Energieberatung aus dem Hörsaal

YES Consulting-Young Energy Students basiert auf einem deutschlandweiten Netzwerk aus Studenten der Energiebranche. Foto: ISDiva /pixabay

Die studentische Unternehmensberatung YES Consulting bietet mit einem deutschlandweiten Netzwerk Projektarbeit und Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis bei energiewirtschaftlichen Fragestellungen.

YES Consulting ist ein gemeinnütziger Verein und ist die erste und bislang einzige studentische Unternehmensberatung für die Energiewirtschaft in Deutschland. YES steht für Young Energy Students, also junge Energiestudenten, und das beschreibt diesen Verein bereits sehr genau. Denn hinter dem Namen steht ein Team aus Studenten und Absolventen unterschiedlicher Fachrichtungen und Hochschulen aus ganz Deutschland, die sich alle auf die Energiewirtschaft spezialisiert haben. Bis dato ist der Verein mit 25 Mitgliedern an zehn Hochschulen in Deutschland vertreten. „Ziel von YES Consulting ist, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis in Bezug auf energiewirtschaftliche Fragestellungen zu fördern. Dabei wollen wir unseren Mitgliedern ermöglichen, neben ihrem Studium Projekterfahrung in der Energiewirtschaft zu sammeln und sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten“, erklärt Thomas Schönland, der seit Januar 2017 Vorstandvorsitzender des Vereins ist. „Neben der Spezialisierung auf Projekte in der Energiewirtschaft ist unsere dezentrale Vereinsstruktur ein Merkmal, das uns auszeichnet. Durch die Online-Zusammenarbeit ermöglichen wir eine Mitgliedschaft, die unabhängig vom Hochschulstandort und Auslandsaufenthalten ist.“ Darüber hinaus unterhält der Verein ein weitläufiges YES-Netzwerk, welches neben der Vereinsarbeit für Fragen, Quellen, Kontakte und generell eine kontinuierliche Weiterbildung der Mitglieder genutzt und gepflegt wird. Schönland selbst ist Masterstudent am KIT in Karlsruhe mit dem Fach technische Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Energiewirtschaft und ist seit 2013 dabei.

Thomas Schönland, Vorstandsvorsitzender studiert am KIT in Karlsruhe. Foto: YES Consulting e.V.

Gegründet wurde der Verein 2011 von drei Berliner Studenten, die im Rahmen des Holzmarkt Projekts eine Planung für eine Kommune gemacht hatte, die über eine autarke Energieversorgung verfügen wollten. „Weil das Projekt damals so gut lief, haben sich die Studenten entschlossen, diesen Verein zu gründen. Sie wollten auch anderen Studenten mit Interesse am Energiesektor ermöglichen, durch solche Projektarbeit einen Einblick in die Branche zu erhalten und erste Erfahrungen zu sammeln“, so Nicolai Beerheide, Ressortleiter für IT und EDV und ehemaliger Vorstandsvorsitzender sowie ehemals Vorstandsmitglied.

Zielgruppe Stadtwerke und Versorger

Der Verein ist thematisch breit aufgestellt und befasst sich mit jeglicher Art von energiewirtschaftlichen Fragestellungen, die in verschiedenen Organisationen aufkommen und unternehmerische Entscheidungen wesentlich beeinflussen können. „Das kann zum Beispiel ein kleiner Betrieb sein, der gern eine PV Anlage installieren möchte und sich fragt, ob dies eine sinnvolle Investition darstellt, was dabei beachtet werden muss und wie er vorgehen muss. Dafür erstellen wir dann ein Konzept“, erzählt Nicolai Beerheide. „Genauso setzen wir Projekte um mit Unternehmen, die in der Energiewirtschaft stehen und die bei bestimmten Projekten mehr Kapazitäten brauchen. Wir können also auch ad hoc auf ein Projekt aufspringen, was bereits besteht und dabei unterstützend tätig sein.“ Das ganze spiele sich im Beratungsspektrum ab. Und wie bei einer großen Beratung schaut sich das Team das Projekt erstmal an, bestimmt den Arbeitsaufwand und legt daraufhin einen Tagessatz fest. „Der ist dann natürlich wesentlich geringer als bei professionellen Beratungen“, sagt Beerheide.

