7. edna-Kamingespräch beleuchtet den Flexibilitätsmarkt

25.11.2019

Auf dem 7. Kamingespräch des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation e.V. haben die Teilnehmer sich schwerpunktmäßig mit Batteriespeichern und dem Flexibilitätsmarkt beschäftigt. In der Diskussionsrunde zeigten sich laut edna durchaus unterschiedliche Meinungen zu Chancen und Grenzen der Flexibilitätsoptionen für die Stabilisierung der Energieversorgung. So habe laut Gastgeber Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen, der Strukturwandel mit einem deutlichen Rückgang an Industrie sowie zunehmende Energieeffizienz dazu geführt, dass die maximale Leistung von 52 MW vor 25 Jahren auf heute 36 MW zurückgegangen sei. „Speicherlösungen spielen daher eher für den privaten Stromproduzenten eine Rolle, der damit den Eigenverbrauch optimieren möchte“, so Oehler. „Für Haushalte rechnet sich das, denn die können so die Kosten für Strom über den Eigenverbrauch und Speicher auf deutlich unter 20 Cent pro kWh senken“, stellte Dr. Patrick Jochem von Karlsruher Institut für Technologie KIT fest. Insgesamt, da waren sich die Teilnehmer einig, werde die Bedeutung des Flexibilitätenmarktes in den kommenden Jahren jedoch zunehmen.

Moderator Bernhard Mildebrath, Schleupen AG, Dr. Patrick Jochem, KIT, Dr. Serafin von Roon, Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, Eberhard Oehler, Stadtwerke Ettlingen, Prof. Markus Zdrallek, Universität Wuppertal , Ralf Marquardt, Fraunhofer IOSB-AST
v.l.n.r.: Moderator Bernhard Mildebrath, Schleupen AG, Dr. Patrick Jochem, KIT, Dr. Serafin von Roon, Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft, Eberhard Oehler, Stadtwerke Ettlingen, Prof. Markus Zdrallek, Universität Wuppertal , Ralf Marquardt, Fraunhofer IOSB-AST. Foto: Uwe Pagel / Press’n’Relations GmbH

Dass sich das auch in kleinen Netzen schon heute rechnen kann, berichtete Prof. Markus Zdrallek, Lehrstuhl für elektrische Energieversorgungstechnik in Wuppertal. „In einem Feldversuch beim E-Werk Schweiger konnten wir nachweisen, dass über einen Markt für die Nutzung von Flexibilitätsoptionen 95 Prozent der Kosten für den ansonsten nötigen Netzausbau im Testgebiet eingespart werden könnten“. Auch die Tatsache, dass heute bereits mehr als 50 Prozent des erzeugten Stroms in die Netzebenen 110 kV und niedriger eingespeist werden, mache die Potenziale der Ausnutzung von Flexibilitätsoptionen deutlich. Dem pflichtete auch Dr. Serafin von Roon, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft bei. „Der Netzausbau fühlt sich für viele Netzbetreiber noch als die sicherere Option an. Dabei geht es doch meist nur um wenige Viertelstunden im Jahr, in denen ein Eingriff notwendig wird. Hier Flexibilitäten zu nutzen, ist deutlich billiger, als das Verteilnetz auszubauen.“

Getrieben werde das Thema zunehmend durch die so genannten „Flexumer”, also Eigenheimbesitzer, die ihre PV-Anlage mit einem Speicher, der Wärmepumpe und der Ladestation für das E-Auto kombinieren. Aber auch über Quartierstrommodelle, die zunehmend an Attraktivität gewinnen. „Wir streben hier in unseren Projekten Einsparungspotenziale von 15 bis 20 Prozent im Quartier an”, berichtete Ralf Marquardt vom Fraunhofer IOSB-AST.Dabei wachsen die Bäume dennoch nicht in den Himmel. „Bei einem Eigenversorgungsanteil von bis zu 50 Prozent kommen wir auf Stromkosten, die durchaus vergleichbar mit denen des lokalen Versorgers sind, danach gehen die Kosten durch die Decke”, erklärte Dr. Serafin von Roon. (vb)

www.edna-bundesverband.de

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