Reibungslos durch den Rollout

Der Umbau vorhandener Zählerinfrastrukturen auf intelligente Messsysteme stellt deutlich höhere Anforderungen als die konventionellen Prozesse im Messwesen. Foto: Fotolia (Bernd Leitner)

Das Rollout Management System co.mobile wurde vollständig auf die neuen Anforderungen im Messwesen ausgerichtet. Auch die Inbetriebnahme der Smart Meter-Gateways wird unterstützt.

Der Umbau vorhandener Zählerinfrastrukturen auf intelligente Messsysteme stellt deutlich höhere Anforderungen als die konventionellen Prozesse im Messwesen. Foto: Fotolia (Bernd Leitner)

Wann das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit der Zertifizierung der Smart Meter-Gateways den Startschuss für den Rollout gibt, steht derzeit noch nicht definitiv fest. Sicher ist jedoch: Die Stadtwerke und Messstellenbetreiber sollten die jetzt noch verbleibende Zeit nutzen, um sich umfänglich auf die komplexen Prozesse vorbereiten zu können. Dies gilt auch und insbesondere für die Organisation der Montageprozesse, die dann relativ zeitnah starten müssen und keineswegs trivial sind. Gleichgültig, ob man mit eigenen Mitarbeitern oder Fremdfirmen arbeitet – mit Blick auf die engen Preisobergrenzen und die knappen personellen Ressourcen sind Messstellenbetreiber gehalten, hier so effizient wie möglich arbeiten. „Eine durchgängig digitale Lösung ist definitiv der beste Weg, um teure Reibungsverluste und Fehler zu vermeiden“, sagt Christian Wellner, IT-Leiter beim Messdienstleister co.met.

Automatisierte Abläufe

Mit dem Fokus auf die eigenen Prozesse beim anstehenden Rollout in Saarbrücken entschlossen sich die Saarbrücker Metering-Fachleute, ihre Workforce Management-Lösung co.mobile komplett neu aufzusetzen. „Neben den bewährten Standard-Funktionen für das konventionelle Messwesen bietet das System jetzt auch Unterstützung für den kompletten Arbeitslauf beim Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme“, berichtet Benjamin Fischer, der die Weiterentwicklung von co.mobile als IT-Projektleiter betreute. „Damit können diese Aufgaben im normalen Betrieb einfach miterledigt werden, was erhebliche Ressourcen spart.“

Wichtig war dabei ein möglichst hoher Automatisierungsgrad, nicht nur bei den operativen Prozessen im Feld, sondern bereits bei der Planung und Disposition im Backend. Da alle gängigen ERP-respektive Gerätemanagement-Systeme angebunden werden können, lassen sich Umbauaufträge für die relevanten Messlokationen quasi per Mausklick und ohne Medienbrüche erzeugen. Auch eine Anbindung an Lagersysteme ist möglich, berichtet Fischer, so dass auch Gerätedaten (Zählernummern etc.) bei Bedarf automatisiert in den Auftrag übernommen werden können.

Nach der Auswahl der anstehenden Arbeiten und Messstellen können die Daten entweder an externe Dienstleister übergeben oder für das hausinterne Montageteam disponiert werden. „Hierzu steht ein umfangreicher Kriterienkatalog zur Verfügung, so dass beispielsweise auch die Qualifikation der Monteure bei der Arbeitseinteilung mit berücksichtigt werden kann“, stellt Fischer heraus. Überdies wurde in der neuen Version eine dynamische Routenoptimierung integriert, die kurze Anfahrtszeiten gewährleisten und Umwege vermeiden soll.

Darstellung Umbau einer Messstelle im co.mobile Backend. Foto: co.met GmbH

Mobiler Workflow – bis ins Gateway

Sind die entsprechenden Arbeitsaufträge erzeugt, stehen sie dem Monteur sofort mobil Verfügung. Die vollautomatisierte Auftrags-App von co.mobile läuft auf handelsüblichen Tablet-PCs oder Smartphones und synchronisiert sich in Echzeit über das Mobilfunknetz oder direkt über WLAN mit den Backend- Systemen. So sind alle Eingaben aus der Messstelle dort umittelbar vorhanden, umgekehrt können Änderungen in der Disposition sofort an den Monteur vor Ort übermittelt werden. Besteht keine Mobilfunkverbindung, werden die Daten lokal gespeichert und weitergegeben, sobald das Netz verfügbar ist. An der Einsatzstelle angelangt, führt co.mobile den Monteur intuitiv durch alle erforderlichen Arbeitsschritte, die für den Umbau einer konventionellen Messstelle auf eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem erforderlich sind. Dies beginnt im ersten Schritt mit der Ablesung des alten Zählers, wobei ein Plausibilitäts- Check vor Eingabefehlern schützt. Im Anschluss wird das Altgerät ausgebaut, die einzelnen Prozessschritte steuert und dokumentiert das Rollout Management- System ebenfalls im Detail. Danach kann mit dem Einbau des digitalen Zählers und gegebenenfalls des Smart Meter- Gateways begonnen werden. Dabei fragt co.mobile alle relevanten Daten zur neuen Messstelle ab – von der Gateway-Nummer über die Kommunikationsanbindung bis hin zur Messwerterfassung kann der Monteur in den vorgegebenen Eingabefeldern zahlreiche Informationen direkt vor Ort aufnehmen. „Wir haben hier bewusst sehr detaillierte Erfassungsmöglichkeiten hinterlegt, um dem Messstellenbetreiber die Option für eine möglichst umfassende Inventarisierung der Zählerplätze zu eröffnen“, berichtet Christian Wellner. So könne mit geringem Aufwand eine qualifizierte Datenbasis geschaffen werden, die im digitalisierten Messwesen eigentlich unverzichtbar sei. Fotos von der Messstelle ergänzen bei Bedarf die Dokumentation.

Um den Umbauprozess mit einem Gateway tatsächlich vor Ort in der Messstelle vollständig abschließen zu können, implementierten die co.met-Entwickler Funktionalitäten zur Live-Inbetriebnahme des Gateways durch den Monteur – ein echtes Alleinstellungsmerkmal, wie Christian Wellner betont. „Die Voraussetzung hierfür ist, dass co.mobile direkt mit den unterschiedlichen Gateway Administrationsplattformen in Kontakt treten kann“, erklärt Benjamin Fischer. Das haben die Saarbrücker umgesetzt: Das Gateway meldet sich nach der Installation beim GWA und bestätigt dem Monteur die Verbindung. Auch die Zählerkommunikation und der TLS-Kanal für die sichere Datenübertragung können überprüft werden. Treten im Rahmen der Gateway-Kommunikation Fehler auf, werden die verantwortlichen Fachabteilungen umgehend informiert und können tätig werden. Teure Mehrfachanfahrten werden so vermieden.

Verfügbarkeit zum Rollout

Das erweiterte Rollout Management-System wurde bereits umfangreich getestet und stieß bei den ersten öffentlichen Präsentationen nach Auskunft von co.met auf eine sehr gute Resonanz. Nun stehen Praxiseinsätze bei Pilotkunden an, bevor co.mobile mit Beginn des Rollouts am breiten Markt verfügbar ist.

Kontakt: co.met GmbH, Verena Hoff, 66117 Saarbrücken, Tel. +49 6815 587-2243, verena.hoff@co-met.info

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