Schneller als der Rollout

Quelle: flickr (William Warby); sig Media

Mit einer sofort nutzbaren CLS-Lösung will Hessware den schnellen Einstieg in neue Geschäftsfelder ermöglichen.

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„Rücke vor bis zur Seestraße. Wenn du über Los kommst, ziehe 4.000 Euro ein.“ Diese Ereigniskarte aus dem Monopoly-Spiel lässt sich aktuell gut auf die Versorgungsbranche übertragen: Indem Unternehmen ein paar Felder überspringen, können sie zeitnah Erträge generieren und eine bessere Position im Wettbewerb gewinnen. Die Mannheimer Firma Hessware will diese Möglichkeit mit einer CLS-Lösung eröffnen, die neue Geschäftsmodelle rund um Smart Metering und Smart Grid unterstützt – und zwar ohne Smart Meter-Gateway (SMGW). Schließlich gibt es derzeit noch keine BSI-zertifizierten Geräte und der Rollout intelligenter Messsysteme stockt. Damit verstreicht wertvolle Zeit im Kampf um neue Erlösquellen, die sich im Zusammenhang mit der Messdatenerfassung sowie der intelligenten Steuerung von Einspeisung und Lasten ergeben. Für Unternehmen, die offensiv in eine Infrastruktur für neue Geschäftsmodelle investieren wollen, bietet Hessware seine CLS-Lösung an. Sie bietet als Kombination einer Steuerbox (CLS Modul von der Partnerfirma iGrids GmbH) und der dazu gehörigen Softwarelösung (CLS Framework von Hessware) IT-sichere Funktionen wie das Monitoring von Verbräuchen, die Steuerung von EE-Anlagen, oder auch die Netzoptimierung für Smart Grids. Da die Lösung die Kernfunktionalität eines SMGW übernimmt, ohne dass sie die BSI-Zertifizierung benötigt, beschreibt Hessware sie auch als Non-BSIGateway beziehungsweise als IoT Metering Bridge. Konkret lassen sich mit mit den CLS-Modulen Funktionen wie das Auslesen von OMS Funkzählern, die Anbindung von RLM-Zählern und weiterer netzrelevanter Komponenten sowie vielfältige Schalthandlungen umsetzen. Bestandteile sind der Control Client als Gerätesoftware und der Control Server, der beim Anwender den Zugriff auf die entsprechenden Geräte und die Einbindung in eigene Applikationen steuert.

Schneller Einstieg

Schon vor der Installation zertifizierter Smart Meter-Gateways können mit der CLS-Lösung sicher Daten ausgelesen und Steuerbefehle übermittelt werden. Foto: Hessware GmbH

Da die CLS-Lösung auch eine Anbindung an die optische Schnittstelle der Basiszähler hat, können entsprechende Anwendungen beispielsweise auch auf die rohen Messdaten digitaler Messeinrichtungen zugreifen. Damit eröffnet sich eine günstige Möglichkeit, um Verbrauchsdaten für den Kunden zu visualiseren und auszuwerten. Des Weiteren lassen sich die Zählerdaten zu Leistung, Verbrauch oder Phasennutzung weiter veredeln – etwa in der Gebäudeautomation oder im Kontext von Smart Home-Konzepten. Dazu unterstützt die CLS-Lösung verschiedene Kommunikationsprotokolle wie KNX, Modbus, Homematic, EEBus oder auch LoRaWAN. „Wir haben heute viele Nachfragen von Kunden, die solche Dienste implementieren möchten, ohne auf ein BSI-konformes Gateway zu warten und so wertvolle Zeit im Wettbewerb zu verlieren“, sagt Detlef Meier, Geschäftsführer von Hessware. Oft geht es dabei um Themen wie Submetering oder Mieterstrommodelle, wo viele Unternehmen schnell Erfahrungen sammeln wollen. „Unsere CLS-Lösung bietet hier einen einfachen Einstieg und erleichtert die sukzessive Umrüstung auf die intelligenten Messsysteme“, beschreibt Meier. Zertifizierte Gateways können später einfach angebunden werden und übernehmen dann die Datenkommunikation im Rahmen der BSI-Vorgaben. Zudem bietet das Messstellenbetriebsgesetz einen Bestandsschutz für wettbewerbliche Messstellenbetreiber, die die CLS-Technik schon jetzt einsetzen. Ein Kunde, der CLS-Komponenten von Hessware bereits in die eigenen Systeme integriert hat, ist die Firma Zenner aus Saarbrücken. Dabei wurde der CLS-Software- Stack in das LoRaWAN-Gateway von Zenner eingebunden. Damit kann Zenner ein CLS-Gateway zur Verfügung stellen, das den funkbasierten Kommunikationsstandard für die großflächige Auslesung von Zähler- und Sensordaten unterstützt, die Verbrauchsmessung von Wasser, Gas oder Wärme in die intelligenten Messsysteme integriert und auf dieser Basis umfangreiche Mehrwertdienste ermöglicht.

Services im Netz

Auch mit Blick auf die künftigen intelligenten Netze – und die damit verbundenen Erlösmodelle – sieht Hessware die CLS-Lösung gut positioniert: Schon heute wird sie beispielsweise bei der Steuerung von Windparks genutzt und in die Leittechnik gemäß IEC 60870-5-104 eingebunden. „Auch jenseits des Messwesens können Stadtwerke und Netzbetreiber wichtige Aufgaben übernehmen und ihren Kunden weitreichende Vorteile bieten, auch sehr einfache, schnell umsetzbare wie etwa bei der lokalen Steuerung von Photovoltaikanlagen, Nachtspeicheröfen, Elektrofahrzeugen oder Speichersystemen“, sagt Detlef Meier. Mittels der Steuerbox kann nämlich ein aktives Lastund Einspeisemanagement implementiert werden. „Dazu benötigt man keine Rundsteuertechnik mehr“, sagt Meier.

Aktiver EMT als Service

Bereits heute erfolgt der Datenaustausch über die CLS-Lösung nach den Sicherheitsvorgaben des BSI. Nach dem Rollout, wenn die Steuerbox an das Smart Meter-Gateway angebunden ist, dürfen Steuer- und Regelaufgaben nur noch von sogenannten aktiven externen Marktteilnehmern (EMT) durchgeführt werden, die nach ISO 27001 zertifiziert sind. Hessware erfüllt diese Anforderung und bietet daher auch Dienstleistungen als aktiver EMT auf Basis seiner CLS-Lösung an. „Das erspart den Stadtwerken und Netzbetreibern eine aufwendige Zertifizierung“, erläuter Detlef Meier. Entsprechende Anwendungsfälle der CLS-Lösung werden auf den metering days demonstriert.

Kontakt: Hessware GmbH, Detlef Meier, 68219 Mannheim, Tel. +49 621 586785 70, info@hessware.de

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