Fraunhofer-Institut macht Prognosetools beim Stromverbrauch vergleichbar

10.12.2020 – Unternehmen, die von niedrigen oder negativen Strompreisen profitieren möchten, brauchen zuverlässige Vorhersagen über den künftigen Stromverbrauch. Weil der Markt für Prognosetools nach Ansicht vom Fraunhofer IPA unübersichtlich ist, haben dort angesiedelte Forscher einen Benchmark entwickelt, der marktverfügbare Lösungen miteinander vergleicht.

Benchmark-Tool simuliert Lastprognosen

Die Frage, welches Prognosetool das richtige für das eigene Unternehmen ist, lässt sich jedoch nur mit großem Aufwand beantworten, denn „neben dem Marktangebot müssen auch die eigenen Energiedaten sorgfältig geprüft werden“, rät Thilo Walser von der Abteilung Industrielle Energiesysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Er und seine Kollegen haben ein Benchmark-Tool entwickelt, das auf dem Markt verfügbare Prognosetools mit den jeweiligen Gegebenheiten eines Unternehmens abgleicht und so die passende Methode ermittelt.

Fraunhofer_Benchmark_Prognosemethoden
Forscher vom Fraunhofer IPA haben ein Benchmark-Tool entwickelt. Es macht verschiedene Methoden, mit denen sich der künftige Stromverbrauch ermitteln lässt, miteinander vergleichbar. Quelle: Fraunhofer IPA / Foto: Rainer Bez

Dafür benötigen die Forscher Zugriff auf die Daten aus der Energiemanagementsoftware eines Unternehmens. Anhand der Datenbasis simuliert das Benchmark-Tool Lastprognosen mit allen in Frage kommenden Verfahren. Ergebnis dieser Benchmark-Analyse ist eine Aufstellung, die die ausgewerteten Prognosetools entsprechend ihrer Eignung auflistet.

Forscher wollen eigenes Prognosetool entwickeln

Der Benchmark biete indes nicht nur eine herstellerunabhängige Bewertung von Prognosetools, sondern trifft auch Aussagen darüber, welche Anforderungen das Prognoseverfahren an das IT-System eines Unternehmens stellt und wie schnell das Modell seine Vorhersagen errechnet. In einem ergänzenden Beratungsgespräch geben die Forscher außerdem Tipps, welche Daten künftig noch erhoben werden sollten, um präzisere Lastprognosen zu erhalten.

Aber auch die Forscher selbst ziehen aus ihrem Benchmark-Tool neue Erkenntnisse. Denn bei dessen Entwicklung haben sie genug Wissen gesammelt, um ein eigenes Prognoseverfahren auf den Weg bringen zu können. Interessant ist das vor allem für Industrieunternehmen mit täglich stark unterschiedlichen Lastkurven, da verbesserte Prognosen ihnen die Kursschwankungen des Strompreises als Erlöspotenzial erschließen würden.

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