüfsteckleiste WIPRO verfügt über zwei Kontaktstiftlängen für unterschiedliche Kontaktierungsstufen, die werkseitig individuell eingestellt werden.

Modulare Prüftechnik

In der Zusammenarbeit zwischen TEN Thüringer Energienetze und Weidmüller entstand ein Produkt für die Anforderungen der Praxis.

Bei der Entwicklung des neuen Prüfsystems arbeiteten Hersteller und Anwender zusammen
Bei der Entwicklung des neuen Prüfsystems arbeiteten Hersteller und Anwender zusammen

Die Netzschutztechnik in Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen überwacht das Energienetz auf Überlast, Erd- und Kurzschlüsse, Differentialverhalten und andere Parameter und dient damit unmittelbar der sicheren Energieversorgung. Allerdings müssen diese Schutzeinrichtungen bei Inbetriebnahmen sowie im laufenden Betrieb hinsichtlich ihrer Funktion geprüft werden. Bei der TEN Thüringer Energienetze, einem Unternehmen der E.ON Thüringer Energie, suchte man hierfür nach einem einheitlichen Standardsystem, das die Möglichkeit zur Anpassung und dementsprechend hohe Flexibilität bietet. Nach einem Innovationsworkshop mit der Firma Weidmüller, die seit Jahrzehnten mit Produkten für die Prüfung von Schutzeinrichtungen am Markt präsent ist, entstand die neue Prüfsteckleiste WIPRO (Weidmüller Interface for PROtection Relais), die mit ihrem modularen Aufbau von bis zu 19 Anschlusspunkten sämtliche Prüfschaltungen in ihren verschiedenen Varianten abdeckt. Regelmeetings während der Entwicklung haben dazu beigetragen, dass die Anforderungen aus der Praxis nahtlos in die Produktlösung einfließen konnten. Bei deren Einsatz hat Weidmüller die TEN während der gesamten Testphase und Inbetriebnahme einer Verteileranlage in Pausa im Vogtland betreut.

Das Ergebnis überzeugte das Entwicklerteam von TEN: Neben dem flexiblen Aufbau bietet WIPRO in puncto Anschlusstechnik und Markierung die Vorzüge einer Reihenklemme. Außerdem kommt dem Netzbetreiber die frei wählbare Einbaumöglichkeit auf die Tragschiene oder in die Schaltschrankfront entgegen. TEN hat sich für den Fronteinbau entschieden, sodass im Betrieb jederzeit Prüfarbeiten durchgeführt werden können, während der Schaltschrank sicher verschlossen bleibt.

Die Prüfsteckleiste WIPRO verfügt über zwei Kontaktstiftlängen für unterschiedliche Kontaktierungsstufen, die werkseitig individuell eingestellt werden.
Die Prüfsteckleiste WIPRO verfügt über zwei Kontaktstiftlängen für unterschiedliche Kontaktierungsstufen, die werkseitig individuell eingestellt werden.

Über Kodierelemente ordnen die Servicetechniker heute die Prüfadapter den verschiedenen Schaltungen zu, stecken dann einfach den passenden Stecker samt bereits angeschlossenem Testgerät auf die Basiseinheit und können sogleich die Prüfung durchführen. Einmal gesteckt, verhindert die selbsttätige Verriegelung in der Basiseinheit ein ungewolltes Lösen des Prüfsteckers während der Schutzrelaisprüfung. Eine unzulässige Umverdrahtung an der Prüfsteckleiste macht der integrierte Schutz der Anschlüsse mit einer Verplombung sofort sichtbar. Funktionen wie automatisches Kurzschließen oder Längstrennung sind in dem Schnittstellensystem bereits enthalten. Mit zwei voreilenden Kontaktierungsstufen lassen sich darüber hinaus bestimmte Auslösepfade vor dem Kurzschließen der Stromwandler und dem Trennen der Spannungswandler deaktivieren, um Prüfungen im „Online Modus“ durchführen zu können.

Der Prüfstecker ist nach Auskunft des Herstellers in zwei unterschiedlichen Kontaktierungsstufen lieferbar. Die Grundeinheit ist verfügbar in zwei Montagevarianten: Die Basiseinheit ist für TS35-Profilschienen- und Wandausschnittmontage für das Mittelelement geeignet. Sie ist wahlweise mit Zugbügel- oder Zugfederanschluss erhältlich und integriert einen plombierbaren Manipulationsschutz der Anschlusselemente. Die Beschaltung des Prüfsteckers für den Kurzschluss der Stromwandler beziehungsweise das Durchschleifen von Signalen erfolgt über standardisierte Querverbindungen (steckbar in Quer- und/oder Längsrichtung), eine Abdeckhaube sorgt ab Werk für Unzugänglichkeit. Der kodierbare Prüfstecker lässt sich den individuell kodierten Basiseinheiten für die Schutzrelais zuordnen.

Kontakt: Weidmüller GmbH & Co. KG, 32758 Detmold, Ralf Henke, Tel. +49 2232 9399577, Ralf.Henke@weidmueller.de

Bilder: Weidmüller