IoT kommt an

Foto: ZENNER

Mit seinem neuen Lösungsportfolio will ZENNER die Energiewirtschaft in die digitale Zukunft begleiten. Die Resonanz potenzieller Anwender und Partner ist hoch.

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Neue Philosophie, neue Lösungen und neuer Auftritt – vor kaum einem Jahr hatte sich der Traditionsanbieter ZENNER auf den Weg vom Zählerhersteller zum Komplettdienstleister für Internet-of-Things (IoT)-Anwendungen gemacht. Ob das Digitalisierungskonzept die Energiebranche überzeugen würde, war bei allem Optimismus jedoch keineswegs gewiss. Nach drei Tagen auf der E-world ist Sascha Schlosser, Geschäftsführer der ZENNER International GmbH & Co. KG, sichtlich geschafft, aber hochzufrieden. „Wir hatten an allen drei Tagen enormen Zulauf und konnten das Innovations- und Mehrwertpotenzial unserer neuen IoT-Lösungswelt überzeugend vermitteln“, bilanziert Schlosser. Er war im Frühjahr 2017 engagiert worden, um das Unternehmen in die digitale Zukunft zu führen. Insbesondere gegenüber Stadtwerken will sich das Saarbrücker Unternehmen als überzeugender Partner positionieren, der in der Lage ist, End-to-End-Lösungen zu realisieren. Mit den Beteiligungen an ZENNER IoT Solutions und ZENNER Hessware wurden dafür wesentliche Kompetenzen unter dem gemeinsamen Dach des Unternehmens gebündelt und Entwicklungen mit Hochdruck vorangetrieben. „Dass wir heute Gesamtlösungen in den Bereichen Smart Metering, Smart Utility und Smart City aus einer Hand anbieten und in ersten Pilotanwendungen live zeigen können, macht deutlich, dass wir unseren Weg sehr konsequent verfolgen“, so Schlosser.

CLS IoT-Gateway in Hutschienenausführung

Premiere auf der E-world: Das CLS IoT-Gateway in Hutschienenausführung wurde in weniger als einem Jahr marktreif entwickelt. Foto: ZENNER

Das CLS IoT-Gateway in Hutschienenausführung etwa, das erstmals auf der Messe vorgestellt wurde, entstand in weniger als zwölf Monaten. Das neue Gerät kann zum Beispiel „im Bauch“ von modernen Messeinrichtungen neben dem Smart Meter Gateway (SMGW) verbaut werden, aber auch an anderer Stelle im Zählerschrank, wenn dies gewünscht oder opportun ist. Neben der Anbindung von LoRa- WAN-fähigen Geräten und Sensoren ermöglicht das Gerät auch die Integration drahtgebundener und drahtloser Bestandszähler, die mit anderen Kommunikationsprotokollen wie M-Bus oder Wireless M-Bus arbeiten. Die sichere Infrastruktur des intelligenten Messsystems kann so zum Kommunikationskanal für sämtliche in Gebäuden installierten Zählerarten werden. Unterstützt werden Strom-, Wasser-, Wärme- und Gaszähler sowie alle wohnungswirtschaftlichen Verbrauchszähler, Heizkostenverteiler und weitere Sensoren. „Damit können Stadtwerke und Energieversorger beim demnächst startenden Rollout intelligenter Messsysteme das regulatorische Pflichtprogramm vom Start weg mit der Kür in Sachen Mehrwerte verbinden“, erläutert Schlosser. „Der Vertrieb wird kurzfristig in die Lage versetzt, neue Geschäftsmodelle auf den Weg zu bringen. Der Messstellenbetreiber andererseits erzielt zusätzliche Erlöse durch die Bereitstellung der SMGW-basierten Kommunikationsstrecke“, so Schlosser weiter.

SMGW-Hersteller streben Kompatibilität an

Dass ZENNER als Anbieter von IoT-Lösungen im Markt inzwischen als wichtiger Player wahrgenommen wird, zeigt sich auch in der Resonanz anderer Marktteilnehmer. Zahlreiche Hersteller von Smart Meter Gateways etwa haben aktiv Kontakt zu den Saarbrückern aufgenommen, um auf der eigenen Hardware-Plattform Kompatibilität mit dem ZENNER CLS IoT-Gateway herzustellen. „Dies zeigt uns, dass inzwischen wirklich alle verstehen, dass der kleine, unscheinbare Kasten tatsächlich die Brücke zu greifbaren Mehrwerten ist, von denen die Branche seit Jahren spricht und denen definitiv die Zukunft gehört“, freut sich Sascha Schlosser.

