Fundament für digitale Prozesse

27.10.2020 – Im Zuge der Vernetzung von Anlagen im Versorgungssystem rücken Technologien in den Fokus, die in anderen Branchen längst etabliert sind – so etwa das IoT-Gateway FP S-ENGuard von FP InovoLabs.

Die Digitalisierung in der Versorgungswirtschaft hat in jüngster Zeit erheblich an Fahrt aufgenommen. Neue rechtliche Vorgaben wie der Smart Meter-Rollout oder das Redispatch 2.0 aber auch die faktischen Veränderungen im Netz und am Markt haben zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema geführt. Dabei wurde deutlich, dass die Digitalisierung erhebliche Chancen bietet, eigene Prozesse zu verbessern und neues Geschäft zu generieren. Manuel Wittke, Business Analyst bei FP InovoLabs freut sich über diese Entwicklung, verhilft sie doch einem Klassiker im Portfolio seines Unternehmens zu wachsender Aufmerksamkeit bei Stadtwerken und Netzbetreibern.

IoT-Gateway FP S-ENGuard
Das IoT-Gateway FP S-ENGuard überträgt Daten aus praktisch jedem marktüblichen Zähler oder Messgerät in vorhandene Anwendungssysteme. Grafik: FP InovoLabs GmbH

IoT-Gateways für Energieanlagen

„Unsere Gateways aus der ENGuard-Produkt­reihe sind seit vielen Jahren für die automatisierte Übertragung von Daten aus den unterschiedlichsten, dezentralen Anlagen im Energiesystem optimiert worden – sei es ein Blockheizkraftwerk oder eine Ortsnetzstation, eine Elektroladesäule, ein Energiespeicher oder eine Wärmepumpe.“ Die ausgelesenen Daten werden über eine Fernkommunikationsschnittstelle an die Auswertesoftware in der Zentrale gesendet, wo der Anlagenbetreiber die Informationen in nachgeordneten IT-Systemen weiterverarbeiten oder über ein entsprechendes Tool von FP InovoLabs unmittelbar visualisieren kann.

Die Besonderheit besteht in der Vielfalt von Schnittstellen und verfügbaren Protokollen, über die ein FP S-ENGuard praktisch in jede In­frastruktur eingebunden werden kann. Optional integrierbare Mobilfunkmodule sorgen auch dort für sicheren Datentransfer, wo keine Internetverbindung existiert. „Damit ist das Gateway perfekt geeignet für die heterogenen technischen Umgebungen, die in einem dezentralen Versorgungssystem für unterschiedliche Aufgaben und Geschäftsmodelle beherrscht werden müssen“, so Wittke. Wie er berichtet, sind Hunderte von Mannjahren in die Entwicklung der Technologie geflossen. Mit dem spritzwassergeschützten IP65-Gehäuse ist der FP S-ENGuard speziell für die Nachrüstung von bestehenden Unterverteilungen ausgelegt und kann mit geringem Aufwand an die IT-Infrastruktur des Anlagenbetreibers angebunden werden. Bei Platzmangel im Schaltschrank können die Geräte aufgrund ihrer vorteilhaften Bauweise außerhalb montiert werden.

Aus der Immobilie zum Versorger

Bislang, so Wittke, sei der Haupteinsatzbereich die Immobilienwirtschaft gewesen: „Wohnungsgesellschaften nutzen die Technologie beispielsweise für das Monitoring ihrer Heizungsanlagen, so dass Mietausfälle durch Defekte nach Möglichkeit vermieden werden.“

Für eine differenzierte Anlagenüberwachung bringt der ENGuard neben dem reinen Datenlogging auch Funktionalitäten wie einen Störmelder, eine Alarmkaskade und eine Fernschaltung mit. „Bei aufkommenden Störungen sorgt eine integrierte Alarmfunktion unabhängig von der zentralen Software dafür, dass ein Techniker per SMS oder E-Mail informiert wird“, erläutert der Business Analyst. Die Kaskaden-Funktion verhindert, dass ein Alarm verloren geht: Der Alarm wird automatisch solange weitergereicht, bis ein Techniker den Alarm quittiert und den Fehler vor Ort behebt. Alternativ kann das ENGuard-Gateway die Anlage in einen vorgegebenen Zustand schalten, bis die Störung beseitigt ist.

