Siemens stellt neue Überwachungslösung von Hochspannungsleitungen vor

05.01.2021 – Siemens Smart Infrastructure hat kürzlich mit PowerLink CM eine neue Condition Monitoring-Lösung für Hochspannungsleitungen mit Wechsel- oder Gleichspannung in den Markt eingeführt. Damit sollen Übertragungsnetzbetreiber in der Lage sein, Leitungsfehler präzise und schnell zu lokalisieren, bevor Probleme im Übertragungsnetz entstehen. Zudem sollen die Netzauslastung und die Zuverlässigkeit der Stromübertragung optimiert werden.

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PowerLink CM ist eine Lösung zur Zustandsüberwachung von Hochspannungsleitungen für Wechsel- wie auch Gleichspannung. Bild: Siemens AG

Der Einsatz von nur einem PowerLink CM ist ausreichend für die Überwachung von Leitungslängen von bis zu 500 Kilometern, wie Siemens Smart Infrastructure mitteilt. Fehler könnten unabhängig vom Betriebszustand lokalisiert werden. Die Fehlermeldung läuft im Umspannwerk ein und wird dort an die Leitwarte weitergeleitet. Für eine durchgehende Überwachung kann das Gerät an die offene, cloudbasierte Internet of Things (IoT)-Plattform MindSphere von Siemens angebunden werden. Dies ermögliche die transparente Aufbereitung aller Leitungsdaten in der Cloud. Damit könne der Netzbetreiber Zustandsmeldungen analysieren und seine Wartungstätigkeiten optimieren.

Bisherige Lösungen zur Fehlerlokalisierung von Stromleitungen verwenden beispielsweise Detektoren auf Basis der Wanderwellentechnologie. Zur Zustandsüberwachung werden diese häufig ergänzt durch spezialisierte, entlang der Leitung eingesetzte Sensoren, unterstützt durch regelmäßige optische Inspektionen, beispielsweise durch Drohnen oder Hubschrauber. Diese Verfahren sind jedoch sehr aufwendig und nicht geeignet für den Einsatz auf stromlosen oder geerdeten Leitungen, wie sie insbesondere in der Hochspannungs-Gleichstromübertragungs-Umgebung eingesetzt werden oder wie sie auch bei der Wartung sowie beim Neubau von Stromtrassen auftreten.

Das neue System überwacht jede Art von Übertragungsleitung durch kontinuierliche Messung von Leitungsveränderungen. Standortinformationen sind zum Zeitpunkt des Fehlerereignisses verfügbar, können aber auch nach dem Ereignis ermittelt werden. So kann der in manchen Ländern vorkommende Kupferdiebstahl auch bei stromlosen Leitungen erkannt werden.

Darüber hinaus sind sporadische oder langsam eintretende Änderungen des Netzzustands von Leitungen im Dauerbetrieb wie etwa veränderte Bodenfreiheit, Baumabstand, Auswirkungen von Wetterereignissen wie Eislast sowie Temperaturschwankungen oder Spitzenlasten mit PowerLink CM erkennbar. So können potenzielle Leitungsprobleme rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, noch bevor ein gravierenderer Fehlerfall eintritt. (ds)

www.siemens.com

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