Upgrade auf Redispatch 2.0

15.12.2020 – Mit dem Umstieg auf das neue Redispatch-Management sind Netz- und Anlagenbetreiber gefordert, umfangreiche neue Prozesse umzusetzen. Die Robotron Datenbank-Software GmbH erweitert daher ihre Lösungsplattform für alle Marktrollen.

Redispatch 2.0 soll eine effektivere Engpassbewirtschaftung ermöglichen und das Stromnetz insgesamt flexibler gestalten. Bis zum 01. Oktober 2021 müssen die notwendigen Prozesse umgesetzt sein. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen erste Regelungen zum bilanziellen Ausgleich und zur digitalen Kommunikation der beteiligten Unternehmen veröffentlicht. „Auf die Verteilnetzbetreiber (VNB) kommen nun umfangreiche neue Aufgaben und Prozesse zu“, sagt Ralf Teutsch, Product Owner im Fachbereich Netzprozesse bei der Robotron Datenbank-Software GmbH.

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Foto: Robotron Datenbank-Software GmbH

Je nach Ausgangslage gehört dazu beispielsweise die Übernahme der Einsatzfahrpläne von dezentralen Einspeiseanlagen ab 100 kW/ 30 kW im eigenen Netzgebiet, die Berechnung möglicher Netzengpässe und des entsprechenden Redispatchbedarfs sowie gegebenenfalls die Planung und Umsetzung von optimierten Redispatch-Maßnahmen in Abstimmung mit anderen VNB. Für die Bilanzierung und Entschädigung der realisierten Redispatch-Leistungen ist künftig zudem ein Redispatch-Bilanzkreis zu führen.

Für die neue Marktrollen des „Einsatzverantwortlichen“ für Erzeugungsanlagen (EIV) und des „Betreibers der technischen Ressource“ (BTR), die ebenfalls beim VNB liegen können, besteht künftig die Verpflichtung, Prognosefahrpläne zu erstellen und vorhandenes Redispatchpotenzial an den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu melden. „Im Bedarfsfall müssen sich diese Akteure am Redispatch beteiligen“, führt Ralf Teutsch aus.

Vorbereitung für Redispatch 2.0 frühzeitig angehen

Er ist überzeugt: Die Vorbereitung auf diese neue Aufgabe sollten Verteilnetzbetreiber besser heute als morgen angehen, denn auch wenn die Prozesse durch die BNetzA noch nicht endgültig definiert wurden, könnten schon heute wichtige Weichenstellungen vorgenommen werden. „Es geht jetzt darum, die neuen Prozesse zu identifizieren, sich mit den Verantwortlichkeiten auseinanderzusetzen und die IT-Systeme zu prüfen.“ Dabei, so Teutsch weiter, sollten Fragen nach möglichen Updates oder auch neuen Systemen und Services auf der Agenda stehen.

Nichts neu zu erfinden beim Redispatch-Management

Gleichzeitig kann der IT-Experte beruhigen – die softwaretechnische Umsetzung des neuen Redispatch-Managements sei keine Raketenwissenschaft. „Es geht im Wesentlichen darum, große Mengen an Daten zu erheben, zu analysieren und möglichst effizient in unterschiedlichen Prozessen zu verarbeiten. Außerdem müssen die Kommunikationsprozesse zwischen den Beteiligten organisiert werden“, erläutert er. Hier sieht sich Robotron bestens aufgestellt, denn Energiedatenmanagement, Prognose, Marktkommunikation und Abrechnung gehören zu den Kernkompetenzen des Dresdener Softwarehauses. „Die erforderlichen Algorithmen, Datenmodelle und Prozesse sind in unseren etablierten Lösungsmodulen bereits hinterlegt – einschließlich eines vollständigen energiewirtschaftlichen Marktmodells“, berichtet Teutsch.

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Die Anlagenverwaltung ist eines der erweiterten Module der Robotron-Lösung für Redispatch 2.0. (Foto: Robotron Datenbank-Software GmbH)

Als Beispiel nennt er das Prognosemodul robotron* epredict – ein bewährtes Tool, das auf einem eigens entwickeltem Rechenkern und Profilbibliotheken basiert. „Prognosen werden im neuen Redispatch-Management nicht nur in den Prozessen der Anlagenbetreiber, sondern auch beim VNB eine zentrale Rolle spielen – unsere Lösung deckt bereits einen Großteil der Anforderungen ab.“

Modulares Komplettpaket

Auf dieser Basis werden die vorhandenen Software-Bausteine für die Umsetzung von Redispatch 2.0 weiterentwickelt. „Dabei gibt naturlich die Regulierung den Takt vor“, erläutert Teutsch. Grundsätzlich seien die bekannten Anforderungen für Robotron aber gut bis zum Termin umsetzbar. Die Module sollen ihre Grundstruktur behalten und über ein Upgrade die zusätzlichen Prozesse und Funktionen ertüchtigt werden. Das Modul für die Kommunikation zwischen VNB und ÜNB über Connect+ setzt dabei auf das Robotron WebService-Framework auf, das bereits für das Marktstammdatenregister und für IM4G angewendet wird.

Da Robotron bereits heute Angebote für alle Marktrollen im Portfolio hat, sollen auch die Erweiterungen nicht nur den VNB, sondern gleichermaßen die neuen Marktrollen EIV und BTR unterstützen. Ziel ist ein breitgefächertes Lösungsportfolio für den Redis­patch 2.0.

Dieses setzt sich aus sechs Modulen zusammen, die unabhängig voneinander nutzbar sind und über entsprechende Schnittstellen in die vorhandene IT-Infrastruktur eingebunden werden können. Die Module decken die Ermittlung der Ausfallarbeit, die Bilanzierung, Abrechnung, Prognose und Markt kommunikation sowie das Fahrplanmanagement ab.

„Die geplanten Erweiterungen ermöglichen beispielweise die Berechnung der Ausfallarbeit je Anlage und je Marktlokation auf Basis des BDEW-Leitfadens, eine Automatisierung sämtlicher Aggregations-, Prüfungs- und Kommunikationsprozesse oder die Abbildung des gesamten Redispatch-Bilanzkreises“, erläutert der Robotron-Experte.

Integrierte Plattform

„Wir stellen die Module auf einer integrierten Plattform bereit, die maximale Flexibilität und Unabhängigkeit sicherstellt“, erläutert Ralf Teutsch. Der Betrieb kann als On-Premises-Lösung, als Hosting, Infrastructure-, Platform- oder Software-as-a-Service über die Cloud sowie als BPO-Dienstleistung im hauseigenen Rechenzentrum des Unternehmens erfolgen. (pq)

Robotron Datenbank-Software GmbH
Ralf Teutsch,
ralf.teutsch@robotron.de
www.robotron.de

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