Wissens- und Technologietransfer: Westnetz eröffnet Trainingscampus

28.10.2019

Mit einem neuen Trainingscampus, der am 22. Oktober 2019 eröffnet wurde, widmet sich die Westnetz GmbH der digitalen Ausbildung seiner Mitarbeiter und der Forschung zu neuen Technologien für die Energiebranche. Am Standort der Umspannanlage Mettmann testet und erforscht der Verteilnetzbetreiber verschiedene technologische Lösungen unter realen Bedingungen und nutzt gleichzeitig digitale Lehrmethoden, um seine Mitarbeiter im Umgang mit diesen zu schulen. „Ein Trainingscampus für die Energiewelt von morgen, entwickelt von Fachleuten für Fachleute: Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft finden wir hier Antworten auf bekannte und auch noch nicht gestellte Fragen zur künftigen Energieversorgung“, erläutert Westnetz-Geschäftsführer Dr. Stefan Küppers.

Mitarbeiterschulung wird digital

Harald Heß, Dr. Stefan Küppers, Thomas Dinkelmann, Thomas Walkiewicz und Deliah Hecker freuen sich über die Inbetriebnahme des Trainingscampus. Foto: Westnetz GmbH

Um aus dem ehemaligen Schaltgebäude an der Umspannanlage die Bedingungen für den Trainingscampus als Lernfeld für Westnetz-Mitarbeiter zu schaffen, hat Westnetz einen neuen Schaltpark mit verschiedenen Anlagentypen unterschiedlicher Hersteller errichtet. Ziel dessen ist es, die Netzmonteure für Schalthandlungen im Verteilnetz an Anlagen mit Spannungen von bis zu 10.000 Volt vorzubereiten beziehungsweise weiterzubilden und sie mit dem Einsatz innovativer Techniken vertraut zu machen. Dabei verbinden die Referenten und Technologieexperten die einzelnen Schulungen mit Anwendungen aus dem Bereich Virtual und Augmented Reality, bei denen die reale Welt mit digitalen, computergestützten Inhalten und Zusatzinformationen erweitert wird. Die Mitarbeiter spielen so verschiedene fiktive technische Szenarien durch. „Das Üben unter realen und virtuellen Bedingungen schafft mehr Sicherheit bei den Netzmonteuren, davon profitieren natürlich auch die Kunden“, erklärt Thomas Walkiewicz, Leiter des Westnetz-Regionalzentrums Neuss.

Tests und Forschungen zu neuen Technologien

Der Trainingscampus untersucht neue Technologien unter realen Bedingungen und nutzt digitale Lernmethoden zur Mitarbeiterschulung. Foto: Shutterstock

Abseits der Schulungen werden im Trainingscampus eine Vielzahl neuer Technologien getestet und weiterentwickelt, beispielsweise eine automatisierte Fernleitungsinspektion via Drohne. Auch das Internet of Things (IoT) gehört zum Programm. So lassen sich etwa Auffälligkeiten in technischen Anlagen durch neueste Sensorik beobachten und über Steuerungswerte Eingriffsmöglichkeiten definieren, sodass das Stromnetz zunehmend automatisiert und dezentralisiert wird. Ein Beispiel ist der Test einer „elektronischen Nase“, die, einmal in eine Schaltanlage oder Ortsnetzstation eingebaut, beginnende Kabelbrände oder Kabelfehler frühzeitig erschnüffelt und bei Auffälligkeiten ein Störungspotential meldet, bevor es zu Versorgungsunterbrechungen kommt. „Die Idee dieser Pilotprojekte ist, neue Technologien schnell in realer Umgebung zu testen, bevor sie großflächig ins Stromnetz eingebaut werden. Mit diesem Vorgehen sind wir flexibel, schaffen intelligente Netze und gestalten die Energiewende aktiv mit”, erläutert Stefan Kreutz, Leiter Technologie im Bereich Digitalisierung/Innovation/Technologie.

Begleitet wird die Idee des Trainingscampus von der Fachhochschule Südwestfalen im Rahmen einer Bachelorarbeit. Die Hochschule unterstützt den Transfer von Wissen und Technologien, damit sie den Anwendern zeitnah in Form innovativer Produkte oder Dienstleistungen zugutekommen. (vb)

www.westnetz.de

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