Kooperation an der Datenbasis

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und der Energiedienstleister Clean Energy Sourcing (CLENS) arbeiten bei der Nutzung von Winderzeugungsdaten zusammen.

In Zeiten hoher Stromeinspeisung kommt es in Deutschland aufgrund zu geringer Netzkapazitäten und eines noch immer zu wenig flexiblen Energiesystems zu punktuellen Überlastungen des Stromnetzes. Insbesondere in Schleswig-Holstein, das den nördlichen Teil der TenneT Regelzone darstellt, muss der Übertragungsnetzbetreiber an windstarken Tagen häufig stabilisierende Netzeingriffe durchführen, um eine Überlastung einzelner Netzelemente zu verhindern. Beim sogenannten Einspeisemanagement wird die Einspeiseleistung von Windkraftanlagen reduziert und somit Überlastungen im Übertragungsnetz vermieden. Durch das Einspeisemanagement geht nicht nur wertvoller Strom aus regenerativen Quellen verloren, es entstehen aufgrund von Entschädigungszahlungen zudem Kosten, die sich über die Netzentgelte auf den Strompreis auswirken.

Wie TenneT und CLENS in einer gemeinsamen Presseinformation mitteilen, wollen sie das Engpassmanagement in der Region in Kooperation effizienter gestalten. CLENS ist als Direktvermarkter für zahlreiche Windenergieanlagen tätig und verfügt daher über weitreichende anlagenspezifische Informationen. „Über unser virtuelles Kraftwerk, das auf der von uns entwickelten Systemplattform EC24 basiert, steuern wir deutschlandweit flexible Erzeuger, Verbraucher und Speicher entsprechend den aktuellen und prognostizierten Marktpreisen auf den Kurzfrist- und Regelenergiemärkten sowie den Anlagen-Livedaten“, erläutert Daniel Hölder, Leiter Energiepolitik und Kommunikation bei CLENS. „Die Anlagen-Livedaten und Einspeiseprognosen liegen uns durchgehend vor.“ Diese Daten zur tatsächlichen und möglichen Erzeugung wird CLENS zukünftig online für TenneT bereitstellen – Echtzeitdaten aus Windanlagen mit einer installierten Leistung von über 800 MW. Diese Informationen helfen TenneT in zweierlei Hinsicht: Das Unternehmen kann zum einen besser einschätzen, mit welcher Leistung die Windkraftanlagen ohne Reduktion einspeisen würden und zum anderen mit welcher Leistung die Windkraftanlagen nach Beendigung des Einspeisemanagements die entsprechenden Netzknoten wieder belasten werden. „wWir können durch die digitale Datennutzung die Einspeisung der Windkraftanlagen noch genauer auf die Netzerfordernisse abstimmen und erreichen somit, dass wir das Stromnetz auch mit einem wachsenden Anteil an fluktuierendem Grünstrom sicher und wirtschaftlich betreiben“, sagt Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH.

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