Kommunen in der Pflicht

18.12.2020 – Die Kölner TankE GmbH will die Ladeinfrastruktur in Deutschland voranbringen. Dafür müssen jedoch einige Hürden genommen werden.

Die Verkehrswende wird nur dann erfolgreich realisiert, wenn Elektroautofahrer ausreichende Möglichkeiten vorfinden, wie sie ihre Fahrzeuge schnell, einfach und im besten Fall kostengünstig aufladen können. „Werden diese Voraussetzungen nicht geschaffen, werden sich E-Autos nicht flächendeckend durchsetzen”, sind sich Axel Lauterborn und Michael Krystof, die Geschäftsführer der TankE GmbH sicher. Doch der Aufbau einer ausreichenden E-Mobilitätsinfrastruktur ist durchzogen von Schwierigkeiten und Hürden – insbesondere für Kommunen und Stadtwerke. „Der Druck auf die Kommunen nimmt auch aufgrund politischer Entscheidungen stetig zu. Dennoch fehlt es vielerorts nach wie vor an der nötigen Kompetenz und/oder Ressourcen zum Ausbau der Infrastrukturen“, betont Lauterborn. Auch Stadtwerke zögerten vielfach, aktiv zu werden. Krystof nimmt die Kommunen in die Pflicht: „Als Kommune habe ich den Auftrag, Infrastruktur zu stellen. Das gilt ja nicht nur für Einrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten. Die E-Ladeinfrastruktur ist Basisinfrastruktur und Grundvoraussetzung für die E-Mobilität und eine erfolgreiche Verkehrswende – und davor dürfen Kommunen und Stadtwerke nicht die Augen verschließen.“

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Foto: TankE GmbH

Als die TankE GmbH im vergangenen Jahr als Joint Venture der RheinEnergie und SPIE Deutschland und Zentraleuropa gegründet wurde, setzte sich das Kölner Unternehmen zum Ziel, Geschäftskunden sowie Stadtwerken und Kommunen deutschlandweit einheitliche Lade- und Abrechnungsmöglichkeiten für das Laden von Elektrofahrzeugen zu bieten. Gemeinsam mit der Schwestergesellschaft chargecloud betrachtet die TankE den Markt ganzheitlich und kann marktkonforme Lösungen entwickeln, die allen Markteilnehmern sowohl auf der Hardware – wie auch auf der Dienstleistungsebene einen wirtschaftlichen Betrieb der Ladeinfrastruktur ermöglichen.

„Der Business-Case ‚Ladeinfrastruktur‘ ist heute nur sehr schwierig in die Wirtschaftlichkeit zu bringen“, erklärt Lauterborn, der auch als chargecloud-Geschäftsführer aktiv ist. „Das geht nur, wenn man bedarfsgerechte Tarife im System hinterlegen kann. Dafür haben wir ein Modell entwickelt, mit dem Kunden eine flexible Tarifierung und individuelle Preismodelle gestalten können.“

Wie das aussehen kann, zeigt ein neues Feature im TankE-Kosmos: Die sogenannte Blockiergebühr soll gegen das Blockieren von E-Ladeplätzen helfen. „Ohne Stand- oder Blockiergebühr ist es schon vorgekommen, dass zum Beispiel an Flughäfen E-Autofahrer ihre Wagen an einer Säule laden und anschließend für mehrere Tage oder Wochen in den Urlaub fliegen. Der Ladevorgang war nach fünf Stunden beendet und der Parkplatz entsprechend dauerhaft blockiert. Zum Nachteil aller anderen E-Fahrer und des Betreibers. Unsere Blockiergebühr soll das verhindern, indem sie just in dem Moment anfängt zu zählen, wenn der Ladevorgang abgeschlossen ist oder nach einer definierten flexibel einstellbaren Standzeit.“

Ladeinfrastruktur: Alles aus einer Hand

Neben der Expertise in Sachen Abrechnung und Tarifierung überzeugt das TankE-Konzept auch durch den eigenen 360˚-Ansatz. „Der Kunde will eine funktionierende und wirtschaftliche Ladeinfrastruktur, sich damit aber nicht mehr als nötig beschäftigen“, berichtet Krystof. „Unser 360˚-Ansatz setzt genau hier an: Von der Beratung, Planung und Projektierung bis zum Bau, Betrieb, Wartung und Abrechnung bildet die TankE als ‚Face to the Customer‘ alles aus einer Hand ab.“ Als Generalunternehmer im Aufbau von Infrastrukturen für die Elektromobilität biete das Kölner Unternehmen all das, was Stadtwerke und Kommunen brauchen, um vollumfängliche E-Mobilitätskonzepte und -lösungen anbieten zu können – ohne zusätzlich eigene Ressourcen aufbauen zu müssen.

Auch hat die TankE Konzepte für elektrifizierte Fahrzeugflotten im Produktportfolio. „Hier können wir auf dem Unternehmensparkplatz eine eigene Infrastruktur für Mitarbeiter, Besucher und Kunden aufbauen“, betont Krystof. „Klar ist aber auch, dass viele der Dienstfahrzeuge auch außerhalb des Unternehmensgeländes geladen werden müssen. Es muss also eine einfache, kostengünstige Möglichkeit geben, die Fahrzeuge an möglichst vielen Ladepunkten aufladen zu können.“ Um das zu ermöglichen, hat die TankE das chargeE Business-Angebot entwickelt. Dadurch bekommen Mitarbeiter eine eigene Ladekarte, mit der E-Fahrzeuge an über 90.000 Ladepunkten in ganz Europa geladen werden können. „Außerdem kann der Mitarbeiter an seinem Wohnort eine Wallbox installieren lassen, über die der Firmenwagen mit privatem Strom aufgetankt werden kann. Über das chargeE Business-Angebot kann er sich dann die Kilowattstunden, die zuhause in das Dienstfahrzeug fließen, über den Arbeitgeber wieder zurückerstatten lassen“, berichtet Krystof. (jr)

TankE GmbH
Axel Lauterborn
a.lauterborn@tanke-gmbh.de
www.tanke.io

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