SWM-Chef: „Deutschland braucht das SteuVerG“

16.02.2021 – Zum Referentenentwurf meint Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München: „Mit dem Gesetz und dem darin verankerten Ansatz der Spitzenglättung wurde aus unserer Sicht ein verlässlicher und zukunftsweisender Rechtsrahmen geschaffen, der den schnellen Anschluss neuer flexibler Verbrauchseinrichtungen wie Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen an Niederspannungsnetze regelt, der gleichzeitig den hohen deutschen Versorgungsstandard und den schnellen Markthochlauf der Elektromobilität und die Wärmewende garantiert.“

Die Stadtwerke München (SWM) haben, der Verlautbarung zufolge, den Prozess zur Spitzenglättung von Beginn an begleitet und mit allen Akteuren (BMWi, Automobilindustrie, Stromlieferanten, Verbraucherschutzverbänden und Netzbetreibern) gemeinsam nach Lösungen und Perspektiven gesucht.

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Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München. Bild: Stadtwerke München GmbH, Fotograf: www.maik-kern.de

Ausbau der Elektromobilität und Versorgungssicherheit zusammenbringen

Die Rücknahme des Referentenentwurfs durch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Mitte Janur 2021 sieht Florian Bieberbach kritisch, da die Marktintegration der Elektromobilität durch Schüren von unbegründeten Ängsten gefährdet werde.

Aus Sicht der Verteilnetzbetreiber beschleunige die im SteuVerG vorgesehene Spitzenglättung mit Opt-Out-Option den Markthochlauf der Elektromobilität, da jede flexible Verbrauchseinrichtung, wie etwa eine Wallbox zum Laden von Elektroautos, sofort eine sichere Anschlusszusage erhalte. Sie sei auch günstig, weil mehr Ladeinrichtungen ohne weiteren Netzausbau angeschlossen werden können. Darüber hinaus sei sie volkswirtschaftlich gerecht: Wer mehr Leistung will, bezahlt dafür. Wer in seinem Ladeverhalten flexibel ist, soll keine Mehrkosten tragen.

Der SWM-Vorsitzende ist überzeugt: Komme die Spitzenglättung nicht vor der parlamentarischen Sommerpause, können die Versprechen zum Markthochlauf der Elektromobilität nicht mehr sicher erfüllt werden. Aus diesem Grund sei es von zentraler Bedeutung, dass Bundesminister Altmaier zügig den Dialog mit den Netzbetreibern startet und die wesentlichen Grundzüge der Spitzenglättung endlich ermöglicht. Ein Termin mit den Verbandsspitzen der Energiewirtschaft ist dazu in dieser Woche vorgesehen.

Netzdienliche Steuerbarkeit flexibler Verbrauchseinrichtungen

Um alle Kunden so effizient und sicher wie möglich zu versorgen, erfordere es nach Ansicht von Bieberbach neben dem weiteren Netzausbau eine netzdienliche Steuerbarkeit flexibler Verbrauchseinrichtungen. Die Nutzung von Flexibilitäten durch Netzbetreiber stelle somit eine zuverlässige und kosteneffiziente Stromversorgung gerade erst sicher. Das Kundenverhalten werde hierbei möglichst wenig eingeschränkt, wodurch Komfortverluste vermieden werden. Zudem werde den Kunden die Wahlfreiheit gewährt, flexibel gesteuert zu werden oder die Opt-Out-Option zu wählen. Die Kosten zur Integration flexibler Verbraucher werden dabei verursachungsgerecht verteilt und insgesamt für alle gerecht minimiert ¬– das sei fair und komme am Ende allen Kunden zugute.

Ohne eine netzdienliche Steuerungsmöglichkeit flexibler Verbraucher können marktliche Impulse hohe Gleichzeitigkeiten verursachen, die zu einem hohen Netzausbaubedarf führen, dessen Kosten letztendlich alle Stromkunden belastet, so Dr. Florian Bieberbach.

Der SWM-Chef wünscht sich einen konstruktiven Austausch zwischen Netzbetreibern, Automobilindustrie und den Komponentenherstellern. (ds)

www.swm.de

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