Neue NH-Sicherung von Siemens

13.04.2021 – Siemens Smart Infrastructure hat den Sentron NH-Sicherungseinsatz 3NA COM mit integrierter Kommunikations- und Messfunktion auf den Markt gebracht. Das Gerät ist für Niederspannungsnetze bis zu 400 Volt ausgelegt und kann unter anderem in Ortnetzstationen und Industrieanlagen eingesetzt werden. Der NH-Sicherungseinsatz schützt Netze und Anlagen bei Kurzschluss und Überlast und ist zugleich in der Lage, Strom zu messen.

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Der neue Sentron NH-Sicherungseinsatz 3NA COM schützt Netze und Anlagen bei Kurzschluss und Überlast und ist zugleich in der Lage, Strom zu messen. Bild Siemens AG

Retrofit bestehender Anlagen

Die kommunikationsfähige Sicherung kann nach Angaben von Siemens ohne zusätzlichen Platzbedarf installiert und nachgerüstet werden. Sie hat dieselben Abmessungen wie konventionelle NH-Sicherungen, besteht jedoch aus zwei zusammensteckbaren Komponenten: einen NH-Sicherungseinsatz mit verkürztem Keramikkörper sowie einem multifunktionalen Elektronikmodul. Der Sicherungseinsatz löst wie bei NH-Sicherungen üblich bei Kurzschluss und Überlast aus, während das elektrische Modul zusätzlich den Stromfluss an ausgewählten Stellen im Netz misst und jederzeit Einblick in den aktuellen Betriebszustand gibt. Fehler wie schleichende Netz- oder Phasenüberlastungen werden zuverlässig erkannt und können direkt lokalisiert werden.

Zur weiteren Verarbeitung werden die Messwerte von bis zu 24 Sicherungen drahtlos über WLAN an den dafür erforderlichen Datentransceiver 7KN Powercenter 1000 gesendet. Die Daten lassen sich von dort direkt per Bluetooth mit einem mobilen Gerät abrufen oder via Modbus TCP an übergeordnete Gateways übertragen. Über die IoT-Datenplattform 7KN Powercenter 3000 können beispielsweise Daten in MindSphere, das cloudbasierte IoT-Betriebssystem von Siemens, übermittelt werden. Die Visualisierung erfolgt wahlweise lokal, etwa über die Software Sentron „powerconfig“ oder Sentron „powermanager“, oder cloudbasiert mithilfe der App Sentron „powermind“.

Die erfassten Daten geben unter anderem Aufschluss über die aktuelle Netzauslastung, die Phasensymmetrie sowie etwaige Unregelmäßigkeiten. Wie Siemens mitteilt, lassen sich dadurch unter anderem die Versorgungssicherheit erhöhen sowie Wartung und Service optimieren. Durch eine schnellere Fehlererkennung und -ortung ließe sich beispielsweise die Dauer von Stromausfällen signifikant senken. (ds)

www.siemens

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