Verteilnetzbetreiber Ostdeutschlands sehen hohen Bedarf an Netzausbau- und Netzverstärkungsmaßnahmen bis zum Jahr 2030

21.11.2019 – Die Verteilnetzbetreiber (VNB) der Arbeitsgemeinschaft Flächennetzbetreiber Ost (ARGE FNB Ost) haben ihren Netzausbauplan 2019 (NAP 2019) für das Hochspannungsnetz veröffentlicht. Mit den nun vorgelegten Ergebnissen will die ARGE einen konkreten Beitrag zur gemeinsamen weiteren Netzentwicklung in Nordostdeutschland leisten. Der Netzausbauplan NAP 2019 berücksichtigt einen Zeithorizont bis zum Jahr 2030. Für die Prognosen zur Erzeugungs- und Lastentwicklung orientiert er sich an den Eingangsdaten aus dem Prozess zur Netzentwicklungsplanung (NEP 2030, Version 2019) und ergänzt diese mit lokalen Analysen und eigenen Abschätzungen der beteiligten Verteilnetzbetreiber. Schon heute übersteigt in zahlreichen Verteilnetzbereichen die Stromerzeugung den dortigen Verbrauch um ein Vielfaches. Im Jahr 2030 werden in den im NAP 2019 betrachteten Verteilnetzen 57 Gigawatt (GW) Erzeugungsleistung angeschlossen sein, wovon rund 50 GW aus Erneuerbaren Energien stammen werden. Nach der Prognose werden im Jahr 2030 somit fast 90 Prozent der installierten Erzeugungsleistung in den Netzen der ARGE FNB Ost aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Dabei gilt, dass auch zukünftig der größte Teil der Erzeugungsleistung im Verteilnetz angeschlossen sein wird.

Rückspeisungen in die Übertragungsnetze werden voraussichtlich deutlich häufiger und mit größeren Leistungswerten auftreten, als dies aktuell der Fall ist. Die Flächennetze werden damit zu Flächenkraftwerken, die Übertragungsnetze übernehmen hierbei weiterhin ihre verbindende Funktion zu. Nach aktueller Planung müssen in der Region zwischen Ostseeküste und Thüringer Wald bis zum Jahr 2030 elf Netzverknüpfungspunkte zwischen Verteil- und Übertragungsnetz neu errichtet und 29 Verknüpfungspunkte verstärkt werden. Zusätzlich müssen bis zum Jahr 2030 im Hochspannungsnetz insgesamt 526 Kilometer Trassen neu errichtet und 2.156 Kilometer Trassen verstärkt werden. Untersuchungen zeigen, dass trotz stetiger Investitionen in die Erneuerung und Erweiterung der Netze der Bedarf an weiteren Netzverstärkungs- und Netzausbaumaßnahmen auch in Zukunft hoch bleibt.

Beim Einfluss von Speichern und flexiblen Lasten zeigt sich an den untersuchten Netzen, dass deren Netzintegration nur in Einzelfällen Netzausbaumaßnahmen bis über 2030 hinaus verzögern kann. Hierfür sind zudem noch die technischen, gesetzlichen, regulatorischen und wirtschaftlichen Randbedingungen zu setzen. Zudem hebt die ARGE FNB Ost auf die Notwendigkeit eines intelligenten Netzbetriebs ab, der „der auf Schwankungen unmittelbar reagiert und vorausschauend plant.“ Dafür sei ein stetiger Datenaustausch zwischen allen Beteiligten notwendig, der einen verlässlichen rechtlichen und regulatorischen Rahmen sowie geeignete sichere Kommunikationsstrukturen benötigt. (pq)

www.arge-fnb-ost.de

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