Aktive Unterflurentwärmung

Über einen Luftmassenaustausch wird die entstehende Hitze aus dem Schachtraum abgeführt. Foto: Langmatz GmbH

Ein neues Schutzsystem von Langmatz verhindert die Überhitzung von Bauteilen in unterirdischen Verteilern.

Sie liegen für das Auge unsichtbar unter der Erde, unterhalb von Straßen und Plätzen. Sie befinden sich an prominenten Orten wie der Fanmeile in Berlin, dem Brandenburger Tor und dem Roten Platz in Moskau, genauso wie in tausenden weiteren großen und kleinen Gemeinden weltweit. Die Rede ist von den Unterflurverteilern der Firma Langmatz. Der Systemlieferant von Infrastrukturprodukten für Telekommunikation, Energie- und Verkehrstechnik aus Garmisch-Partenkirchen hat jetzt für die Aufnahme von aktiven Komponenten ein Schutzsystem entwickelt, welches die Entwärmung dieser Bauteile in Unterflurverteilern sicherstellt.

Über einen Luftmassenaustausch wird die entstehende
Hitze aus dem Schachtraum abgeführt. Foto: Langmatz GmbH

Typische Beispiele für den Einsatz der Unterflurverteiler in der Energieversorgung sind Stromverteilungen für Marktplätze. Im Gegensatz zu einem üblichen über der Erde verbauten Verteiler für Strom, Wasser und Telekommunikation, haben Unterflurverteiler einen entscheidenden Vorteil: Ohne das Stadtbild durch oberirdische Gehäuse oder Schränke zu beeinträchtigen oder Denkmalschutzvorschriften zu verletzen, werden diese einfach im Boden versenkt. Maßgeblich ist ferner, dass sie auf Grund ihrer Funktionalität jederzeit für autorisierte Personen zugänglich sind. Sie sind mit Schachtabdeckungen aus Guss, Beton oder mit auspflasterbarem Deckel ausgestattet und lassen sich so in jedes Ortsbild harmonisch integrieren. Zudem sind sie nach Informationen des Herstellers nicht nur gegen Gefahren durch Schmutz und unbefugtem Zugriff, beziehungsweise Vandalismus, sondern auch gegen Überflutung gesichert: Werden Kabelschächte aus Kunststoff von Langmatz als Unterflurverteiler eingesetzt, schützt sie ein Tauchhauben-Prinzip vor eindringendem Wasser.

Unterschiedliche Systeme

Als Vorbeugung gegen die Überhitzung relevanter Bauteile bietet das Garmischer Unternehmen neuerdings unter den Produktbezeichnungen EK 880 beziehungsweise EK 890 verschiedene Systeme für die Entwärmung von Unterflursystemen an.

So sind bei der Entwärmung nach dem Prinzip „Luftumwälzung“ Lüfter in einem geschlossenen Schachtsystem verbaut, welche die Innentemperatur homogenisieren. Entstehende Hitze wird in diesem Fall durch Wärmeleitung und erzwungene Konvektion von den Bauteilen aus dem Schachtraum abgeführt.

Mit Hilfe der vorinstallierten Lüfter werden bei diesem nach außen offenen System hohe Verlustleistungen, beziehungsweise Wärme, mittels Luftmassenaustausch von den Bauteilen über die Grenze des Systems abgeleitet. Frischluft wird durch das Rohrsystem von außen über die Lüfter angesaugt, intelligent gefiltert und umströmt die installierten aktiven Module. Im Anschluss wird die erwärmte Luft über die Öffnungen in der Abdeckung aus dem Schacht ausgeleitet. Ein Blick auf die Leistungsmerkmale zeigt, dass Systeme mit Verlustleistungen von bis zu 500 Watt bei 38 Grad Celsius Umgebungstemperatur sicher in dem Unterflurverteiler betrieben werden können. Das System verfügt über eine redundante Luftkühlung, welche bei Störung ein Alarmsignal an eine Leitstelle abgeben kann. Die Schachtabdeckung (D 400) ist verriegelbar und besitzt integrierte Lüftungsschlitze. Die Außenmaße des Schachts sind typischerweise circa 80 Zentimeter Breite, 140 Zentimeter Länge und 100 Zentimeter Tiefe.

Grundsätzlich ist bei den Langmatz Unterflurverteilern auch eine rein passive Entwärmung möglich. In diesem Falle sind – beim jederzeit zugänglichen Schacht – keine zusätzlichen Komponenten nötig. Die Wärme wird sowohl durch Wärmeleitung als auch freie Konvektion sowie Wärmestrahlung von den Bauteilen abgeführt.

Kontakt: Langmatz GmbH, Ines Rösch, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel. +49 8221 920-0, i.roesch@langmatz.de

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