FP S-ENGuard in der IoT-Infrastruktur
Das FP S-ENGuard in der IoT-Infrastruktur. Grafik: FP InovoLabs GmbH

Effizienz und Transparenz

Diese Möglichkeiten machten die Technologie in den vergangenen Jahren zunehmend auch für die Energiewirtschaft interessant, wie Manuel Wittke berichtet – zum Beispiel im Rahmen von Contracting-Dienstleistungen, einem zentralen Geschäftsfeld vieler Versorger. Wirksames digitales Anlagenmonitoring kann in diesem Bereich Kosten senken und die Servicequalität verbessern.

Dies gilt natürlich auch in anderen Arbeitsfeldern der Stadtwerke und Netzbetreiber, in denen die regelmäßige Überwachung und Wartung von Betriebsmitteln zum Tagesgeschäft gehört. Aktuell werden die nötigen Kontrollen und Wartungen noch oft durch Mitarbeiter vor Ort erledigt – vielfach unabhängig vom aktuellen Zustand der Anlage. „Jedem Verantwortlichen ist klar, dass diese Verfahren ineffizient, personal- und zeitaufwendig sind. Digitale Prozesse gewinnen hier aktuell erheblich an Bedeutung“, sagt Manuel Wittke. Darüber hinaus könnten nach seiner Einschätzung datenbasierte Wartungsservices auch über den eigenen Anlagenbestand hinaus eine interessante Option für Versorgungsbetriebe darstellen – beispielsweise als Dienstleistung für kommunale und gewerbliche Liegenschaften, die Betreiber von Erzeugungsanlagen oder Ladeinfrastruktur.

Verstärkt wird der Trend zur Digitalisierung von Anlagen im Energiesystem auch durch die steigenden Belastungen der Verteilnetze aufgrund dezentraler Einspeiser oder neuer Lasten wie der Ladeinfrastruktur – und durch neue Regelungen, die hier Abhilfe schaffen sollen, etwa im Redispatch-Management oder im Bereich der steuerbaren Verbrauchseinrichtungen. „Netzbetreiber werden künftig eine große Menge von Echtzeitdaten auslesen, in unterschiedlichen Systemen verarbeiten und nicht zuletzt auch Anlagen steuern müssen – eine robuste und flexibel nutzbare Datenkommunikation ist vor diesem Hintergrund unverzichtbar“, betont der Business Analyst.

Digitale Geschäftsmodelle

Auch mit Blick auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist die Verfügbarkeit von Daten ein erfolgskritischer Faktor. Hier liegt ein wichtiger Fokus der Versorger momentan auf der Immobilien- und Gebäudewirtschaft, denn kommunale Liegenschaften oder Wohnungsgesellschaften sind für die Stadtwerke ein – buchstäblich – naheliegender Markt. „Im Zuge des Smart Meter-Rollouts haben viele Versorger das Feld der Abrechnungsdienstleistungen als besonders lukrativ für sich entdeckt“, weiß Manuel Wittke. Um diese Potenziale zu erschließen, sei es allerdings wichtig, auch den deregulierten Bereich – Wasser-, Gas- und Wärmeverbrauch – mitzudenken sowie Kunden, die unterhalb der Verbrauchsschwelle von 6.000 kWh/Jahr liegen und zunächst kein iMSys erhalten.

Hier bietet das ENGuard ebenfalls interessante Optionen, denn über M-Bus-Schnittstellen kann das Gerät zwischen 50 und 100 Zähler unterschiedlicher Sparten auslesen und die Daten in entsprechende Abrechnungs- und Analysesysteme übergeben. Sind die Daten einmal vorhanden, können darauf aufbauend, weitere interessante digitale Services erschlossen werden. „Digitales Verbrauchsmonitoring oder Energie-Effizienz-Analysen sind heute in praktisch allen Kundensegmenten der Verbraucher sehr nachgefragt,“ sagt Manuel Wittke. Softwaretechnisch seien solche Anwendungen heute problemlos umzusetzen.

Er rät Versorgern, die jetzt mit der Digitalisierung ihrer Anlagen starten, im kritischen Bereich der Datenkommunikation auf einheitliche, bewährte Lösungen zu setzen. „Wo man mit seinen Prozessen und Geschäftsmodellen Neuland betritt, schafft eine ausgereifte Technologie wie unsere ENGuard-Gateways ein sicheres Fundament und breite Handlungsspielräume.“ (pq)

FP InovoLabs GmbH
Manuel Wittke
info@inovolabs.com
www.inovolabs.com

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