Netze BW dokumentiert und vergleicht Stromerzeugung privater Solaranlagen

13.11.2020 – Die Netze BW liefert rund 90.000 Besitzern von Solaranlagen in Baden-Württemberg ab sofort jährlich eine kostenlose Übersicht, die sowohl den eingespeisten Strom dokumentiert als auch diesen Wert über mehrere Jahre mit dem regionalen Durchschnitt vergleicht. Damit sollen die PV-Anlagen-Besitzer künftig die Leistung ihrer Anlagen besser einschätzen können.

Fast alle Photovoltaikanlagen speisen ihren Strom in die örtlichen Verteilnetze ein. Das ermöglicht dem Netzbetreiber, Anlagenbesitzern einen aussagekräftigen Report zu übermitteln: einen herstellerübergreifenden und witterungsunabhängigen Vergleich mit Anlagen in der Umgebung. Der Service der Netze BW richtet sich im Wesentlichen an die Betreiber von Anlagen zwischen 5 und 100 Kilowattpeak, die entweder voll ins Netz einspeisen oder für den Überschuss einen eigenen Zähler installiert haben.

Der Report basiert auf Daten der gesetzlich vorgeschriebenen Abrechnung der Stromeinspeisung durch die Netze BW und schlüsselt unter anderem die erzeugten Kilowattstunden sowie die eingesparte CO2-Menge in Kilogramm auf. Auf einer Farbskala wird dargestellt, wie die Anlage im Vergleich zu anderen im selben Stadt- oder Landkreis abschneidet. Die Zeitreihe erstreckt sich dabei bis zu sieben Jahre in die Vergangenheit.

„Für den Betreiber ist es natürlich ärgerlich, wenn seine Anlage unterdurchschnittlich arbeitet, weil er dann auf Einspeisevergütung verzichtet. Aber auch energiewirtschaftlich sprechen wir über eine relevante Größenordnung“, betont Netze-BW-Chef Christoph Müller. Mehr als jede zehnte ausgewertete Anlage lag 2019 bei der Stromerzeugung 15 Prozent oder mehr unter dem Durchschnitt, wie der Netzbetreiber informiert. Eine Hochrechnung ermittelt für Baden-Württemberg über 200 Gigawattstunden und für ganz Deutschland über 1,5 Terawattstunden ‚verschenkten‘ regenerativen Strom pro Jahr. Dies entspreche dem Haushalts-Stromverbrauch ganzer Städte.

Wenn eine Solaranlage unterdurchschnittlich abschneidet, kann das verschiedene Ursachen haben: defekte Module oder Wechselrichter, veränderte Bedingungen bei der Beschattung, verschmutzte oder veraltete Module, eine schlechte Ausrichtung oder weitere Umwelteinflüsse. (ds)

www.netze-bw.de

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