Der ZENNER-Chef hat klare Vorstellungen, wie es weitergehen soll. Einerseits stehen zahlreiche Pilotprojekte vor der Tür, bei denen in der Praxis erprobt wird, wie IoT funktioniert. „Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass mit dem Ausprobieren die Begeisterung der Anwender wächst und die Ideen sprudeln – was weitere Dynamik bei der Umsetzung von IoT-Projekten in Stadtwerken und Kommunen verspricht“, berichtet Schlosser. Andererseits geht es darum, die Produktwelt auszubauen und zu optimieren. Dabei verfolgt ZENNER auch in Zukunft das Ziel, Plug-and-Play-Gesamtpakete zu schnüren, die die Komplexität für Anbieter weitmöglichst reduzieren und den raschen Aufbau neuer Services und Geschäftsfelder ermöglichen.

 

Thomas Buchholz, Leiter Produktmanagement Smart Metering und Vertrieb Smart Solutions bei ZENNER International, zu den Erfahrungen auf der E-world.

„Der CLS-Kanal wird als das verstanden, was er sein soll“

50,2: Wie war die Resonanz auf das ZENNER-Angebot auf der E-world insgesamt?

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Buchholz: In jeder Hinsicht großartig! Wir hatten richtig Betrieb am Messestand. Mehr als 150 Stadtwerke und zahlreiche Smart-Metering-Dienstleister haben uns besucht. Für uns war die E-world eine Art Nagelprobe, ob wir der Energiebranche das Potential unserer neuen IoT-Lösungen vermitteln können und als Digitalisierungspartner Zutrauen finden. Aus meiner Sicht lassen sich alle Fragen uneingeschränkt mit „ja” beantworten.

50,2: Was können Sie über die Herkunft der Messestandbesucher sagen?

Buchholz: Zum allergrößten Teil handelte es sich um Vertreter aus Stadtwerken und anderen Energieunternehmen sowie von Metering-Dienstleistern, hinter denen wiederum Gruppierungen weiterer Stadtwerke stehen. Versorger waren auf der E-world aber auch ganz klar die Zielgruppe, die wir primär erreichen wollten. Das hat hervorragend funktioniert.

50,2: Welches Thema hat besonders viel Aufmerksamkeit gefunden?

Buchholz: Im Mittelpunkt der meisten Gespräche standen Mehrwert schaffende IoT-Anwendungen über die CLS-Schnittstelle des Smart Meter Gateways. Der CLS-Kanal wird mittlerweile als das verstanden, was er im Kern sein soll: Er macht das Smart Meter Gateway in Kombination mit unserem IoT CLSGateway zur zentralen Kommunikationsplattform für Mehrwertdienste aller Art. Wir haben einige Use-Cases visuell aufbereitet, um Funktionsweise und Vorteile zu veranschaulichen, beispielsweise die Auslesung von schwer zugänglichen Zählern in Schächten. Diese Praxisorientierung in unseren Präsentationen und die Möglichkeit, Zähler und IoT-Gateway auf unserem Stand anzuschauen und anzufassen, kamen sehr gut an.

50,2: Wie weit ist der Markt mit Blick auf die Digitalisierung und IoT? Gibt es konkrete Ideen oder sogar Projekte? Oder geht es erst einmal nur um Orientierung und Informationsbeschaffung?

Buchholz: Das starke Interesse an unseren IoT-gestützten Lösungen beweist, dass die Stadtwerke sensibilisiert sind. Viele Unternehmen wollten sich grundsätzlich schlau machen. Es gibt andererseits etliche First Mover, die schon Pilotprojekte gestartet haben oder dies in Kürze tun wollen. Auf der Messe hatten wir mehrere Neukontakte, die zu weiteren Pilotprojekten führen werden. Über die Beispiele Stadtwerke Karlsruhe und EnBW wurde ja schon berichtet. Mehr darf ich im Moment noch nicht verraten.

50,2: Wie stehen die potenziellen Nutzer zu LoRaWAN?

Buchholz: Über die Grundlagen der LoRaWAN-Technologie haben wir auf der Messe kaum noch gesprochen. Im Markt scheint sich die Einschätzung zu verfestigen, dass dieser Funkstandard für IoT-Anwendungen ideal geeignet ist. LoRaWAN stellt die perfekte Kommunikationsbrücke zwischen Messgeräten und Sensoren einerseits und smarten Applikationen andererseits dar. Hohe Reichweiten, gute Gebäudedurchdringung, Einhaltung höchster Sicherheitsstandards, einfache Installation und energie- sowie wartungsarmer Betrieb zählen bekanntlich zu den besonderen Stärken.

Kontakt: ZENNER International GmbH & Co. KG, Thomas Buchholz, 66121 Saarbrücken, Tel. +49 681-99676-0, thomas.buchholz@zenner.com

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