EU legt Strategie für Offshore-Energie vor

24.11.2020 – Mit Blick auf das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 hat die Europäische Kommission eine Strategie für erneuerbare Offshore-Energie entwickelt und vorgestellt. Darin schlägt sie vor, die Offshore-Windenergiekapazität Europas von derzeit 12 Gigawatt (GW) bis 2030 auf mindestens 60 GW und bis 2050 auf 300 GW auszubauen. Die Kommission strebt ferner an, dies bis 2050 noch durch 40 GW an Meeresenergie sowie durch Energie, die mit anderen neuen Technologien wie z.B. schwimmenden Solaranlagen erzeugt wird, zu ergänzen.

Potenzial der Meeresregionen in Europa heben

Basis für die Ziele der Offshore-Strategie ist das Potenzial aller Meeresregionen in Europa und die Rolle europäischer Unternehmen in diesem Sektor, so die EU Kommission. Der Offshore-Ausbau werde Chancen für die Industrie eröffnen, neue Arbeitsplätze in ganz Europa schaffen, die Spitzenposition der EU in Offshore-Energietechnologien stärken und den Schutz von Umwelt, Biodiversität und Fischerei sicherstellen.

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Erich Westendarp/Pixab

Bessere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten beim Offshore-Ausbau

Um den Ausbau der Kapazitäten zur Erzeugung erneuerbarer Offshore-Energie zu unterstützen, wird die Kommission für eine bessere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der langfristigen Planung und Nutzung werben. Hierzu müssten die Ziele für die Entwicklung erneuerbarer Offshore-Energie in die nationalen maritimen Raumordnungspläne aufgenommen werden, die die Küstenstaaten der Kommission bis März 2021 vorlegen müssen. Die Kommission wird auf der Grundlage der überarbeiteten Verordnung über die transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E-Verordnung) auch einen Rahmen für die langfristige Offshore-Netzplanung vorschlagen, der die Regulierungsbehörden und die Mitgliedstaaten der einzelnen Meeresbecken einbezieht.

Umfangreiches Maßnahmenpaket zur Unterstützung des Offshore-Ausbaus

Die Kommission schätzt, dass bis 2050 Investitionen von knapp 800 Milliarden Euro erforderlich sein werden, um die von ihr vorgeschlagenen Ziele zu verwirklichen. Um diese Mittel zu mobilisieren, will die Kommission unterschiedliche Maßnahmen umsetzen. Dazu gehört u.a. die Schaffung eine klaren und unterstützenden Rechtsrahmens. In diesem Zusammenhang will die Kommission z.B. sicherstellen, dass die Überarbeitung der Leitlinien für staatliche Beihilfen in den Bereichen Erneuerbare Energien und Umweltschutz eine kosteneffiziente Offshore-Nutzung erleichtern. Des Weiteren will die Kommission dabei helfen, Mittel für die Erreichung der Offshore-Ausbauziele über die entsprechenden Fonds bereitzustellen. Außerdem sollen Mittel zur Erforschung und Entwicklung bislang weniger ausgereifter Technologien zur Verfügung stehen werden. Zur Umsetzung der hohen Ausbauraten, will die EU-Kommission für eine Stärkung der Industrie entlang der Lieferkette sorgen, d.h. Produktionskapazitäten und Hafeninfrastrukturen inkl. Ausbildung von Arbeitskräften sollen verbessert werden.

Um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen erneuerbarer Offshore-Energie auf die Meeresumwelt und die davon abhängigen Wirtschaftstätigkeiten zu analysieren und zu überwachen, will die Kommission regelmäßig eine Gemeinschaft von Experten öffentlicher Verwaltungen, Interessenträgern und Wissenschaftlern konsultieren. (ds)

www.ec.europa.eu

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