Schnellstarter

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Mit einer fast schon minimalistischen CLS-Lösung will die PPC AG den Stadtwerken einen schnellen Zugang zu neuen Geschäftsfeldern ermöglichen.

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde der Einbau intelligenter Messsysteme von vielen Stadtwerken und Netzbetreibern in erster Linie als unvermeidliche Pflicht gesehen. Da sich die geforderte Infrastruktur im Rahmen der Preisobergrenzen jetzt nicht refinanzieren lässt, galt das Interesse der effizienten Umsetzung der vorgeschriebenen Prozesse. Doch die Wahrnehmung verändert sich, wie auch Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender der Mannheimer PPC AG, beobachtet: „Die Stadtwerke sehen den Rollout zunehmend als Chance für neue Ertragsmodelle und setzen sich mit den Optionen inzwischen sehr konkret auseinander.“ Als Anbieter von Smart Meter Gateways (SMGW) und Kommunikationstechnik ist PPC heute – direkt oder über Partnerschaften – an einer Vielzahl von Rollout-Projekten beteiligt. Heute hat das Unternehmen drei Gateways für LTE, BPL (Breitband-Powerline) und Ethernet (bei vorhandenen WAN-Anschlüssen) im Portfolio, ein Gateway für den Betrieb in CDMA450-Funknetzen ist für kommendes Jahr angekündigt.

Kristallisationskern für neue Geschäftsfelder

Für Ingo Schönberg ist es die CLS-Schnittstelle des SMGWs, die zum Kristallisationskern für viele neue Geschäftsmodelle werden könnte – zum Beispiel in den Bereichen Sektorkopplung, klimaintelligente Steuerung von Immobilien oder Smart Home, also: Verbrauchsvisualisierung, Heizungsund Beleuchtungsregelung, (Brand-)Sicherheit oder Anwendungen für das sogenannte Ambient Assisted Living für Senioren. „Die CLS-Schnittstelle dient der Integration und Vernetzung von Steuerung, Sensorik und intelligenten Geräten im Haus“, erläutert Schönberg. „Das SMGW wird damit zur universellen Eintrittskarte für neue IoT-Anwendungen sowohl für energienahe als auch energieferne Dienste.“ Dabei werde der hohe Sicherheitsstandard, der in Deutschland für die zentrale Kommunikationseinheit im intelligenten Messsystem gilt, zum echten Wettbewerbsvorteil für die Stadtwerke respektive die grundzuständigen Messstellenbetreiber: „Das SMGW ist die zentrale Kommunikationseinheit und gleichzeitig der Sicherheitsanker für alle Auslese- und Steuerungsvorgänge im Gebäude“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Die Verschlüsselung dank BSI-Sicherheitsmodul garantiert höchste Sicherheit für die IoT-Anwendungen und gewährleistet Datenschutz.“

CLS-Ökosystem

Über das Smart Meter Gateway kann die sichere Kommunikation mit Zählern, Sensoren und steuerbaren Anlagen organisiert werden. Foto: PPC AG

Für die Umsetzung der skizzierten Anwendungsfälle ist – davon ist man bei PPC überzeugt – keine aufwendige technische Infrastruktur erforderlich. „Über kurz oder lang können moderne Geräte selbst und direkt mit der CLS-Schnittstelle kommunizieren“, sagt Ingo Schönberg. Für die Übergangszeit können Kunden und Partner der PPC entweder auf ein Software- Stack oder einen CLS-Adapter zurückgreifen, um ein entsprechendes Indoor-Netzwerk aufzubauen, die Daten einzusammeln und die Kommunikation mit dem Gateway zu gewährleisten. Für Ingo Schönberg ist dies die beste Voraussetzung, damit sich Stadtwerke oder Unternehmen aus der Gebäudewirtschaft Themen wie Submetering oder Smart Home schnellstmöglich erschließen können. Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf Interoperabilität und Kooperation: „Wir arbeiten von jeher mit offenen Datenplattformen und standardisierten Schnittstellen und können – rein technisch – praktisch jedes intelligente Gerät in unsere Kommunikationsinfrastruktur einbinden.“ Im Ergebnis entstehen im CLS-Ökosystem üblicherweise hybride Indoor-Netze, bei denen BPL und Funkkommunikation über LoRA, wireless MBus und andere Netzwerke (zum Beispiel KNX) kombiniert werden.

Zudem hat PPC in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Partnernetzwerk aufgebaut, über das im Bedarfsfall jeder benötigte Baustein auf dem Weg zu einem neuen Dienstleistungsangebot bereitgestellt werden kann – vom intelligenten Zähler für alle Energiesparten über die Komplettlösung zur Fernauslesung bis hin zur Kundenanwendung.

Schalten über die Schnittstelle

Submetering-Use-Case mit Smart Meter-Gateways. Foto: PPC AG

Auch das Steuern von EEG-Anlagen oder steuerbaren Lasten, wie Ladesäulen oder Speicherheizungen, ist Ingo Schönberg zufolge im CLS-Ökosystem problemlos implementierbar. Abhängig von den verwendeten Anlagen und den Wünschen des Betreibers könne dies ebenfalls im Wege der direkten Kommunikation oder über eine separate Steuerbox erfolgen. Diese verfügt über verschiedene Schnittstellen und/oder Relais zur Anbindung von Endgeräten und wird an die CLS-Schnittstelle des SMGW angeschlossen. Eine Steuerungslogik oder vordefinierte Fahrpläne können in der Steuerbox abgelegt und aus der Ferne eingespielt werden. Das SMGW garantiert auch hier die sichere Datenübertragung und gewährleistet, dass die Steuerbox nicht von unberechtigten Dritten angesteuert werden kann. Für Ingo Schönberg ist jedoch auch diese Variante nur eine Übergangslösung beziehungsweise für bestimmte „nicht intelligente” Endgeräte interessant. „In Zukunft wird auch die Ansteuerung von Endgeräten direkt erfolgen, also ohne zusätzliche Hardware“, erläutert der Kommunikationsfachmann. Dafür wird in Endgeräten, die über ein Ethernet- Interface verfügen, ein sogenannter CLS-Stack (Software) implementiert. So können diese direkt über die CLS-Schnittstelle an das SMGW angebunden werden. Die Steuerungslogik erfolgt aus dem Backend-System (durch externen Marktteilnehmer) heraus oder ist lokal als konfigurierbare Software im Endgerät abgelegt. Befehle und Rückmeldungen werden vom Backend-System über die sichere Infrastruktur des SMGW direkt zum/vom Endgerät übermittelt und ausgeführt.

Kontakt: Power Plus Communications AG, Thomas Wolski, 68167 Mannheim, Tel. +49 621 40165-100, t.wolski@ppc-ag.de

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