Transparenz bei der Strommessung

Zur Prüfung seiner Stromrechnung erhält der Verbraucher über TRuDI künftig den direkten Zugriff auf seine digitalen Verbrauchsdaten. Foto: gopixa/shutterstock

Der Arbeitskreis BundesDisplay entwickelt Display-Software für intelligente Messsysteme in Privathaushalten. Die Prüfung durch PTB war erfolgreich.

Zur Prüfung seiner Stromrechnung erhält der Verbraucher über TRuDI künftig den direkten Zugriff auf seine digitalen Verbrauchsdaten. Foto: gopixa/shutterstock

Intelligente Messsysteme werden nach und nach Einzug in Haushalten und Unternehmen halten und können dem Anschlussnutzer bei der Kontrolle seines Energieverbrauchs behilflich sein: Sie zeigen, wann wie viel Energie zu welchem Tarif verbraucht wurde. Voraussetzung ist allerdings, dass sie ein Display mit entsprechenden Funktionen besitzen. Um das zu ermöglichen, hat der Arbeitskreis BundesDisplay die Open-Source- Software „TRuDI“ entwickelt. Der Arbeitskreis BundesDisplay wurde im Rahmen des Rollouts intelligenter Messsysteme als Initiative der PTB, sowie des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI) zusammen mit führenden Zähler- und Smart Meter Gateway-Herstellern ins Leben gerufen.

Nach sechsmonatiger Entwicklungsphase und erfolgreicher Prüfung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ermöglicht die Transparenz- und Display-Software dem Endverbraucher nun eine einheitliche, herstellerübergreifende Darstellung seines Energiebedarfs sowie die Möglichkeit zur Rechnungsprüfung.

Open-Source-Software – Nutzen für alle

TRuDI steht als betriebssystemunabhängige Open-Source-Software kostenfrei zum öffentlichen Download zur Verfügung, wobei die Wartung und Pflege der Software weiterhin durch die Unternehmen des Arbeitskreises BundesDisplay erfolgt. Die Nutzung und Weiterentwicklung von TRuDI ist damit uneingeschränkt möglich. Auf diese Weise ist TRuDI nicht nur für Endkunden interessant, sondern steht auch als Basis für Mehrwertdienste und für die Portal- und die App-Entwicklung zur Verfügung.

Entwickelt wurde die Software von PPC, devolo, EMH metering, der Europäischen Funk-Rundsteuerung, der IVU Softwareentwicklung, Landis+Gyr, Sagemcom Dr. Neuhaus, Theben sowie der Deutschen Zählergesellschaft. Sie ist bereits von der PTB nach PTB-A50.8 Abschnitt 5 und 7 geprüft und zugelassen.

Auch Energieversorgungsunternehmen und Messstellenbetreiber waren bei der Entwicklung von TRuDI beteiligt. So unterstützten E.ON und EnBW TRuDI vor allem in der Spezifikations- und Testphase der Software, um deren Praxistauglichkeit zu überprüfen.

Verbrauchsdatenvisualisierung und Transparenz-Funktion

Der Endverbraucher erhält dank TRuDI eine einheitliche, herstellerübergreifende Visualisierung seiner Verbrauchsdaten und die Möglichkeit zur Rechnungsprüfung. Hierfür verbindet sich die Software über die Kunden-Schnittstelle mit dem Smart Meter Gateway (SMGW). Den Datenformaten der TRuDI liegen von dem Forschungsinstitut OFFIS e.V. im Auftrag der PTB erarbeitete Spezifikationen zu Grunde, die von Fachleuten des Energieversorgungsunternehmens EnBW an den Praxisbedarf angepasst wurden. Neben der Display-Funktion, auf der die im Gateway gespeicherten Messwerte dem Endverbraucher angezeigt werden, steht auch eine sogenannte Transparenz-Funktion zur Verfügung. Diese bietet dem Endverbraucher die Möglichkeit, einen beim Lieferanten gebildeten Tarif lokal nachzurechnen und somit seine Rechnung zu überprüfen.

Einsatz in der Baumusterprüfbescheinigung

TRuDI ist zudem Bestandteil des Baumusterprüfbescheinigungs- Verfahrens der Smart Meter Gateways, das im Rahmen der eichrechtlichen Zulassung notwendig wird. In der PTB ist man der Meinung: Durch die Kompatibilität mit den Gateways aller Hersteller reduziert TRuDI den Prüfungsaufwand im Rahmen der Verfahren maßgeblich und ebnet den Weg für deren Baumusterprüfbescheinigung.

Hintergrund der Entwicklung von TRuDI ist die laut Mess- und Eichgesetz MessEG § 33 (3) geforderte Möglichkeit, auf Messwerten beruhende Rechnungen für den Rechnungsträger in einfacher Weise nachvollziehbar zu machen. Neben den Anforderungen aus dem MessEG wurden auch die Anforderungen des Messstellenbetriebsgesetzes (insbesondere § 35, § 62) und der PTB-A 50.8 erfüllt. Daher ist TRuDI für den Einsatz im iMSys-Rollout im Rahmen der Vorgaben des BSI nutzbar.

Kontakt: Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Dr. Martin Kahmann, 38116 Braunschweig, Tel. +49 531 592-2300, martin.kahmann@ptb.de

 

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