Wächter des Nordens: Intelligentes Frühwarnsystem vom HanseWerk für Kommunen

12.06.2020 – Mit der Softwarelösung „EnergieWächter“ vom HanseWerk steht kommunalen Liegenschaften in Schleswig-Holstein ein intelligentes Frühwarnsystem für effizienteres Energiemanagement zur Verfügung.

Eine halbe Million Euro Stromkosten können bei einer Gemeinde mit 30 Liegenschaften zusammenkommen, schätzt Björn Crüger, Produktentwickler Kommunen bei der HanseWerk AG. Crüger bezieht sich dabei auf Berechnungen bei den Gemeinden, die den EnergieWächter im Einsatz haben. Er ist überzeugt, dass erhebliche Einsparungen schon zu erzielen wären, wenn man technische Defekte oder Bedienungsfehler zeitnah identifizieren könnte: „Die Heizung in der Schulsporthalle läuft in den Ferien auf Hochtouren, eine defekte Lüftung schaltet sich nachts nicht mehr ab, der Parkplatz ist auch tagsüber hell beleuchtet – so etwas kommt einfach immer wieder vor und treibt die Kosten in die Höhe.“

Eine intelligente Monitoring-Lösung, die die laufenden Verbräuche überwacht und bei Problemen zeitnah warnt, erscheint vor diesem Hintergrund mehr als sinnvoll. Da eine derartige Lösung die Verbräuche durchgängig transparent macht, könnte sie zudem ein wertvolles Instrument zur Überwachung und Steuerung der jährlichen kommunalen Energiebudgets liefern und vermeiden, dass die Kosten unbemerkt aus dem Ruder laufen. Mittelfristig erhielte die Kommune überdies belastbare Entscheidungsgrundlagen für eine Steigerung der Energieeffizienz der Liegenschaften. Bereits im Sommer 2018 präsentierte die HanseWerk AG die Idee des kommunalen EnergieWächters bei schleswig-holsteinischen Städte- und Gemeindevertretern, mit denen man zu diesem Zeitpunkt bereits Gespräche zum Einsatz intelligenter Messsysteme führte.

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In kommunalen Liegenschaften gibt es erhebliche Einsparpotenziale bei den Energiekosten. (Foto: matthias21/AdobeStock)

„Wir wollten hier sehr frühzeitig den Bedarf abfragen, um dann spätestens zum Rollout Produkte und Services anbieten zu können, die unseren Kommunen tatsächlich Mehrwert bieten“, sagt Crüger. Das Konzept kam gut an, berichtet der Projektleiter – insbesondere, da im Zuge des Verbrauchsmonitorings auch der aufwändige Prozess der Zählerablesung entfällt, der die Kommunen erheblich belastet. Bisher mussten die zuständigen Ämter und Verwaltungen diese Aufgabe manuell erledigen, was gerade bei kleinteiligen Anlagen wie Pumpen oder Straßenlampen, deren Verbrauch über einen Zähler pro Straßenzug gemessen wird, einen hohen zeitlichen Aufwand bedeutet.

Modulare, nutzergerechte Lösung

Aufbauend auf diesen Gesprächen entstand der EnergieWächter, der sich derzeit, wie Björn Crüger berichtet, „in den Startlöchern“ befindet und in Kürze allen Kommunen im nördlichsten Bundesland zur Verfügung stehen soll. Die ersten Verträge sind bereits geschlossen.

Für die Verbrauchsmessung nutzt der Energieversorger HanseWerk aktuell RLM-Zähler und intelligente Messsysteme, die nach und nach ausgerollt werden. Die Daten können in 15-Minuten-Intervallen ausgelesen und liegenschaftsscharf visualisiert und analysiert werden. Dem Anwender steht dafür ein Dashboard zu Verfügung, in das sich der Verantwortliche der Kommune einloggt.

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Die Daten der Verbrauchszähler werden im EnergiePortal für unterschiedliche Anwendungen aufbereitet. (Foto, Grafik: HanseWerk AG)

Die Nutzung des Systems sei bewusst einfach und intuitiv gestaltet, wie Björn Crüger berichtet: „Es war ein ausdrücklicher Wunsch unserer Kommunen, dass der EnergieWächter ohne spezielle Schulung nutzbar ist. Erkennt das intelligente Frühwarnsystem eine Auffälligkeit, kann eine Push-Benachrichtigung als SMS oder E-Mail an die ausgewählte Kontaktperson, beispielsweise an den Hausmeister oder Energiebeauftragten, aktiviert werden.

Energieportal als Grundlage

Der EnergieWächter ist eine Software-Lösung, die zunächst vorrangig für Gemeinden konzipiert ist. Sie ist in das „EnergiePortal“ eingebunden, das kommunale Kundenportal. Die Cloudlösung ermöglicht es zum einen, Kundeninformation zu bündeln und zu verwalten. Zum anderen stellt die Plattform Tools bereit, mit denen sich datenbasierte digitale Mehrwertapplikationen entwickeln und bereitstellen lassen. Bei HanseWerk basiert bereits das kommunale Kundenportal der Tochtergesellschaft Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) auf dem EnergiePortal und auch der EnergieWächter entstand auf dieser Grundlage.

„Wir haben die Anwendung mit dieser Technologie vollständig selbst entwickelt. Gemeinden, die sich für das Tool entscheiden, erhalten den Zugriff einfach über ihren Portalzugang.“
Björn Crüger

Im nächsten Schritt plant man, andere Verbrauchszähler und Sensoren in die Lösung einzubinden. Dazu soll ein LoRaWAN-Netz realisiert werden, das sich aktuell in den Kreisen Pinneberg und Rendsburg-Eckernförde im Aufbau befindet. Sind diese Pilotprojekte erfolgreich, soll die IoT-Funktechnik sukzessive in weiteren Gemeinden in Schleswig-Holstein ausgerollt werden. „Auch hier wollen wir unsere Kommunen eng einbinden, um ein wirklich bedarfsgerechtes Produkt bereitstellen zu können“, betont Crüger.

Transparentes Preismodell

Auch bei den Nutzungs- und Preismodellen setzt man bei HanseWerk auf Einfachheit und Transparenz. Ist eine Kommune am EnergieWächter interessiert, erstellt HanseWerk ein individuelles Angebot, die Kosten errechnen sich aus der Anzahl der angebundenen Zähler, abhängig vom Verbrauch.

„Wir gehen davon aus, dass bei größeren Verbrauchern auch höhere Einsparungen möglich sind“, erläutert der Produktentwickler. Da das Angebot modular gestaltet ist, kann die Stadt oder Gemeinde entscheiden, welchen Service sie nutzen möchte. „Das ist allemal günstiger als auf ein vorgefertigtes Gesamtpaket zugreifen zu müssen, von dem man nur kleine Teile benötigt“, ist Crüger überzeugt.

Aktuell ist der EnergieWächter ausschließlich den Kommunen vorbehalten, gleichwohl sei dem HanseWerk zufolge eine Ausdehnung auf weitere Kundengruppen möglich. Aktuell stehe der Energieversorger bereits mit anderen Institutionen aus dem öffentlichen Sektor in Kontakt, perspektivisch sei der Einsatz auch für den gewerblichen Bereich oder die Industrie denkbar. Zum derzeitigen Zeitpunkt sei eine ausgereifte Produktpalette indes das vorrangige Ziel. (pq)

HanseWerk AG
Björn Crüger
energieloesungen@hansewerk.com
www.hansewerk.com

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