Bei YES kümmert sich zunächst die Vorstandsebene um die Akquisition von Projekten. Diese werden dann intern im Netzwerk ausgeschrieben. „Hier kann sich dann jedes interessierte Mitglied online auf die Projekte bewerben. Unser deutschlandweites Netzwerk kommt uns da zugute, da sich die Mitglieder gezielt auf Projekte in ihrem Umfeld bewerben können, was die eigentliche Projektarbeit vor Ort natürlich erleichtert“, so Schönland, „Zudem haben dann die jeweiligen Unternehmen auch Ansprechpartner vor Ort.“ Hat sich ein passendes Projektteam zusammengefunden geht es dann aus dem eigentlichen Verein raus und gründet eine Projekt-Gbr, die dann das Projekt mit dem Kunden umsetzt. „Das Projekt-Team besteht natürlich nicht aus Profis und arbeitet sehr frei. Darauf sind die Projekte aber auch angelegt. Denn was wir bieten wollen, sind frische Ideen von interessierten Studenten, die die Aufgaben und Probleme daher auch aus einer ganz anderen, frischen Perspektive forschungsnah betrachten können“, so Schönland weiter.

Projekterfahrung und Zukunftsperspektive

Nikolai Beerheide, Ressortleiter für IT und EDV. Foto: YES Consulting e.V.

Seit Gründung hat YES Consulting bereits im Rahmen von Projekten mit verschiedenen namhaften Unternehmen im Energiesektor zusammengearbeitet. So hat der Verein ein Projektkonzept für eine Personalmarketing-Studie für die DVGW Arbeitsgruppe Nachwuchsförderung NRW erstellt, die BDW Nachwuchsinitiative bei der Durchführung auf dem BDEW Kongress 2017 unterstützen sollte und einen Businessplan für das StartUp Changers erstellt. Darüber hinaus hat das Team um Schönland eine Studie im Auftrag des EW Medien und Kongresse zum Thema „Arbeitgeberimage von Stadtwerken – Wie sehen (ehemalige) Mitarbeiter den Arbeitgeber Stadtwerk?“ erstellt. Dabei wurden aktive und ehemalige studentische Mitarbeiter befragt. „Dieses Thema war uns besonders wichtig, da wir im Alltag regelmäßig mit Studenten zu tun haben, die nach dem Studium vor der Frage stehen „Wo soll ich hin? Und wer ist der richtige Arbeitgeber für mich?“, erklärt Schönland. Auch für die andere Seite sei dies von Interesse. „Viele der aktuellen Mitarbeiter bei den Stadtwerken gehen bald in Rente. In Zukunft werden die Stadtwerke und kommunalen Versorger daher neues Personal einstellen müssen, das für die anspruchsvolleren Fragestellungen der Energiewende, wie Smart Metering, Einspeisung von und Umgang mit erneuerbaren Energien und modernen technologischen Prozessen qualifiziert ist“, erklärt Beerheide. „Vor diesem Hintergrund ist es natürlich gut zu wissen, was einen als Arbeitgeber für diese Generation attraktiv macht und was man unter Umständen noch verbessern könnte.“ Der Verein suche darüber hinaus auch den Kontakt zu Stadtwerken, um für sich selbst Anreize und Feedback zurückzubekommen. „Wir wollen uns auf unsere potenziellen Kunden einstellen und daher fragen wir auch direkt bei den Versorgern nach, was wir verbessern können und welche Angebote überhaupt gefragt sind“, so Schönland.

Das aktuellste Projekt von YES Consulting heißt „Wohnheim goes green“. „Hier beschäftigen wir uns mit der Analyse des Nutzerverhaltens von Bewohnern in Studentenwohnheimen“, erzählt Nicolai Beerheide, der auch Leiter des Projektes ist. Der erste Projektkunde war ein Studierendenwerk in Ostdeutschland. Im ersten Schritt erstellte das Projektteam eine Studie, um den Status Quo des selbst eingeschätzten Energieverbrauchs und des Umgangs mit Strom und Heizung der Bewohner eines Studentenwohnheims zu ermitteln. Dies wurde dann mit dem tatsächlichen Energieverbrauch sowie dem gewünschten Stromverbrauch bzw. den Richtlinien des VDI verglichen und in Verhältnis gesetzt. Im zweiten Schritt sollen Maßnahmen entwickelt werden, um den Stromverbrauch der Studierenden im Wohnheim zu verbessern und ein Bewusstsein für Energieverbrauch zu schaffen. „Hier ist die erste Projektphase bereits umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen“, so Beerheide. „Das Wohnheim goes Green Projekt war für uns das erste bezahlte Projekt. Die vorherigen Projekte liefen pro bono, um unser Konzept erstmal aufzubauen und zu schauen was wir in welchem Umfang leisten und dem Kunden bieten können“, erklärt Beerheide. Nächstes Ziel von YES Consulting ist es nun, weitere Studentenwohnheime aber auch andere Betreiber großer Gebäudekomplexe für dieses Beratungsangebot als Kunden zu gewinnen.

Kontakt: YES Consulting e.V., Thomas Schönland, 10967 Berlin, Tel. 49 174 9161965, thomas.schoenland@yesconsult.de

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