Netzentgelte: LichtBlick fordert mehr Effizienz durch Bündelung der Netzgebiete

14.10.2020 – Wie aus einer Analyse des Ökostrom-Anbieters LichtBlick hervorgeht, sind die Netzentgelte der 880 deutschen Stromnetzbetreiber seit 2015 im Durchschnitt um über 25 Prozent gestiegen. Wer im Jahr 3.000 Kilowattstunden Strom verbraucht, zahlt heute 47 Euro mehr für die Netznutzung als vor fünf Jahren. Zum Vergleich: Die EEG-Umlage stieg im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent bzw. 17 Euro pro Jahr.

Die Netzentgelte machen demnach im Schnitt über ein Viertel des Strompreises aus. Sie sind damit der größte Kostenblock auf der Stromrechnung eines Haushaltes. Mitte Oktober müssen Stadtwerke und Konzerne die neuen Netzentgelte für 2021 bekannt geben. Laut LichtBlick drohe in vielen Fällen eine weitere Erhöhung.

LichtBlick-Infografik_Steigende_Netzentgelte
Netzentgelte sind seit 2015 um ein Viertel gestiegen.
Grafik:obs/LichtBlick SE/Copyright: LichtBlick SE

Vom Anstieg der Netzentgelte waren der Untersuchung zufolge Verbraucher in fast allen Regionen Deutschlands betroffen. Im Stromversorgungsgebiet der Gelsenwasser AG haben sich die Netzentgelte mehr als verdoppelt, doch auch in Teilen von Bayern (plus 70,5 Prozent) und Sachsen (plus 54,8 Prozent) sowie in Hamburg (plus 44,3 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 44,6 Prozent), Bremen (plus 36,1 Prozent), Stuttgart (plus 30,4 Prozent) sind die Netzentgelte überdurchschnittlich gestiegen.

Laut LichtBlick braucht es mehr Transparenz über die Verwendung der Gelder und eine Reform des Netzbetriebs. Kritik übt der Versorger auch am Flickenteppich im deutschen Stromnetz. Von den rund 880 Netzbetreibern versorgen 70 Prozent nicht einmal 30.000 Kunden. Dies treibe die Kosten in die Höhe und bremse die Digitalisierung der Netze. Als Gegenmaßnahme plädiert LichtBlick für die Bündelung des Netzbetriebs in 25 regionale Cluster für mehr Kosteneffizienz und Innovation im Stromnetz. (ds)

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