Die Wartezeit sinnvoll nutzen

Bis zum Rollout können Stadtwerke noch wertvolles Wissen erwerben. Foto: co.met GmbH

Bis die intelligenten Messsysteme in jedem Stadtwerk verfügbar sind, kann noch ein Jahr ins Land gehen. Dienstleister wie die Saarbrücker co.met helfen den Unternehmen, notwendiges Know how aufzubauen.

Nach derzeitiger Einschätzung wird es noch bis Mitte 2018 dauern, bis drei zertifizierte Smart Meter Gateways verfügbar und damit die Voraussetzungen für den Rollout intelligenter Messsysteme gegeben sind. Die Marktslots werden dann aller Voraussicht nach eng besetzt sein, so dass es generell schwierig werden könnte, die Hardware zu bekommen. „Gerade kleine Unternehmen, die aufgrund ihrer Personalsituation nicht in der Lage waren, um den Rollout langfristig vorzubereiten, sehen darin auch eine Chance“, berichtet Thomas Hemmer, Geschäftsführer der Saarbrücker co.met GmbH.

Der erfahrene Messdienstleister, der unter anderem den Smart Meter-Rollout für die Stadtwerke Saarbrücken vorbereitet, hat neue Beratungsmodule aufgesetzt, mit denen das notwendige Wissen vermittelt werden soll. Diese erfreuen sich – so der Geschäftsführer – großen Zuspruchs. „Selbst, wenn zunächst nur wenige Pflichteinbaufälle zu realisieren sind und komplexe Prozesse wie die Gateway-Administration ausgelagert werden, sollten die die zentralen Themen im Unternehmen bekannt sein“, empfiehlt Hemmer. Anderenfalls sei mit Reibungsverlusten und Fehlern zu rechnen – und die könne sich kein Stadtwerk leisten.

Workshops für Techniker

Mehrere Workshops haben schon stattgefunden (Programm siehe grüner Kasten): Inhouse-Kickoffs, Projektleiterworkshops, Anwenderschulungen, Kommunikationsworkshops und Workshop zum EMT-Sicherheitskonzept werden nach Auskunft von co. met besonders stark nachgefragt.

Nun startet in der aktuellen Marktphase eine neue Schulungsreihe, bei der die Technik und die Geräte im Mittelpunkt stehen. „Aufgrund der vielfältigen Aufgabenstellungen und komplexen Technologie wird co.met drei aufeinander aufbauende Workshops speziell für die verantwortlichen technischen Mitarbeiter anbieten“, sagt Peter Hennrich, Vertriebsleiter bei co.met. (Module siehe blaue Kästen)

Grundlagen- Workshop:

Das erste Modul beschäftigt sich mit den Grundlagen der Gerätetechnik als solcher sowie ihres Einbaus und Betriebs. Den Einstieg bilden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, zudem werden die wesentlichen Definitionen und die Konsequenzen für den verantwortlichen Techniker dargelegt.. „Wir möchten erreichen, dass die Teilnehmer den Begriff des intelligenten Messsystems verstehen und wissen, was dieser Technologiewechsel im Messwesen konkret für das einzelne Werk bedeutet“, erläutert Peter Hennrich. Er empfiehlt diesen Teil des Workshops auch für technisch interessierte Mitarbeiter von Netz und Vertrieb, die sich eine Informationsbasis für die interne Kommunikation mit den zuständigen Fachleuten schaffen möchten.

Im weiteren Verlauf des Workshops steigen die Referenten dann tiefer ein und stellen mögliche Umbauvarianten und Schnittstellen- Definitionen sowie unterschiedliche technische Kommunikationsstrategien vor. Eine wesentliche Rolle spielen in diesem Zusammenhang auch die physikalischen Voraussetzungen an den betroffenen Zählerplätzen im eigenen Netzgebiet – sprich: die baulichen Voraussetzungen, die Lage von Zählern anderer Sparten sowie die Mobilfunkabdeckung. Diese Parameter zu kennen, ist laut Peter Hennrich unverzichtbar für eine passgenaue Planung und Umsetzung des Rollouts: „Nur so kann eine optimierte und situationsangepasste (messstellenscharfe) Lösung für die Beschaffung von iMS und mME erstellt und die Montage optimal vorbereitet werden.“ In der anschließenden Vorstellung des gesamten Smart Meter-Prozesses – Beschaffung, Lagerung, Inbetriebnahme, Entsorgung etc. – wird nach Vorgesprächen mit den Teilnehmern individuell auf schon erarbeitete Kundenkonzepte eingegangen. Abgeschlossen ist das Grundlagenmodul, wenn die gesetzlichen und technischen Grundlagen, die Hardware, die Kommunikationsstrategien und der Prozess bekannt sind.

Aufbau-Workshop: Das individuelle Technikkonzept

Im Aufbauworkshop Technik werden die technischen Lösungen für das jeweilige Stadtwerk erarbeitet. Nachdem die Grundlagen bekannt sind, werden hier mit den technisch zuständigen Mitarbeitern konkrete Fragen und Zielsetzungen geklärt und Maßnahmen für die jeweiligen Teilgebiete entwickelt. „Logistik und Prozesse spielen dabei eine wichtige Rolle“, führt Hennrich aus, denn hier gäbe es viele Neuerungen und dementsprechend offene Fragen: Wie ist man zum Beipiel in der Lage, rechtzeitig die notwendige Gerätetechnik zu bestellen und wie bearbeitet man den elektronischen Lieferschein? Wie die erforderliche Inventarisierung der Zählerplätze durchgeführt werden kann, ist ebenfalls Gegenstand des Workshops. Mit hohem Praxisbezug wird schließlich auch das Thema CLS/TLS-Kanal behandelt, wo – auch vor dem Hintergrund künftiger Mehrwertdienste – unterschiedliche Konzepte zum Tragen kommen können.

Monteurschulung

Das dritte Modul, den Workshop zur Monteurschulung, will co.met final ausarbeiten, sobald die Randbedingungen bezüglich der Smart Meter Gateway-Hardware abschließend bekannt sind. Auf der kommenden E-world 2018 können sich interessierte Stadtwerke aber bereits einen Einblick in den Ablauf der Schulung verschaffen, bei der zum Beispiel gemeinsam mit den Monteuren die Inbetriebnahme mithilfe des eigens entwickelten Servicetechniker-Tools durchgeführt wird.

       

Kontakt: co.met GmbH, Verena Hoff, 66117 Saarbrücken, Tel. +49 681 587-2243, verena.hoff@co-met.info

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