Stadtwerke Ostmünsterland nutzen GridEye zur Analyse des Verteilnetzes

01.10.2020 – Ist das Verteilnetz zusätzlichen Lasten oder Einspeisern gewachsen? Diese Frage wollte Daniel Recker, verantwortlich für das Netz Ennigerloh/Oelde bei der Stadtwerke Ostmünsterland GmbH & Co. KG, zuverlässig beantwortet wissen. „Natürlich kann eine Netzplanung auf Basis von Simulationen und Standardlastprofilen erfolgen“, sagt er. „Aber das ist eine Schätzung – mit dem Restrisiko einer Fehleinschätzung.“ Damit beim Anschluss einer großen Photovoltaikanlage oder zum Beispiel dem Anschluss einer neuen Siedlung besser geplant werden kann und unnötige Investitionen vermieden werden, investierten die Stadtwerke vor zwei Jahren in GridEye, die Digitalisierungslösung der depsys GmbH (Essen).

Einbausituationen der GridEye-Feldgeräte im Netz der Stadtwerke Ostmünsterland. Foto: SW Ostmünsterland

GridEye misst mithilfe dezentral im Verteilnetz installierter Geräte Strom und Spannung in Echtzeit. Diese Werte stehen direkt für das Netzmanagement zur Verfügung oder fließen in eine Datenbank ein, die umfangreiche Analysen ermöglicht. Letzteres nutzen die Stadtwerke Ostmünsterland intensiv. „Bevor neue Einspeiser oder Lasten angeschlossen werden, platzieren wir die GridEye-Geräte über einige Wochen oder Monate im jeweiligen Netzabschnitt und erhalten so ein gutes Bild von der aktuellen Auslastung“, berichtet

Daniel Recker, Leitung Stromnetz Ennigerloh/Oelde bei der Stadtwerke Ostmünsterland GmbH & Co. KG: „Die Analyse von Langzeitmessungen mit GridEye gibt uns Sicherheit bei der Netzplanung.“ Foto: SW Ostmünsterland

Recker. „So lässt sich zuverlässig vorhersagen, ob der Zweig für die kommenden Anforderungen ausreichend dimensioniert ist.“ Zudem nutzen die Stadtwerke GridEye, um schon durchgeführte Netzoptimierungsmaßnahmen auf ihre Wirkung zu überprüfen.

 

Weitere interessante Analysemöglichkeiten sieht Recker beispielsweise in der Power-Quality-Bewertung. Noch sei Spannungsqualität kein Thema im Netz der Stadtwerke Ostmünsterland, aber dies könne sich durch den Zubau weiterer Energieanlagen und Verbraucher ändern. Der Bedarf an Messwerten werde steigen. „Die Investition in die Digitalisierung des Verteilnetzes ist eine Investition in die Zukunft. Denn die Kenntnis über den Netzzustand wird durch die Anforderungen der Energiewende immer wichtiger.“

Die Skalierbarkeit der depsys-Lösung kommt den Stadtwerken, in deren Gebiet etwa 110.000 Menschen wohnen, entgegen. „Wir konnten vor zwei Jahren mit einem Set von drei Geräten beginnen und direkt großen Nutzen für unsere Netzplanung daraus ziehen. Bei steigendem Transparenzbedarf lässt sich GridEye einfach um weitere Messgeräte oder um Softwarelizenzen ergänzen“, stellt Recker fest. (pq)

www.depsys.com

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