„Die Visualisierung ist der Schlüssel zum Erfolg!“

LoRa-Funktechnologie ermöglicht eine dynamisch regelbare, hohe Reichweite in Abhängigkeit von der Zählereinbausituation und Gebäudeart. Foto: innogy Metering GmbH

Im innogy-Konzern übernimmt die innogy Metering GmbH die Rolle des Kompetenzzentrums für klassisches und intelligentes Zählerwesen. Das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr ist auf den Feldern Zähler- und Zählwertmanagement, Messstellenbetrieb und Messdienstleistungen tätig und für 4,6 Millionen Strom-, Gas- und Wasserzähler verantwortlich. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland wurde innogy Metering bereits als Smart Meter-Gateway-Administrator zertifiziert und bietet alle Dienstleistungen rund um den Smart Meter-Rollout auch interessierten Netzbetreibern und Stadtwerken an. Wir sprachen mit den Geschäftsführern Dr. Michael Schmidt und Dr. Oliver Schmitt.

50,2: Der Smart Meter-Rollout beschäftigt die Branche mittlerweile seit Jahren. Wie haben Sie sich vorbereitet? Hat innogy Metering bereits mit dem Einbau von modernen Messeinrichtungen begonnen?

Dr. Michael Schmidt und Dr. Oliver Schmitt, Geschäftsführer der innogy Metering wollen auch die Potenziale der modernen Messeinrichtungen frühzeitig erschließen. Foto: innogy Metering GmbH

Schmidt: Wir bereiten uns in einem großen Projekt bereits seit mehreren Jahren intensiv auf den Smart Meter-Rollout vor, haben Entwicklungspartnerschaften mit Herstellern gegründet, führen eigene Pilottests durch und sind bereits als Gateway-Administrator zertifiziert worden. Mittlerweile haben wir eine Workshop-Reihe zur systematischen Heranführung unserer Stadtwerke-Partner aufgesetzt, in der wir alle Aspekte des Rollouts beleuchten, von der Rollout-Strategie über das Kundenmanagement, die qualitätsgesicherte Gerätebeschaffung, Montageprozesse und Erfüllung der Datensicherheits- bzw. Datenschutzanforderungen bis hin zur Entsorgung von Geräten und Daten.

Schmitt: Für die Westnetz GmbH sind wir Anfang diesen Jahres in den Rollout gestartet und haben bisher rund 40.000 moderne Messeinrichtungen eingebaut. Das lief reibungslos. Hierbei spielt neben der Technik das Thema Endkundenkommunikation eine ganz zentrale Rolle. Deshalb beraten wir unsere Stadtwerke-Partner auch auf diesem Feld.

50,2: Ein wesentliches Ziel des Smart Meter- Rollouts aus Perspektive der Kunden ist die Einsparung von Energiekosten. Wie beurteilen Sie das?

Schmidt: Über 80 Prozent der Stromkunden in Deutschland haben einen Jahresverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden und erhalten beim Smart Meter-Rollout kein intelligentes Messsystem sondern eine moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsmodul. Dazu sind die wesentlichen Aspekte im Messstellenbetriebsgesetz beschrieben. Die moderne Messeinrichtung zeigt die relevanten Zählerstände und zusätzlich individuelle Energiewerte an, die dabei helfen sollen, den Energieverbrauch transparenter zu machen. Zum Beispiel können Sie sich die augenblickliche elektrische Leistung aller im Betrieb befindlichen Geräte anzeigen lassen.

Schmitt: Wir haben in Mülheim an der Ruhr das bisher größte Pilotprojekt zum Smart Meter-Rollout durchgeführt und 100.000 intelligente Stromzähler in der gesamten Stadt eingebaut. Die Begleitforschung zu unserem Projekt hat uns gezeigt, dass Einsparungen nur möglich sind, wenn sich die Kunden intensiv mit ihren Verbrauchsdaten beschäftigen. Voraussetzung dafür ist eine ansprechende und zeitnahe Visualisierung des Energieverbrauchs. Und unsere Erfahrung zeigt uns auch, dass wir die verschiedenen Kundengruppen differenzierter betrachten müssen, als die Segmentierung in Verbrauchsklassen unter oder über 6.000 Kilowattstunden im Jahr.

