Zweites WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk in Schwerin am Netz

Die Leistung des Speichers wurde auf 10 MW verdoppelt, die Speicherkapazität auf 15 Megawattstunden verdreifacht. Foto: WEMAG AG; Stephan Rudolph-Kramer

Mitte Juli hat das zweite Batteriespeicherkraftwerk der WEMAG AG offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Das neue Kraftwerk soll eine Leistung von zehn Megawatt (MW) liefern – doppelt so viel, wie das im Juli 2014 ans Netz gegangene erste Batteriespeicherkraftwerk.

Der stationäre Speicher soll bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien- Anlagen das Stromnetz stabilisieren. Darüber hinaus soll der stationäre Großspeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen im elektrischen Versorgungsnetz sorgen. Der Energieversorger mit Stammsitz in Schwerin hat in die Planung, Erweiterung und Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerkes Schwerin 2 etwa 5,2 Millionen Euro investiert.

Die Leistung des Speichers wurde auf 10 MW verdoppelt, die Speicherkapazität auf 15 Megawattstunden verdreifacht. Foto: WEMAG AG; Stephan Rudolph-Kramer

Der WEMAG-Speicher in Schwerin ist der europaweit größte hybride Lithium-Batterien- Verbund. Die präqualifizierte Leistung von insgesamt zehn MW wird über einen technischen Verbund aus 53.444 Lithium-Ionen- Akkus in 215 Batterieschränken, 18 Wechselrichtern, neun Transformatoren und einer Mittelspannungsanlage bereitgestellt. Mit dem Partner Younicos AG hat die Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG, deren Geschäftsführer Tobias Struck bei der WEMAG auch den Bereich Speicher und Projekte Zweites WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk in Schwerin am Netz verantwortet, zwei unterschiedliche Batteriegenerationen unter einem Dach integriert. Der Speicher bietet noch Ausbaureserven, um auch künftige Batteriegenerationen zu integrieren und das Portfolio möglicher Systemdienstleistungen zu erweitern. Zur Refinanzierung wird die vom Übertragungsnetzbetreiber präqualifizierte Leistung des Batteriespeichers in Höhe von zehn MW am Primärregelleistungsmarkt angeboten. In wöchentlichen Auktionen werden die Preise für die Bereitstellung der notwendigen Regelleistung von 575 MW für Deutschland ermittelt. Diese wird wochenweise je Megawatt Regelleistung vergütet und so den Betrieb des Speichers finanzieren. Seit der Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerks Schwerin 1 konnte die Anlage 127 Mal vermarktet werden und hat davon 123 Zuschläge erhalten.

Derzeit arbeitet ein Konsortium bestehend aus der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG, dem Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung der Universität Rostock, der WEMAG und der Younicos an der Marktreife des Schwarzstartkonzepts „Kickstarter“. Die Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt das Projekt.

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