EnBW: Spatenstich für Netzstabilitätsanlage Marbach

06.10.2020 – Die Netzstabilitätsanlage der Energie Baden­Württemberg AG (EnBW) in Marbach am Neckar soll vor dem Hintergrund des beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie und des Ausbaus der erneuerbaren Energien die schnelle, kurzfristige Absicherung des Netzes unterstützen. Am 12. Oktober 2020 fällt der Startschuss für die Umsetzung des Projektes.

Auslöser der Planungen ist ein Beschluss der Bundesnetzagentur, weitere Netzstabilitätsanlagen in Süddeutschland errichten zu lassen – mit 1.200 MW Gesamtleistung. Wer die erforderlichen Netzstabilitätsanlagen errichten soll, wurde im Rahmen von Ausschreibungen der regional zuständigen Übertragungsnetzbetreiber entschieden. Die EnBW bewarb sich mit ihrem Standort Marbach bei der Transnet BW – für eine Leistung von 300 MW mit einem Wirkungsgrad von ca. 36 %. – und erhielt im August 2019 den Zuschlag.

EnBW Netzstabilitaetsanlage Marbach
Schematische Darstellung der ölgefeuerten Gasturbinenanlage mit einem Wirkungsgrad von ca. 36 %. Grafik: EnBW – Energie Baden­Württemberg AG

Netzstabilitätsanlage ist in 30 Minuten einsatzbereit

Das Konzept der EnBW sieht einen einzelnen, neuen Kraftwerksblock auf dem bestehenden Betriebsgelände am Thomas-Alva-Edison-Ring vor. Gebaut wird ein Gasturbinenkraftwerk, das mit extraleichtem Heizöl (HEL) befeuert wird.

Für Marbach sind (vorsorglich) 1.500 jährliche Betriebsstunden genehmigt. Ausgegangen wird jedoch von wesentlich weniger Stunden pro Jahr. Wenn es darauf ankommt, muss das Kraftwerk sehr schnell hochgefahren werden. Die in Marbach geplante Anlage benötigt zum Hochfahren auf maximale Last rund 30 Minuten.

Standortvorteile der Netzstabilitätsanlage in Marbach

Wie EnBW betont, verursacht der Standort Marbach die niedrigsten volkswirtschaftlichen Kosten im Vergleich zu anderen möglichen Standorten des Unternehmens. Außerdem sind die Infrastruktur und ein geeignetes Öllager für das extraleichte Heizöl bereits am Standort vorhanden. Die Lage am Neckar ermöglicht eine Brennstoff-Anlieferung per Schiff. Der Brennstoff ist aufgrund der Lagerung in unmittelbarer Nähe immer sofort verfügbar. So werden Lieferengpässe vermieden, die beispielsweise beim Einsatz von Erdgas nicht ganz auszuschließen seien. (ds)

www.enbw.com

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