„Der Zeitpunkt ist ideal“

Foto: HUSUMWind / AndreasBirresborn

Im Vorfeld der Husum Wind ist die Stimmung in der Branche gut.

Das Messegelände der Husum Wind wird im Herbst wieder zum Mittelpunkt einer dynamisch wachsenden Branche werden. Foto: HUSUMWind

In Jahren mit ungerader Jahreszahl richtet sich die Aufmerksamkeit der Windkraftbranche und aller fachlich Interessierten traditionell auf das beschauliche Städtchen Husum. Dort findet seit 1989 alle zwei Jahre, abwechselnd mit der WindEnergy Hamburg, die inzwischen wichtigste deutsche Messe für Windenergie statt. Auf der Leistungsschau, die die gesamte Wertschöpfungskette rund um die Windkraft abdeckt, erwartet der Veranstalter rund 18.000 Fachbesucher und 650 Aussteller. Der Treffpunkt im Windland Schleswig-Holstein versammelt Anlagenhersteller, Projektierer, Komponentenbauer, Zulieferer, Dienstleister und Beratungsunternehmen. Partnerbundesland der Messe ist in diesem Jahr Nordrhein-Westfalen, das mit rund 100 Ausstellern in Husum vertreten ist, darunter viele bekannte Namen wie etwa innogy, Uniper und Trianel, Phönix Contact, Beckhoff Automation, Schneider Electric, Citel oder Weidmüller. Weitere Partner der HUSUM Wind 2017 sind die Branchenverbände BWE, VDMA und die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH). Im Zuge eines erneuerten Messekonzeptes wird es in diesem Jahr zudem Sonderschauen zu den Themen „Offshore-Windenergie“ (Halle 2) sowie „Sektor(en)kopplung und Netzintegration“ (Halle 5) geben. Darüber hinaus bietet ein umfangreiches Konferenzprogramm dem Besucher an allen drei Messetagen die Möglichkeit, sich über rechtliche, betriebswirtschaftliche und technische Themen zu informieren – von der EEG-Novellierung über Service und Wartung bis hin zur Anlagentechnik. In drei Exkursionen können sich die Messeteilnehmer live über Themen wie Power-to-Gas, Bürgerwindparks sowie über die Produktion und Testung von Windkraftanlagen informieren.

Chancen und Herausforderungen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen der Windkraft in Deutschland rechnen die Veranstalter mit hohem Zuspruch: 2016 lieferte die Windenergie annähernd so viel Strom wie die Atomkraftwerke. Der Windenergiebeitrag erreichte mit 80 Terawattstunden 12,4 Prozent, während der Kernenergieanteil bei 13 Prozent der Gesamtstromproduktion in Deutschland lag. Insgesamt nimmt die Zahl neu installierter Onshore-Anlagen zwar ab, dafür steigt deren durchschnittliche Größe. Der Turm hat demnach 128 Meter Nabenhöhe, die Rotoren besitzen 109 Meter Durchmesser. Als weiterer Innovationstreiber dürfte sich die neue Praxis an Ausschreibungen für Onshore-Anlagen erweisen. Die Bundesnetzagentur hatte kürzlich die Ergebnisse der ersten EEG-Ausschreibungsrunde veröffentlicht. Für die ausgeschriebenen 800 Megawatt wurden Gebote im Umfang von 2.137 Megawatt abgegeben. Die Bundesnetzagentur erteilte 70 Zuschläge, für 224 Windenergieanlagen, die eine Leistung von 807 Megawatt auf sich vereinigen. 93 Prozent der Zuschläge beziehungsweise 96 Prozent des Volumens, gingen an Bürgerenergiegesellschaften. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,71 ct/kWh. Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress: „Die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde bewerte ich durchweg positiv. Durch das neue Vergabeverfahren konnte das Zuschlagsniveau gesenkt und ein vitaler Wettbewerb generiert werden.“ Der Zeitpunkt der diesjährigen HUSUM Wind sei somit ideal: Die Ergebnisse der zweiten Runde werden bald feststehen, die Gebotsabgabe für die dritte Runde folgt im November und die Bundestagswahl im September wird ebenfalls Weichen stellen.

Kontakt: www.husumwind.com

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