IMsys SGM-DD von EFR: Geeigneter Zähler für BSI-konforme Messsysteme mit hoher Leistung

10.10.2019 – Elektronische Zähler sind im Energieverbund DIGImeto aus Dresden nichts Neues – seit etlichen Jahren wurden zum Beispiel in Dresden von DREWAG NETZ keine Ferraris-Zähler mehr eingebaut, sondern elektronische Mehrtarifzähler. Doch BSI-konform waren diese Zähler noch nicht, da die hohen Anforderungen an die Datensicherheit erst später festgelegt wurden. „Aus diesem Grund steht bei uns ein Generationswechsel an“, erklärt Steffen Böttcher, Geschäftsführer der DIGImeto GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist der gemeinsam gegründete grundzuständige Messstellenbetreiber von sechs kommunalen Energieversorgern – darunter DREWAG NETZ und ENSO NETZ – und verantwortlich für den Rollout moderner Messeinrichtungen. „Ein Wechsel von unseren bisherigen elektronischen Zählern auf moderne Messeinrichtungen nach FNN-Standard hätte jedoch einen technologischen Rückschritt bedeutet“, sagt Böttcher „Unsere Zähler waren in einigen Positionen schon damals smarter als das FNN es heute verlangt – auf einige Merkmale wollten wir und unsere Kunden keinesfalls verzichten.“

Neuentwicklung statt Markt-Standard

Da marktgängige Lösungen den gewünschten Funktionsumfang nicht boten, blieb nur Eines: BSI- und FNN-konforme moderne Messeinrichtungen nach eigenen Vorstellungen weiterentwickeln zu lassen, um die bisherige Zählergeneration abzulösen.

Typische Anwendungen sind die Verbrauchsmessung bei Privatkunden oder Wohnanlagen, bei Kunden mit Eigenerzeugung und Einspeisung ins öffentliche Netz, im Kleingewerbe und bei Arealbetrieben. Bei der DIGImeto kommen so insgesamt rund eine Million Zählpunkte zusammen, somit lohnt sich eine individuelle Entwicklung.

Das Unternehmen startete also eine Ausschreibung und wählte unter den Kandidaten drei aus, die den Wunsch-Zähler umsetzen sollten – unter ihnen die EFR aus München. Gewünscht waren neben den üblichen Anforderungen vor allem die folgenden Merkmale:

• Anbindbar an BSI-konforme Messsysteme wie ein FNN-Basiszähler
• Gehäuse mit Dreipunktbefestigung
• Eignung für Stromein- und -ausspeisung
• Mehrtarif: Summen-, HT- und NT-Zählwerk (auch für Eintarif-Kunden)
• Umschaltbare interne und Tarifsteuerung • Echtzeituhr und Kalender mit Batteriepufferung unter Beibehaltung des FNN-Sekundenindex
• Flexible Abfrage historischer, tagechter Energiemengen über zwei Jahre, auch tarifiert
• Stichtagsabrechnung (z.B. zum Jahresende für Hausverwalter)
• Doppelnutzung der optischen Schnittstelle (DSS nach FNN und mobile Datenerfassung nach IEC-62056-21-Protokollstandard (ehem. 1107-Protokoll))
• Eingebauter RFID-Chip zur vereinfachten Logistik
• Ablesen auch ohne Netzspannung möglich

Mehr Transparenz für die Endkunden

Hinter diesen Anforderungen steht im Wesentlichen das Ziel, den Kunden eine exakte Abrechnung, maximale Transparenz und hohe Sicherheit zu gewährleisten. Zum Beispiel soll bei einer Strompreis­änderung innerhalb des Abrechnungszeitraums passend zum Stichtag auf die Kilowattstunde genau definiert werden können, was zum alten und was zum neuen Tarif berechnet wird. „Dazu sind eine exakte Uhr und das Hinterlegen der Monatsverbräuche nötig“, erläutert Steffen Böttcher. Da die historischen Werte der letzten 24 Monate auch den Endkunden zur Verfügung stehen, können diese ihre Rechnung genau prüfen. Eine Stichtagsabrechnung – beispielsweise zum 31.12. – ermöglicht es außerdem, Hausverwaltungen den Verbrauch an Gemeinschaftsstrom exakt für das Kalenderjahr zu melden, was die Nebenkostenabrechnungen vereinfacht.

