Maschinenfabrik Reinhausen vereint Vorteile von passiven und aktiven Netzfiltern

27.11.2019 – Probleme mit Oberschwingungen in elektrischen Netzen sind oft kompliziert. Nicht nur die Bandbreite an Wechselwirkungen und Ursachen ist hoch – auch bei den Lösungen bietet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Konzepten, die oftmals ein hohes Expertenwissen bei der Auswahl und der Parametrierung erfordern. Mit der Total Harmonic Solution stellt die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) nun ein klar strukturiertes Portfolio vor, welches die Vorteile von passiven und aktiven Netzfiltern vereint.

Das Konzept basiert auf standardisierten passiven Filtern und aktiven Modulen. Die aktiven Module dienen zur bedarfsgerechten Filterung von Oberschwingungen in einem breiten Frequenzbereich, wobei die Software umfassend überarbeitet wurde: „Wir kombinieren die Vorteile von strom- und spannungsgeführter Regelung mit einer intelligenten Selbstparametrierung, die es unserem Aktivfilter GRIDCON ACF erlaubt, seine Wirkung permanent zu optimieren. Besonderes Augenmerk haben wir auf eine einfache Bedienung gelegt. In Kombination mit den passiven Erweiterungen GRIDCON CHF (Classic Harmonic Filter) und SHU (Supraharmonics Unit) können wir so jedes in Niederspannungsnetzen auftretende Power Quality-Problem ohne viel Aufwand in den Griff bekommen“, betont MR-Entwicklungsleiter Matthias Jacobi.

Betrieb ohne Stromwandler

Total Harmonic Solution – Beispielhafte Systemlösung bestehend aus zwei Aktivfiltermodulen und einem Supraharmonics-Erweiterungsmodul. Foto: Maschinenfabrik Reinhausen

Durch die neue Softwarelösung beim Aktivfilter GRIDCON ACF ist ein Betrieb ohne Stromwandler möglich. Die Regelung passt sich selbständig und mit hoher Präzision an das jeweilige Netz und sein spezifisches Schwingungsverhalten an. Das ermöglicht nicht nur eine einfache Inbetriebnahme, sondern ist besonders wichtig, wenn sich das Netz oder die Laststruktur mit der Zeit verändern. Die Parametrierung orientiert sich direkt an der eigentlichen Filteraufgabe, indem alle Oberschwingungen kontinuierlich überwacht und bei Erreichen kritischer Werte automatisch auf ihre jeweils zulässigen Pegel begrenzt werden. Werksmäßig voreingestellt sind Normpegel gemäß IEC. Bei Verwendung von Stromwandlern können auch die Vorgaben der IEEE eingehalten werden – eine echte Plug and Play-Lösung.

Das neue MR Aktivfilter ist außerdem speziell für den parallelen Betrieb mit passiven Filtern und Kompensationsanlagen optimiert. In vielen Industrienetzen sind passive Filter oder konventionelle Kompensationsanlagen in Betrieb, die eine positive und oftmals sogar völlig ausreichende Filterwirkung auf die niedrigen, insbesondere die 5. Harmonische haben. Zur Reduzierung der Störpegel von höheren Harmonischen bietet sich die Installation eines Aktivfilters an. Anders als herkömmliche Aktivfilter kann der GRIDCON ACF dabei die parallel installierten passiven Filter oder Kompensationsanlagen gezielt unterstützen und somit vor Überlast schützen als auch bei deren Ausfall bis zur eigenen Leistungsgrenze selbstständig ersetzen. Dazu ist keine Kommunikation zwischen den Geräten erforderlich, die Filter können voneinander entfernt installiert werden – sogar in unterschiedlichen Hallen. (jr)

www.reinhausen.com

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