Vertrauenssache

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Bei Geschäftsmodellen rund um Smart Home und Gebäudeautomation spielt die Kommunikationsinfrastruktur eine entscheidende Rolle.

LoRa-Funktechnologie ermöglicht eine dynamisch regelbare, hohe Reichweite in AbhängiLicht, Heizung, Jalousien oder andere elektrische Geräte muss heute niemand mehr per Hand bedienen: Per Smartphone, digitalem Assistenten oder interaktivem Steuerungssystem lässt sich die Elektrik im Haus fernsteuern oder automatisiert genau dann zum Einsatz bringen, wenn es gewünscht oder notwendig ist. Im gewerblichen Bereich sind Lösungen für die Gebäudeautomatisierung seit Jahren im Einsatz und auch bei Privatkunden steigt die Akzeptanz für die sogenannten Smart Home-Produkte. Neben Geräteherstellern unterschiedlicher Herkunft sind hier inzwischen auch die großen Internetkonzerne aktiv; „Alexa“ von Amazon etwa steuert auch entsprechend ausgestattete Lampen, Lichtschalter oder Thermostate.

„Smart Home und Gebäudeautomatisierung sind für Stadtwerke und Versorger ein ausgesprochen attraktiver Markt.“ Jens Pfister, Leiter Business Unit Building Automation bei Theben. Foto: Theben AG

In jüngster Zeit entdecken auch Stadtwerke und Versorger die Technologietrends Smart Home und Smart Building als neues Geschäftsfeld. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Kooperationen und Angebote verkündet werden. Viele Unternehmen fragen sich jedoch, ob sich ein Engagement grundsätzlich lohnt, und welche Faktoren hier erfolgskritisch sind. „Haus- und Gebäudeautomation sind in der Tat ein riesiger Wachstumsmarkt“, sagt Jens Pfister, der bei der Theben AG in Haigerloch den Geschäftsbereich Building Automation leitet. Insbesondere bei Angeboten rund um Strom und Wärme sieht er gute Chancen für die Versorgungswirtschaft. Rund zehn Prozent des Marktvolumens könnten Stadtwerke und Versorger seiner Einschätzung nach für sich erschließen. Studien bei Endverbrauchern kommen zu ähnlichen Ergebnissen. „Über Vertriebskooperationen mit Systemherstellern oder OEM-Lösungen lassen sich hier ohne Frage Kunden binden und Erträge generieren“, ist Pfister überzeugt – speziell, wenn die entsprechenden Systeme helfen, den Verbrauch zu senken. Die entsprechenden Lösungen sind am Markt verfügbar und bewähren sich seit langem in der Praxis.keit von der Zählereinbausituation und Gebäudeart.

Auch sein Kollege Ruwen Konzelmann hält es für wichtig, dass sich die Stadtwerke frühzeitig mit smarter Haus- und Gebäudetechnik beschäftigen: „Mit der Einführung intelligenter Messsysteme wird das Thema Smart Home und Smart Building erst richtig spannend“, sagt der Leiter der Business Unit Smart Energy. „Sobald man in der Lage ist, Einspeisung und Verbrauch in Echtzeit zu ermitteln und theoretisch auch zu steuern, ergeben sich unzählige Optionen für Mehrwertangebote seitens der Versorger.“ Diese nutzen im Idealfall sowohl dem Kunden als auch dem Netz. „Ob tatsächlich private Hausgeräte eines Tages anhand von Preissignalen ferngesteuert werden, bleibt abzuwarten“, sagt Konzelmann. Für den gewerblichen Bereich jedoch gibt es bereits konkretere Konzepte für ein differenziertes Lastmanagement mit entsprechend interessanten Tarifen. Technologien für die intelligente Steuerung der Verbraucher sind dazu unverzichtbar. Interoperabilität und Updatefähigkeit sollten daher für Stadtwerke ganz wesentliche Kriterien bei der Auswahl der jeweiligen Geräte oder Lösungen sein. Nur so ist gewährleistet, dass sich auch künftige Geschäftsmodelle mit der gewählten Technologie realisieren lassen.