Als besonderen Service bietet der SGM-DD Eintarif-Kunden die Möglichkeit, anhand der mitlaufenden und von ihnen abrufbaren HT- und NT-Zählwerke ihren Verbrauch in den Hoch- und Niedertarifzeiten zu kontrollieren. „So kann jeder nachvollziehen, ob ein Zwei-Tarif-Vertrag vielleicht doch die günstigere Option für den jeweiligen Haushalt ist.“ In Dresden ist die Wahrscheinlichkeit hierfür relativ hoch, denn der Schwachlast-Niedertarif ist hier nicht gleichzusetzen mit Nachtstrom. An Samstagen gilt der günstigere Tarif statt von 22 bis 6 Uhr sogar bis 9 Uhr morgens und an Sonn- und Feiertagen gilt der NT-Preis rund um die Uhr.

Durchdachter Datenschutz durch persönliche PIN

Auch das Thema Verbraucher- und Datenschutz spielte bei der Entwicklung eine besondere Rolle: Um die historischen Daten am Zähler einzusehen, muss der Kunde eine eigene, nur von ihm zu wählende PIN vergeben. Sobald eine neue PIN – zum Beispiel durch einen Nachmieter – definiert wird, löscht der Zähler die bisher gespeicherten historischen Verbrauchsdaten. Überdies kann der Kunde mit seiner PIN auch – in bestimmten Grenzen – die Displayanzeige seines Zählers konfigurieren und seine gespeicherten historischen Daten über die D0-Schnittstelle auslesen.

Wird der Zähler mit einem Messsystem verbunden, werden Mehrtariffunktion und Datenspeicherung automatisch deaktiviert. Trotzdem behält der Kunde noch Zugriff auf seine zuvor aufgelaufenen Werte – es geht somit nichts verloren.

Wie der Funktionsumfang im Detail umgesetzt wird, blieb den Herstellern überlassen. „Jeder Zähler ist ein wenig anders“, sagt der DIGImeto-Geschäftsführer, „Aber alle lassen sich vom Kunden gleich bedienen.“ Die Unterschiede lägen im Detail. Zum Beispiel sei die FNN-Schnittstelle beim EFR-Zähler SGM-DD über einen Adapter gelöst, bei den beiden anderen Modellen sei sie integriert.

„Was den EFR-Zähler auszeichnet, ist unter anderem seine einfache Installation“, lobt ein Ausrüstungsdienstleister. „Unsere Monteure haben berichtet, dass die Montage und Klemmung schnell und einfach gelingt.“ Gut gelöst sei auch die Aufnahme für Module wie den BAB-Adapter und der austauschbaren Batterie. Ein Smart Meter Gateway und/oder eine Steuerbox finden im „Bauchraum“ des Basiszählergehäuses ausreichend Platz.

Ideale Basis für weitere Entwicklungen

Vom SGM-DD profitieren aber nicht nur die DIGImeto und die Stromkunden. „Wir sind überzeugt, dass der SGM-DD – ob unverändert oder mit Modifikationen – seinen Platz im Markt erobern wird“, meint EFR-Geschäftsführer Robert Bergmann. „Dieser Basiszähler ist bei allen über Vierleiter direkt angeschlossenen Kundenanlagen einsetzbar und hebt sich von normalen modernen Messeinrichtungen durch Funktionen ab, die sicherlich viele Messstellenbetreiber zu schätzen wissen.“ Zähler- hersteller EFR sieht in dem neuen Modell und seiner Bauform zudem die ideale Plattform für kunden- individuelle Weiterentwicklungen. (pq)

www.efr.de

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