„KielFlex“: Intelligentes Stromnetz für E-Mobilitäts-Anwendungen

04.01.2021 – Im Rahmen des Mitte 2018 gestarteten Gemeinschaftsprojekts „KielFlex“ wird die Stadt Kiel als Reallabor für Anwendungen im Bereich Elektromobilität ertüchtigt. Als Projektpartner agieren die Stadtwerke Kiel AG, Landeshauptstadt Kiel, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, ABB AG Mannheim, das Fraunhofer-Institut IFF Magdeburg, die Kieler Verkehrsgesellschaft sowie der Seehafen Kiel.

Standorte

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Die im Rahmen des Projektes errichteten Ladesäulen, wie die im Charles-Roß-Ring, bieten zwei Ladepunkte mit jeweils 22 Kilowatt Leistung. Bild: Stadtwerke Kiel AG

Die Stadtwerke Kiel AG treiben bereits seit mehreren Jahren abseits des Projekts die E-Mobilität voran. So baut das Unternehmen unter anderem die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur kontinuierlich in der Region aus und stellt seinen Fuhrpark nach und nach auf elektrischen Antrieb um. Parallel dazu beschäftigt sich der Energieversorger im Rahmen des Projektes „KielFlex“ intensiv mit Ausbauszenarien der Ladeinfrastruktur im Allgemeinen. So erfordert auch der gestartete Umstieg des Öffentlichen Personennahverkehrs auf die E-Mobilität eine intensive Betrachtung der Stromnetzbelastung. Hinzu kommen die Stromanschlüsse, die benötigt werden, um um Fähr- und Kreuzfahrtschiffe während ihrer Liegezeit im Hafen mit Landstrom zu versorgen. Eine Aufgabe des „KielFlex“-Projektes ist es, die Infrastruktur an strategisch günstigen Orten in der Stadt zu positionieren.

Vernetzung

Doch das ist nur eine der Anforderungen: „Zukünftig müssen alle Ladepunkte innerhalb des Netzes miteinander kommunizieren und ihre Leistung an die aktuelle Netzauslastung anpassen können. So regelt sich die Infrastruktur gegenseitig und das Netz wird nicht überlastet“, erklärt Bastian Bauhaus, „KielFlex“-Projektmitglied für die SWKiel Netz GmbH, der Netzgesellschaft der Stadtwerke Kiel AG.

Hierzu bauen die Stadtwerke Kiel gezielt Ladeinfrastruktur auf, die mit intelligenter Technik ausgestattet ist. So installierte das Unternehmen unter anderem einer Kieler Werbeagentur zwei Wallboxen, die über ein dynamisches Lastmanagement verfügen und beim E-Laden durch Mitarbeiter oder Gäste den parallel herrschenden Leistungsbedarf im Gebäude und die gleichzeitige Einspeisung der Photovoltaik-Anlage berücksichtigt.

Hausanschlüsse

Ein weiterer Fokus der Arbeit des Energieversorgers in diesem Projekt lag auf der Quartierselektrifizierung im Kieler Stadtteil Projensdorf. Hier stellten die Stadtwerke Kiel drei öffentliche Ladesäulen mit jeweils 44 Kilowatt (kW) Leistung auf. Pro Säule können so zwei Autos mit 22 kW laden. „In diesem Pilotquartier wollen wir den Bedarf, aber auch die Potentiale einer Flexibilisierung der Stromnetze aufzeigen. Dafür haben wir gezielt in Projensdorf Ladesäulen und Messeinrichtungen aufgebaut, um die sich einstellenden Gleichzeitigkeiten zu untersuchen“, erläutert Bauhaus. Dabei liegt ein Fokus auf der Dimensionierung und Auslastung der Strom-Hausanschlüsse. So sollen freie Kapazitäten für die Installation von Ladeinfrastruktur durch Messungen und Simulationen quantifiziert werden.

www.stadtwerke-kiel.de

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