Erfolgreiches Pilotprojekt

Foto: Maschinenfabrik Reinhausen GmbHFoto: Maschinenfabrik Reinhausen GmbH

Ein neuartiges Flottenmanagement der Maschinenfabrik Reinhausen überzeugt bei der Rheinischen Netzgesellschaft.

Zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal hat die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) eine neue Methodik für Flottenmanagement und Zustandsbewertung von Transformatoren entwickelt. Bei der Rheinische Netzgesellschaft (RNG) führte die MR nun die erste Pilotanwendung durch. Neun Transformatoren in Köln wurden nach dieser Methodik beurteilt. Die aussagekräftigen Analysen und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen überzeugten die Verantwortlichen von RNG so, dass MR nun einen Großteil der Gesamtflotte bewerten soll.

Eine neue Methodik liefert die Grundlage für die zustandsbasierte Wartung von Transformatoren. Foto: Maschinenfabrik Reinhausen GmbH

Leistungstransformatoren werden immer älter, eine Nutzungsdauer von über 50 Jahren ist keine Seltenheit. Die Betreiber müssen sich den neuen Herausforderungen, wie fluktuierende und höhere Transformatorenbelastung durch erneuerbaren Energien, höhere Ausfallwahrscheinlichkeit der Betriebsmittel sowie fehlende Informationen über den Zustand der Transformatoren, stellen. Wurden Transformatoren früher vor allem nach dem bloßen Alter bewertet und ausgetauscht (zeitbasierte Wartungsstrategie), geht der Trend nun zur zustandsbasierten Wartung. Dafür muss man aber den Zustand der Transformatoren und ihrer Komponenten ganz genau kennen. Eine breite Datenbasis und vor allem die richtige Interpretation der Informationen sind unumgänglich. Die MR hat dafür zusammen mit Prof. Markus Zdrallek, Leiter Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal und seinen Mitarbeitern, eine Methodik entwickelt. Kritische Einheiten werden identifiziert, um Handlungsempfehlungen mit klaren Priorisierungen abgeben zu können, wann und wo der Kunde investieren muss, um die Funktionalität seiner Anlagen zu erhalten und ihre Verfügbarkeit beziehungsweise Lebensdauer zu maximieren. Die zwei kalkulierten Indizies stellen dabei zum einen das Ausfallrisiko des Transformators (Kurzfristkomponente) und zum anderen den Lebensdauerverbrauch (Langfristkomponente) dar.

Durch diese neue Methodik kommen die MR-Experten zu anderen Ergebnissen als bisherige Verfahren, da hier zwei Kundenperspektiven (langfristig: strategischer Asset Manager und kurz- bis mittelfristig: Service Manager) einbezogen werden. Diese Erfahrung machte auch RNG. Zusammen mit Prof. Zdrallek stellten die MR-Kollegen ihr Analyse-Konzept bei RNG vor. Die RNG-Verantwortlichen waren schnell überzeugt und stellten alle nötigen Informationen zu ihrer Flotte bereit. Neun Transformatoren in zwei Umspannstationen in Köln wurden als Pilotprojekt definiert. Vor Ort führten die MR-Spezialisten verschiedene Untersuchungen (zum Beispiel Ölanalysen, Infrarot-Thermographie und visuelle Inspektionen) durch, um zusätzliche Daten zu erhalten. Daraus erarbeiteten sie eine Handlungsempfehlung für RNG. Diese unterschied sich von denen des aktuellen Anbieters, der empfahl, einige der untersuchten Transformatoren basierend auf dem Betriebsalter komplett auszutauschen. Die MR-Analysen hingegen ergaben, dass sich die untersuchten Transformatoren in einem relativ guten Allgemeinzustand befanden – trotz ihres Alters. Mit einfachen Maßnahmen, wie zum Beispiel dem Ersatz der Luftentfeuchter durch wartungsfreie Modelle oder häufigere Öl-Probeentnahmen, kann die Nutzungsdauer, verlängert sowie die Ausfallwahrscheinlichkeit reduziert werden. Lediglich bei einem Transformator wurde eine größere Modernisierungsmaßnahme (Ölaufbereitung) empfohlen. Das Verfahren überzeugte die Netzgesellschaft, die im Rahmen eines Folgeauftrags nun einen Großteil der Gesamtflotte von MR bewerten lassen wird.

Parallel wurde die Methodik bei einem Energieversorger in den USA getestet, ebenfalls mit sehr positiven Ergebnissen. Weitere Anfragen aus Australien, Brasilien und Österreich sind bereits eingegangen, berichtet MR. Auch auf Fachveranstaltungen wie der TRANSFORM in Orlando, Florida und der CIGRÉ in Pula stellte das Unternehmen das Thema „Flottenmanagement“ bereits vor. In den jeweiligen Regionen sollen die MR-Tochtergesellschaften Flottenmanagement- Projekte künftig eigenständig durchführen.

 

Kontakt: Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, Kerstin Faltermeier, 93059 Regensburg, Tel. +49 941 4090-5238, k.faltermeier@reinhausen.com

Lesen Sie auch: