Forschungsprojekt zum Betrieb von Inselnetzen

10.03.2021 – Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) leitet zusammen mit der Max Bögl Wind AG ein neues Bundesforschungsprojekt mit dem Titel „Netzstützung und Systemdienstleistungserbringung durch eine Industriezelle mit Inselnetzfähigkeit und Erneuerbaren Energien“, kurz INZELL.

Die Projektbeteiligten wollen untersuchen, wie unterschiedliche Energieerzeugungsanlagen, Speicher und Lastenmanagementsysteme optimal interagieren. Dabei soll einerseits der Inselnetzbetrieb einer Industriezelle der Firmengruppe Max Bögl im Falle von Versorgungsunterbrechungen ermöglicht werden. Andererseits soll dazu beigetragen werden, die Stabilität des öffentlichen Stromnetzes kostengünstiger sicherstellen zu können.

Projekt INZELL_OTH_Regensburg Web
Luftaufnahme des Betriebsgeländes der Firma Max Bögl, die mit der Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg das INZELL-Projekt leitet. Foto: Firmengruppe Max Bögl/Reinhard Mederer

Verbrauchslast übersteigt die Batteriespeicherleistung

In mehreren Feldversuchen wird im Rahmen des Projekts erprobt, wie die Energieversorgung nach einem Stromausfall wieder aufgebaut und der stabile Betrieb des Inselnetzes sichergestellt werden kann. Dazu wird das Zusammenspiel von im Industrienetz angeschlossenen Wind- und Photovoltaik-Anlagen der beteiligten Industrieunternehmen mit den Batteriespeichern untersucht. Eine Besonderheit liegt darin, dass hier die Verbrauchslast deutlich die Batteriespeicherleistung übersteigt und die Versorgung hauptsächlich direkt über die Wind- und Photovoltaik-Anlagen erfolgt.

Bisherige Inselnetzbetriebskonzepte basieren auf einem Kraftwerk (z. B. Wasserkraftwerk) oder einem Batteriespeicher mit ausreichend großer gesicherter Leistung. Nach Informationen der Projektpartner sei es im Hinblick auf vergleichbare Projekte ein Novum, dass sich ein Industriebetrieb dieser Größenordnung ausschließlich mit erneuerbaren Energien im Inselnetzbetrieb selbst versorgen kann. Ziel ist es jedoch nicht, dass sich Industriebetriebe grundsätzlich im Alltag ohne das öffentliche Netz selbst versorgen, sondern nur im Notfall sich weiterversorgen oder Fertigungsprozesse im Falle eines Versorgungsausfalls kontrolliert herunterfahren können.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Forschungsvorhaben hat eine Projektlaufzeit von drei Jahren. Als weitere Verbundpartner aus der Forschung unterstützen die Technische Universität München (TUM), die Technische Universität Clausthal (TUC) und das Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern e.V. (ZAE). Weitere Industriepartner sind die INTILION GmbH, die Bayernwerk Netz GmbH, die Bredenoord BV, die OMICRON electronics Deutschland GmbH und die Siemens Gamesa Renewable Energy GmbH & Co. KG. (ds)

www.fenes.net

Share