§14a EnWG: Entwurf zur Novelle

11.01.2021 – Der „Entwurf eines Gesetzes zur zügigen und sicheren Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in die Verteilernetze und zur Änderung weiterer energierechtlicher Vorschriften“ – kurz Steuerbare-Verbrauchseinrichtungen-Gesetz oder SteuVerG wurde vor Weihnachten vom BMWi vorgelegt. Das Ministerium geht in diesem Entwurf die lange angemahnte Novelle des bisherigen §14e EnWG an. Dieser Paragraph sieht seit 2011 ermäßigte Netznutzungsentgelte für Kunden vor, die in der Niederspannung eine netzorientierte Steuerung ihrer flexiblen Verbrauchseinrichtung mit dem Netzbetreiber vereinbart haben.

Netzausbau begrenzen, Netzanschluss beschleunigen

Erklärtes Ziel der neuen Regelungen ist es, das Potenzial von steuerbaren Lasten (Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen, Heimspeicher etc.) für die Integration der volatilen Energieeinspeisung aus erneuerbaren Quellen besser zu nutzen. Gleichzeitig sollen auf diesem Wege teure Netzausbaumaßnahmen verringert und Wartezeiten bei den Netzanschlüssen vermieden werden, die beispielsweise im Bereich Ladeinfrastruktur befürchtet werden.

iStock_Extreme Media_1073405402 Web
Im Zuge der geplanten Spitzenlastglättung soll es dem Verteilnetzbetreiber ermöglicht werden, beispielsweise den Ladevorgang eines Elektrofahrzeugs zu unterbrechen, um Netzengpässe zu vermeiden. Bild: iStock.com/Extreme Media

Spitzenglättung

Geplant ist ein Verfahren der Spitzenlastglättung, das es dem Verteilnetzbetreiber ermöglicht, bei Kunden mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen die Leistungsentnahmen kurzfristig zu beschränken – also beispielsweise den Ladevorgang eines Elektrofahrzeugs zu unterbrechen, um Netzengpässe zu vermeiden. Der Netzbetreiber muss den Kunden und seinen Lieferanten über den geplanten Einsatz des Instruments sowie über die erfolgten netzseitigen Entnahmeeinschränkungen informieren. Dieses Verfahren soll gültiger Standard werden, der schon in den Anschlussregeln für die Verbrauchseinrichtung hinterlegt sein soll.

Anpassung der Netzentgelte

Kunden, die dies nicht wünschen, müssten sich – so der Entwurf „an hierdurch verursachten Mehrkosten beteiligen“. Umgesetzt werden soll das über einen Jahrespreis für die bedingte und unbedingte Bestellleistung, wobei das reduzierte Netzentgelt auch dann abgerechnet werden soll, wenn das Netz aktuell keine Engpässe aufweist. Diese Regelungen sollen ausschließlich für Verbraucher mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen gelten, wobei auch die Grenze, ab der ein Leistungspreis und ein Arbeitspreissystem gilt, von 100.000 kWh Jahresverbrauch schrittweise auf 10.000 kWh abgesenkt werden soll. Auch ein vollflexibler Anschluss, bei dem Letztverbraucher ihre gesamte Anschlussleistung unter Einbeziehung von steuerbaren Verbrauchern und eigenerzeugtem Strom optimieren können, soll ermöglicht werden.

Verbrauchern bis 10.000 kWh pro Jahr soll dabei die Abrechnung über einen Zähler ermöglicht werden. Die Abwicklung der Spitzenglättung soll im Rahmen bestehender Marktprozesse erfolgen. (pq)

www.bmwi.de

Share