50,2: Und wie machen Sie das?

Schmidt: Die Visualisierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Vom Industrieunternehmen über Handel und Filialisten bis hin zu Kommunen haben wir für jede Kundengruppe das passende Visualisierungsportal. Industrie-Kunden benötigen vielleicht möglichst zeitnah detaillierte Informationen über ihre Verbräuche. Filialisten hingegen möchten ihre unterschiedlichen Standorte über längere Zeiträume miteinander vergleichen. Wir bieten für jeden Kunden die passende Visualisierungslösung an.

Schmitt: Für knapp 20 Prozent aller Kunden mit einem Verbrauch über 6.000 Kilowattstunden im Jahr, die beim Smart Meter-Rollout ein intelligentes Messsystem erhalten sollen, sind noch immer nicht alle Faktoren geklärt: So ist zum Beispiel die Entwicklung des gesetzlich verordneten „Bundesdisplay“ noch nicht abgeschlossen. Aus unserer Sicht rückt daher auch zunehmend der Endkunde mit moderner Messeinrichtung in den Fokus des Smart Meter-Rollouts. In Deutschland sind das ca. 30 Millionen Haushalte!

50,2: Sind die Funktionen, die eine moderne Messeinrichtung den Endkunden bietet, denn aus Ihrer Sicht dazu geeignet, Energie einzusparen?

Schmidt: Der Mehrwert dieses elektronischen Zählers ist aus unserer Sicht sehr eingeschränkt. Die moderne Messeinrichtung muss laut Messstellenbetriebsgesetz Funktionen bieten, die das Energiesparen unterstützen. Diese Funktionen sind auch im Messentgelt enthalten. Die Lösung ist aber für den Kunden nicht komfortabel, da er die Daten in der Regel im Keller am Zähler selbst ablesen muss.

LoRa-Funktechnologie ermöglicht eine dynamisch regelbare, hohe Reichweite in Abhängigkeit von der Zählereinbausituation und Gebäudeart. Foto: innogy Metering GmbH

Schmitt: Wir wissen aber, dass sich gerade auch Privatkunden einen einfachen Zugriff auf ihre Verbrauchsdaten wünschen. Das bestätigen auch neueste Umfragen. Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, wie wir eine innovative moderne Messeinrichtung entwickeln können, die den Kunden eine einfachere Nutzung ihrer Daten bietet. Schmidt: Auf der anderen Seite fragen sich die Stromlieferanten und Messstellenbetreiber, wie die Akzeptanz für eine moderne Messeinrichtung bei den Kunden erhöht werden kann. Denn bei den modernen Messeinrichtungen geht es für die Messstellenbetreiber um hohe Investitionen. Mit unserer innovativen modernen Messeinrichtung können die Messstellenbetreiber ihren Kunden im Vergleich zu gesetzlichen Standardlösung echte Mehrwerte und ein Alleinstellungsmerkmal liefern.

50,2: Und wie sieht diese smarte moderne Messeinrichtung von innogy Metering aus?

Schmitt: Unsere Lösung heißt MeDa@home. „Meter Data at home“ oder „Zählerstände für das Wohnzimmer“. Wir haben eine innovative moderne Messeinrichtung entwickelt, die den Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes entspricht, mit Hilfe eines integrierten Funkmoduls den digitalen Zugriff auf die Stromverbrauchsdaten ermöglicht und trotzdem kostengünstig ist. In einem Feldtest mit rund 1.000 Geräten unter realen Betriebsbedingungen konnten wir neben der Technik auch bereits erste Mehrwerte für Kunden erfolgreich testen.

Schmidt: Wir sind davon überzeugt, dass der Markt im Rahmen der Digitalisierung viele sinnvolle Produkte auf Basis von Verbrauchsdaten hervorbringen wird. Mit unserer modernen Messeinrichtung schaffen wir die Voraussetzung für diese Produktinnovationen.

Schmitt: Unser MeDa@home-Konzept bietet in Zukunft natürlich auch Lösungen für Gas, Wasser und Wärme.

Kontakt: innogy Metering GmbH, 45479 Mülheim an der Ruhr, metering@innogy.com, www.innogymetering.com

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