CLS-Schnittstelle für Mehrwerte

28.10.2020 – Die CLS-Schnittstelle des Smart Meter-Gateways wird auch für Ladesäulenbetreiber relevant. Die ZENNER-Gruppe gründete jetzt ein neues Unternehmen, das spezielle Lösungen und Dienstleistungen in diesem Bereich anbietet.

Ab dem 1. Januar 2021 müssen neue Ladesäulen mit einer Ladeleistung von mehr als 6.000 Kilowatt mit einem Smart Meter-Gateway ausgestattet werden. Für die Betreiber bedeutet dies zwar einen finanziellen Mehraufwand, andererseits ermöglicht es der hochsichere Kommunikationskanal, die Ladepunkte netzdienlich zu steuern und so gemäß §14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von reduzierten Netzentgelten zu profitieren. In Kombination mit IoT-Technologien sind weitere Mehrwerte und Geschäftsmodelle denkbar. Dreh- und Angelpunkt ist die CLS-Schnittstelle, über die Daten ausgelesen und Schalthandlungen durchgeführt werden können.

CLS und EMT

„Unser CLS-IoT-Gateway wurde speziell für dieses Szenario entwickelt“, erläutert Sebastian Heß, Geschäftsführer der aktiver EMT GmbH, der neu gegründeten ZENNER-Tochtergesellschaft, die auf Technologien und Dienstleistungen rund um die CLS-Schnittstelle des Smart Meter-Gateway spezialisiert ist. „Das Gateway ist für die bidirektionale Datenkommunikation mit unterschiedlichen Zählern, Sensoren und Aktoren ausgelegt und wird über die CLS-Schnittstelle mit dem Smart Meter-Gateway gekoppelt“, so Heß weiter. Der Zugriff auf die CLS-Schnittstelle ist gemäß den gesetzlichen Regelungen den sogenannten Externen Marktteilnehmern (EMT) vorbehalten – einer neu definierten Rolle in der Prozesskette rund um das Smart Meter-Gateway: Passive EMT (pEMT) sind demnach berechtigt, Verbrauchsdaten aus Zählern via Smart Meter-Gateway fernauszulesen, aktive EMT (aEMT) dürfen nach entsprechender Zertifzierung zudem Sensoren, Erzeuger und Verbraucher, wie etwa Ladesäulen steuern. Die neue ZENNER-Tochter tritt hier als Dienstleister auf. Sebastian Heß erklärt: „Unsere ISO 27.001-zertifizierte EMT-Plattform ermöglicht es Marktakteuren, unmittelbar auch als aEMT zu agieren. Die Plattform dient dabei als zentrale Datendrehscheibe nicht nur für Zählerdaten und IoT-Sensorwerte, sondern auch für die Durchführung von Schalthandlungen sowie zur Visualisierung von Messwerten.“

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Das CLS-IoT-Gateway und die EMT-Plattform wird in die IT-Infrastruktur und die Prozesskette des Ladensäulenbetreibers integriert. Foto: John_T / shutterstock

Mehrwerte für Ladesäulenbetreiber

Auch für Ladesäulenbetreiber erschließen sich durch den Einsatz der beiden Komponenten neue Optionen. „Sie können ohne großen Aufwand die regulierte Marktrolle des aEMT einnehmen, in kurzer Zeit die notwendige Prozesskette aufbauen und im operativen Betrieb von reduzierten Netzentgelten profitieren“, erklärt Heß. Dazu werden das CLS-IoT-Gateway und die EMT-Plattform in die IT-Infrastruktur und die Prozesskette des Ladensäulenbetreibers integriert. Die Datenübertragung erfolgt über die EMT-Plattform, die als Software-as-a-Service breitgestellt wird. Der CLS-Connected Charge-Point-Operator der aktiver EMT GmbH ermöglicht es außerdem, die Anforderungen des §14a EnWG zu erfüllen und die Netzentgelte zu reduzieren. Durch die Kombination mit Smart City IoT-Lösungen von ZENNER erhalten Betreiber öffentlicher Ladesäulen weitere Möglichkeiten, wie Heß berichtet: Per LoRaWAN-Bodensensor können die Betreiber feststellen, ob die Stellfläche vor der Ladesäule frei ist oder ob darauf ein Fahrzeug steht. Werden diese Informationen mit Daten zur aktuellen Ladesituation kombiniert, lässt sich erkennen, ob der E-Ladeplatz tatsächlich verfügbar ist oder durch einen Falschparker blockiert wird. Damit können Nutzer von E-Fahrzeugen via App zuverlässig zur nächsten freien Ladesäule gelotst werden, was eine deutlich effizientere Auslastung der Ladeinfrastruktur ermöglicht.

Von der Pflicht zur Kür

Die Anwendungen in der Elektromobilität sind nur ein Bereich, in dem die aktiver EMT GmbH große Marktpotentiale sieht: „Die zertifizierten SMGW-Hersteller und der Markt spiegeln uns ganz klar, dass sich der Fokus der Diskussionen verschoben hat: Von den SMGW-Pflichtprozessen zur CLS- und EMT-Kür, weil dort großes Potential für neue Geschäftsmodelle liegt. Im Zuge dessen konzentrieren wir uns auf die vier operativen Felder Smart Mobility, Smart Submetering, Smart Grid sowie Steuern und Schalten gemäß § 14a Energiewirtschaftsgesetz.“ Das Angebot des Unternehmens richte sich daher an Netz- oder Quartiersbetreiber und umfasse die passenden Lösungsbausteine sowohl für energiewirtschaftliche als auch IoT-gestützte Anwendungen. (pq)

aktiver EMT GmbH
Dr. Dieter Varelmann
kontakt.aktiver-emt.de
www.aktiver-emt.de

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