Ein kleines Internet der Dinge

Foto: Chesky/shutterstock

Im thüringischen Ort Martinfeld werden in einem LoRaWAN-Netzwerk erste IoT- Anwendungen erprobt.

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Wenn Jan Bose seiner Familie am Frühstückstisch erzählen kann, dass sie am Vortag 265 Liter Wasser verbraucht haben, liegt das insbesondere daran, dass der Geschäftsführer der Alpha-Omega Technology in Martinfeld im thüringischen Landkreis Eichsfeld zuhause ist. Im Verlauf der letzten zwölf Monate wurde der kleine Ort zu einem Testfeld für verschiedene Digitalisierungsvorhaben unter dem Projektnamen SMARTinfeld. Die Alpha-Omega Technology stellt zusammen mit ihrem Partner Zenner IoT Solutions die Infrastruktur bereit und betreut das Projekt. Die Grundlage bildet ein LoRaWAN-Netzwerk, in dem verschiedene Einzelprojekte gemeinsam mit der Gemeinde Schimberg durchgeführt werden. Diese umfassen neben der Umrüstung der kompletten Straßenbeleuchtung auf LED Leuchtköpfe mit einer intelligenten Steuerung per LoRaWAN, mehrere Umweltmessstationen zur kontinuierlichen Erfassung von Daten zur Bewertung der Luft- und Wasserqualität auch die Bereitstellung allgemeiner aktueller Wetterinformationen für die Bürger. Außerdem hat Jan Bose einen der ersten Wasserzähler Deutschlands, der mithilfe der LoRa- WAN-Funktechnologie ausgelesen wird, als Subzähler im Einsatz – SMARTinfeld bietet für ihn den perfekten Rahmen, um diese neue Hardware unter realistischen Bedingungen zu testen. In wenigen Tagen entstand eine erste App für Smartphones, welche die Messwerte der Wasseruhr darstellt.

Smarte Wasserzähler können heute schon via LoRaWAN ausgelesen werden. Foto: ZENNER

Entwickelt wurden die Funkwasserzähler von ZENNER. Der Haupteinsatzzweck derartiger Zähler besteht darin, zuverlässig Verbrauchsdaten zu erfassen. „Die Ablesung der Netzbetreiber für leitungsgebundene Ressourcen ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor“ erklärt Jan Bose, „außerdem ist der Prozess fehleranfällig und jährliche Ablesungen eigentlich viel zu selten.“ Vor allem Wasserzähler sind in vielen Fällen schwer zugänglich oder gar in Schächten verbaut, die schwer zu erreichen sind. Seit einigen Jahren bestehen Bestrebungen in der Branche, die Auslesung solcher Zähler per Funk vorzunehmen. Bisherige Systeme sind jedoch proprietär aufgebaut, es fehlte ein einheitlicher freier Standard wie LoRaWAN. „Neben der Energieeffizienz und Robustheit auch in urbanen Umgebungen ist Sicherheit ein nicht zu unterschätzender Faktor.“ weiß Jan Bose, der gemeinsam mit seinen Kollegen auch als Auditor im Bereich Informationssicherheitsmanagement nach ISO 27001 tätig ist. Das LoRaWAN-Protokoll bietet mit seiner zweistufigen symmetrischen Verschlüsselung, bei der der Schlüssel niemals per Funk übertragen wird, eine sichere Grundlage für die Datenübertragung.

Doch wie kommen die Daten von der Funk-Wasseruhr in die Systeme des Netzbetreibers und von dort zum Beispiel auf das Smartphone des Kunden? Ein entscheidendes Puzzleteil liefert an dieser Stelle ein zweites Unternehmen der ZENNER-Gruppe, die ZENNER IoT Solutions GmbH. Das Unternehmen entwickelte in den letzten Monaten ein System zur Speicherung und Validierung von Daten aus allen Bereichen des Internets der Dinge. Das Auslesen von ZENNER-Wasserzählern war dabei eines der ersten Projekte, welche realisiert wurden. Hier schließt sich der Kreis zu Jan Bose und seinem Unternehmen, das seit etwas mehr als einem Jahr im Markt für IoT-Hardware und -Dienstleistungen tätig ist. Alpha-Omega Technology ist nämlich Kooperationspartner der ZENNER IoT Solutions.

Gesprächsstoff liefert die neue Anwendung dabei nicht nur am Frühstückstisch, wie Jan Bose berichtet: Mehrere Versorgungsunternehmen und Messdienstleister haben schon Interesse an der Technologie und einer Adaption einiger Projektbestandteile von SMARTinfeld gezeigt.

Kontakt: Alpha-Omega Technology GmbH & Co. KG, Jan Bose, 37308 Schimberg. Tel, +49 36082 84789-8, jb@alpha-omega-technology.de

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