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Transparenz als Service

Die Energieversorgung Leverkusen richtet ein Onlineportal für tagesaktuelle Verbrauchsanalysen ein.

Zu welcher Tageszeit wird besonders viel Strom benötigt? Wie hoch ist der Verbrauch einzelner Maschinen? Antwort auf diese Fragen bekommen die Geschäftskunden der Energieversorgung Leverkusen (EVL) über das Onlineportal EVL-EnergiedatenMonitor. Im Rahmen des Business Partner-Programms bietet der Leverkusener Energieversorger seinen Geschäftskunden individuelle Lösungen und Services an. Der EVL-Energiedatenmonitor ist ein solches Angebot und richtet sich speziell an die Energiemanager im Unternehmen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit den Überblick über eine Fülle von Daten behalten und diese unter verschiedenen Fragestellungen analysieren müssen. Diese Möglichkeit bietet das Onlineportal, in dem sich die Kunden nach Anmeldung jederzeit örtlich und zeitlich unbegrenzt die Verbrauchsdaten ihres Betriebs anschauen können.

Christian Wiedemann, Vertriebsleiter bei KBR
Christian Wiedemann, Vertriebsleiter bei KBR

Für die technische Umsetzung der cloudbasierten Portallösung arbeitete die EVL mit der KBR Kompensationsanlagenbau zusammen: Das Schwabacher Unternehmen wurde 1976 gegründet und ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen, das Produkte und Dienstleistungen rund um das Energiemanagement anbietet. Dazu zählen Blindstromkompensationsanlagen und Energieoptimierungssysteme. KBR hat mit visual energy 4 eine Software entwickelt, die Verbrauchsdaten im gängigen MSCONS-Format ausliest und Lastgangprofile anschaulich darstellt. MSCONS ist die Abkürzung für Metered Services Consumption report message und das für den Datenaustausch im liberalisierten Energiemarkt vorgeschriebene Nachrichtenformat zur standardisierten Übertragung von Lastgang- und Zählerdaten. Dabei – so die Projektpartner – sei die Lösung deutlich günstiger und einfacher zu implementieren als ähnliche Produkte großer Softwarekonzerne.

Einfache Umsetzung

Als Besonderheit des Systems lobt die EVL insbesondere den geringen Aufwand für alle Beteiligten: „Als Energieversorger verfügen wir bereits über die wichtigsten Daten. Deshalb müssen beim Kunden für die Lastgangsanalyse keine zusätzlichen Messgeräte installiert werden“, erklärt Olaf Skandera, Projektmanager für den EVL-Energiedaten- Monitor. Wo allerdings tiefergreifende Analysen der Energieströme erwünscht sind, können jederzeit auch weitere Zähler und Messstellen eingebunden werden.

Olaf Skandera,Projektmanager EVL
Olaf Skandera,Projektmanager EVL

Im Tagesgeschäft muss der Leverkusener Versorger lediglich den Zugriff zur Cloud für die Geschäftskunden einrichten. „Für jeden Nutzer ist es notwendig, einen Account sowie einen Zählpunkt mit der dazugehörigen ID anzulegen“, erklärt Christian Wiedemann, Vertriebsleiter bei KBR. Der Nutzer braucht nur seine Zugangsdaten und muss weder eigene Infrastruktur noch entsprechendes IT-Know-how in der eigenen Firma aufbauen. Um die Datenverarbeitung, System administration und Datensicherheit kümmert sich die EVL. Das minimiere Kosten für das Energiemanagement im Unternehmen und gewährleiste zugleich hohe Verfügbarkeit.

Auf Wunsch kann die Lösung auch als geschlossenes Single-System im Unternehmen implementiert werden. Diese unternehmensinterne Variante eignet sich besonders für Betriebe, die aufgrund ihrer Größe ein Energiedatenmanagement mit vielen Messstellen aufbauen oder die Speicherung ihrer Daten auf den eigenen Servern bevorzugen.

Das visual energy-System fragt per ORDERS im Rechenzentrum nach den dort hinterlegten Daten und erhält diese per MSCONS. Da dieser Prozess automatisch zyklisch im Hintergrund abläuft, erhält der Kunde täglich aktualisierte Energiedaten. „Die Software wandelt die Daten anschließend in anschauliche Diagramme um, damit die Nutzer auf den ersten Blick erkennen können, wie sich ihre Verbräuche entwickelt haben“, so Wiedemann weiter. So lässt sich etwa einfach ablesen, wie hoch jeweils der Gesamtverbrauch ist oder zu welcher Tageszeit wie viel Strom benötigt wird.

Tiefergehende Verbrauchsanalysen möglich

Die Nutzer des EVL-EnergiedatenMonitor erhalten über die visual energy 4-Software einen einfachen Überblick über ihre Lastgangdaten.
Die Nutzer des EVL-EnergiedatenMonitor erhalten über die visual energy 4-Software einen einfachen Überblick über ihre Lastgangdaten.

Die unkomplizierte Einrichtung sowie die intuitive Bedienbarkeit haben bereits zahlreiche EVL-Geschäftskunden überzeugt: Mittlerweile nutzen rund 70 Unternehmen mit 150 Lieferstellen die Cloudlösung. Diese lassen sich neben dem Stromverbrauch auch andere Daten anzeigen: „Für alle von der EVL gelieferten Medien wie Wasser oder Erdgas genauso wie für werksinterne Medien, zum Beispiel Prozessgase, ist die Datenverarbeitung und Anzeige möglich“, so Skandera. Daneben möchten zahlreiche Kunden ihre Analysemöglichkeiten erweitern. „Deshalb bieten wir auch den Verleih und Verkauf von Messgeräten an, um Daten von weiteren Medien bereitzustellen oder tiefergehende Analysen zu ermöglichen“, so der Projektleiter weiter. Dabei arbeitet die EVL ebenfalls mit KBR zusammen, die die benötigte Messtechnik sowie weitere Geräte zur genaueren Analyse und Verbrauchsreduzierung liefern. Diese sind auf visual energy 4 abgestimmt und lassen sich einfach in das Messnetzwerk integrieren.

Die EVL selbst ist mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit mit KBR zufrieden: „Die Umsetzung der Marktkommunikation im MSCONS-Format war von besonderer Bedeutung. Das hat problemlos funktioniert“, meint Skandera. Für die Zukunft sieht er weitere Möglichkeiten, mit dem Schwabacher Unternehmen zusammenzuarbeiten.

Kontakt:
Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co. KG, Olaf Skandera, 51371 Leverkusen, Tel.: 0214 8661-455, olaf.skandera@evl-gmbh.de
KBR Kompensationsanlagenbau GmbH, 91126 Schwabach, Tel.: 09122 6373-0, Fax: 09122 6373-83, info@kbr.de

Bilder: Matthias Schulte/pixelio; EVL