Zählerdaten für Netzanalyse und -optimierung

Foto: Landis + Gyr (links), Fotolia / thomaslerchphoto (rechts)

Die Liechtensteinischen Kraftwerke und Landis+Gyr starten ein Pilotprojekt zu Advanced-Grid- Analytics.

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Im Zuge eines achtmonatigen Pilotprojektes testen die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) und Landis+Gyr die Potenziale der Advanced Grid Analytics für EVU-typische Prozesse im Mittelund Niederspannungsnetz. Ziel des Projektes ist es, den Nutzen von intelligenten Zählern für die Netzanalyse und -optimierung aufzuzeigen. Projektbeginn war Anfang September dieses Jahres. Nach einem erfolgreichen Abschluss ist im Fürstentum der landesweite Rollout mit 27.000 Messpunkten geplant.

Advanced Grid Analytics (AGA) ermöglichen die Optimierung von Asset Management und Netzbetrieb in Energieversorgungsunternehmen (EVU) sowie die Einführung neuer Lastmanagementund Abrechnungskonzepte. Auf einer integrierten AGA-Plattform werden Informationen aus den intelligenten Messsystemen mit weiteren Daten aus dem EVU-Umfeld zusammengeführt und mit dem Geoinformationssystem verortet. Auf diese Weise lässt sich eine Vielzahl von Anwendungen realisieren. „Advanced Grid Analytics verknüpft die Daten aus dem Smart Metering mit der Netzinfrastruktur und schafft einen wichtigen Mehrwert für das Unternehmen, gerade auch bei verstärkter dezentraler Produktion im Verteilnetz“, so Ralph Griewing, Senior Vice President Business Unit Solutions bei Landis+Gyr. In Liechtenstein stehen zunächst die Netz- und Komponentenbelastung, die Spannungsvisualisierung, die Integration dezentral erzeugter Energien und die Bewertung neuer Investitionen in einem exemplarischen Netzgebiet im Fokus des Projektes – das erste seiner Art, das Landis+Gyr in Europa durchführt.

Zur Visualisierung und Analyse der Netzbelastung über „Asset Loading“ wird der Lastfluss auf Transformatoren, Leitungen, Sicherungen und anderen Netzkomponenten auf Basis realer Lastprofile der Konsumenten beziehungsweise Prosumer berechnet und geografisch dargestellt. Damit sind die Voraussetzungen für eine optimale Komponentenauslastung sowie die vorausschauende und bedarfsgerechte Instandhaltung und Investitionsplanung geschaffen. Die Spannungsvisualisierung ermöglicht eine standardisierte Überwachung der Spannungsqualität im Verteilnetz. Dazu werden Spannungsmessungen aus verschiedenen Sensoren oder auf Basis realer Verbrauchsdaten berechnete Spannungswerte in verschiedenen Darstellungsoptionen visualisiert.

Die Simulation möglicher Einspeiseszenarien mit Blick auf die Netzsicherheit und die regulatorischen Vorgaben erleichtert die Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen. Auf Basis der Zählerdaten und unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen – zum Beispiel in der Elektromobilität – können Potenziale und Grenzen für den Anschluss dezentraler Produktionsanlagen pro Trafostation, Feeder oder Anschlusspunkt definiert werden. Neue Netzprojekte und Anschlussnehmer lassen sich über den „Network Model Editor“ der Landis+Gyr-Lösung simulieren und bis zu ihrer Realisierung verfolgen, was die Netzplanung erheblich erleichtert.

„Das AGA-Projekt ist der nächste logische Schritt um die Smart Metering-Infrastruktur optimal zu nutzen und gilt gleichzeitig als Prüfstein der eingesetzten PLC-Kommunikation. Die Verknüpfung von Lastflüssen, Infrastrukturdaten und Geoinformationen wird in Zukunft unsere Netzplanung und den Netzausbau wesentlich vereinfachen. Im gleichen Zug können wir über gemeinsam mit Landis+Gyr realisierte Infrastrukturerweiterungen die Lastflüsse zwischen den Netzebenen 5 und 7 im SCADA-System übersichtlich überwachen. Dies ist nicht nur für den Netzbetrieb von großem Vorteil, sondern wir erkennen mit der Anwendung auch den jeweiligen Handlungsbedarf in unseren verschiedenen Verteilnetzgebieten“, so die Erwartung von Bruno Schütz, Bereichsleiter Datenerfassung/ Verrechnung/Messwesen bei den Liechtensteinischen Kraftwerken.

 

Über die Liechtensteinischen Kraftwerke

Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) versorgen seit 1923 das gesamte Fürstentum Liechtenstein mit elektrischer Energie. Heute planen, erstellen, betreiben und unterhalten die LKW 10 kV-Leitungen in einer Gesamtlänge von 300 Kilometern, 400 V-Leitungen (Kabel und Freileitungen) in einer Gesamtlänge von rund 1.500 Kilometern sowie mehr als 260 Transformatorstationen in Liechtenstein. Mit einer 110-kV-Leitung ist Liechtenstein mit Österreich verbunden. Vier 110-kV-Leitungen verbinden das Fürstentum mit der Schweiz. Zusätzlich planen und betreiben die LKW auch das Straßenbeleuchtungsnetz.

 

Kontakt: Landis+Gyr GmbH, Johannes Hackstette, 90459 Nürnberg, Tel. +49 911 723 8707, johannes.hackstette@landisgyr.com

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