Effizienz und Sicherheit

„Eine sichere Kommunikationsinfrastruktur schafft nachweislich Wettbewerbsvorteile.“ Ruwen Konzelmann, Leiter Business Unit Smart Energy bei Theben. Foto: Theben AG

Doch was genau erwartet eigentlich der Kunde? „Nach unserer Erfahrung sind es nicht die exotischen Spielereien, sondern einfache Anwendungen mit einem dauerhaft klaren Nutzen, die am Markt überzeugen“, sagt Jens Pfister. Versorgungsnahe Themen wie Beleuchtungsund Heizungssteuerung sowie Funktionen für die Überwachung und den Schutz des Gebäudes interessierten die Nutzer daher in besonderem Maße. In der Gebäudewirtschaft steht bei den Investitionsentscheidungen das Thema „Effizienz“ im Vordergrund: „Eine intelligente Gebäudeautomation kann nicht nur viele personalgebundene Abläufe vereinfachen, sondern vor allem auch deutlich Energie einsparen“, erläutert Pfister. Stadtwerken bieten sich damit hervorragende Möglichkeiten, bereits vorhandene Geschäftskundenangebote auszuweiten.

Das Thema IT- und Datensicherheit wird dabei eine zunehmend bedeutende Rolle spielen: In Zeiten wachsender Cyberkriminalität wollen Kunden sicher sein, dass unberechtigte Zugriffe auf Anlagen und Daten durch die Technik zuverlässig ausgeschlossen sind. Das gilt nicht nur für gewerbliche Kunden, sondern zunehmend auch am Endverbrauchermarkt: „Viele Funktionen und Freiheiten an den Geräten fallen beim Kunden durch, wenn Zweifel an der IT- beziehungsweise Datensicherheit bestehen“, berichtet der Fachmann für Building Automation. Offenkundig hat die öffentliche Diskussion, bei der auch vielfältige Sicherheitslücken in „smarten“ Produkten offengelegt wurden, die Verbraucher sensibilisiert: Speziell bei der Käufergruppe der über 25-Jährigen wird dieser Aspekt nach Auskunft von Theben sehr ernst genommen.

Marktvorteil für Stadtwerke und Versorger

Das Smart Meter-Gateway Conexa 3.0 befindet sich derzeit in der BSI-Zertifizierung. Foto: Theben AG

Gerade hier erschließt sich nach Einschätzung beider Experten ein klarer Marktvorteil der Stadtwerke, den es zu nutzen gilt. „Die Stadtwerke genießen traditionell das Vertrauen der Kunden und können diese Karte gerade im Umfeld des Smart Meter- Rollouts erfolgreich spielen“, ist Ruwen Konzelmann überzeugt. Für ihn besteht der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Smart Home- und Smart Building-Anbieter im Aufbau einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur auf Basis der intelligenten Messsysteme. Gemeint sind hier die Smart Meter-Gateways sowie angeschlossene CLSoder Steuerboxen als zweite Kommunikationseinheit. „Es ist ein Unterschied, ob Daten und Steuerbefehle unkontrolliert über ungeschützte Internetverbindungen oder nach streng definierten Zugangsregeln über ein BSI-zertifiziertes Gateway übertragen werden – und die Kunden werden das zu würdigen wissen“, betont der Bereichsleiter Smart Energy.

Er ist überzeugt: Je offensiver die Stadtwerke diese Tatsache kommunizierten und je schneller die intelligenten Messsysteme auf breiter Basis verfügbar seien, desto eher könnten sie auch die betriebswirtschaftlichen und technischen Potenziale von Smart Home und Smart Building nutzen.

Kontakt: Theben AG, Stephanie van der Velden, 72394 Haigerloch, Tel. +49 7474 692-446, sv@theben.de

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